Das Schiff, drei miteinander vertaeute Spreekaehne, fuhr tatsaechlich
am Donnerstag Mittag ab, und wir verbrachten 2,5 herrlich entspannte
Tage auf dem ruhigen klaren Stausee waehrend wir langsam immer weiter
nach Sueden schipperten. Kapitaen Nadi und seine Mannschaft warnten
uns mehrmals vor den Krokodilen, die sich wohl zu Massen unter der
Wasseroberflaeche aufhalten muessen, wir bekamen jedoch bis heute nur
ein vertrocknetes an Land zu Gesicht. In Wadi Halfa benoetigten wir
dann einen Nachmittag und den darauf folgenden Morgen um einen
gewissen Kamal Hassan, der uns bei den Einreiseformalitaeten
"behilflich" sein wollte, als schleimbackigen, geldgierigen
Nichtsnutz zu identifizieren und abzuschuetteln.
Von hieraus fuehrte uns der Weg am Nil entlang auf extremen
Wellblechpisten ueber Dongola nach Abu Dom, 560 Km fuer die wir 5
Tage brauchten. Leider konnten wir die wunderschoene Landschaft bicht
geniessen, da bereits in Akascha der Toyota der Schweizer mit
elektrischen Problemen zu kaempfen hatte, welche darin gipfelten,
dass wir sie die letzten 50km bis Abri abschleppen mussten, aber wir
merkten ueberdeutlich, dass wir nun die arabischen Laender hinter uns
gelassen haben und uns jetzt endgueltig in Afrika befinden. Besonders
auffaellig ist, dass hier die Menschen und die Tiere wieder (wie in
Libyen) viel gepflegter aussehen, vermutlich weil sie viel weniger
arbeiten, uns ist es jedenfalls ein Raetsel, wie jedre Mann in einem
bluetenweissen Kittel mit Buegelfalten und jede Frau in bunte Tuecher
ohne Schmutzfleck gehuellt durch die staubigen Doerfer laufen
koennen, sich ueberall hinsetzten koennen ohne dabei dreckig zu
werden.
Am dritten Tag, der Toyota brauchte jetzt morgens immer Starthilfe
von uns, zeigte ein Kuehlwasserschlauch unseres Motors massive
Aufloesungserscheinungen, bis er dann am Morgen das fuenften Tages
sich komplett verabschiedete mussten wir alle 20km ca. 4Liter Wasser
nachfuellen. Aber beim naechstgelegenen Autoteileladen gab es einen
passenden Schlauch der sich bis jetzt bewaehrt hat. In Abu Dom
hoerten wir geruechteweise von einer Asphaltstrasse nach Khartoum,
was uns vertrauenswuerdiger erschien, als die Routenbeschreibung in
unserer Bibel. Wenn dort offensichtlich "oestlich" und "westlich"
verwechselt wird, stimmen die Entfernungsangaben vielleich auch
nicht, und das in einem Gebiet von 500x500KM ohne Pisten und
Strassen, nur Sand. Durch haeufiges nachfragen und stoerrisches
ignorieren von nicht genehmen Informationen erreichten wir
schliesslich die Strasse, welche uns dann geschwind nach Khartoum
fuehrte, und bereits am fruehen Nachmittag standen wir vor dem Tor
des Campingplatzes und bei uns brach genau in diesem Moment der
Knueppel der Gangschaltung ab. Das tat unserer Stimmung jedoch keinen
Abbruch, haben wir doch jetzt die Sahara durchquert und wir koennen
nach 9 Tagen mal wieder duschen.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter