Der Sudan wechselte sein Gesicht innerhalb von wenigen Kilometern,
wurde das Ende der Sahara durch immer dichter stehende
Tamariskenbuesche und Termitenhuegel sichtbar, so wurden die
Lehmhaeuser suedlich von Khartoum durch strohgedeckte Rundhuetten
abgeloest, und die Landschaft erinnert mit hohem Gras und einzelnen
Akazien schon an afrikanische Savanne. Die Piste zur aethiopischen
Grenze war knochenhart aber die tiefen Spuren in der lehmigen Erde
zeugten noch von den Rutschpartien der Fahrzeuge, die noch vor
wenigen Wochen hier lang gefahren sind. Einige Stellen liessen die
Vermutung zu, dass hier vor einigen Tagen noch das Wasser stand, so
hatte die Wartezeit in Assuan doch noch was gutes. Die Grenze selber
war dann eine einzige Ueberaschung, nicht nur das Immigration-Office
(eine der Rundhuetten im letzten Winkel des Dorfes) sondern auch die
schnelle und reibungslose Abfertigung der durch uns eigenhaendig
verlaengerten Visa, sowie der darauffolgenden Aufforderung den
Beamten und seine Arbeit schriftlich zu beurteilen (die fiel
natuerlich gut aus).
Hier in Aethiopien wird man sofort von der atemberaubenden
Gebirgslandschaft gefangen genommen, so dass einem die miserablen
Pistenverhaeltnisse (Tyre-Eating) fast garnicht auffallen. Die Wueste
ist auf einmal so weit weg. Doch das eigentlich schoene ist, dass man
nie alleine ist. Freundlich guckend und "you-you you-you" rufend
stehen nach spaetestens 11min (Alleinseinrekord bis heute) fuenf bis
fuenfundzwanzig Einheimische um einen herum. Verhaltensregel Nr.1 in
dem Fall: einfach ignorieren.
Heute haben wir fuer 270km Asphalt sage und schreibe 9h gebraucht,
das ist nun wirklich nicht mehr feierlich, zumal sich der nagelneue
Toyota-Stossdaempfer aus Khartoum auch schon wieder Verabschiedet
hat. In den 9h haben wir fuer die Querung des Blauen Nils bei Dejem
2.800 Hoehenmeter auf 30km Strecke bewaeltigt (1.400 runter und
wieder rauf).
Im uebrigen ist es hier auf 2.500m so kalt, dass Susanne gerade in
der heissen Badewanne liegt.
Morgen noch mal einkaufen, waschen und nach einem neuen Stossdaempfer
gucken, und dann wollen wir weiter nach Moyale.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter