Hier nun endlich wieder ein Reisebericht von uns. 2 Wochen Zimbabwe
im Busch und der Einsamkeit, abgeschlossen von der Welt haben wir
hinter uns und auch in Botswana gab es keine Verbindung, doch hier in
Katima Mulilo/Namibia Caprivi haben wir nach 1,5h Suche in einem Ort
mit vieleicht 1.000 Einwohnern doch noch den Computer gefunden, der
den Anschluss hat.
Malawi hat uns nicht vom Hocker gehauen, aber wir sind vermutlich
auch an vielen schoenen Stelen vorbei gefahren, da wir ja nur auf der
Durchreise waren. Der Bilharziose verseuchte See floeste uns viel
Respekt ein und Landschaft und KLima erinerten stark an Sueditalien,
nur die Hautfarbe der meisten Menschen rief immer wieder die wahre
geografische Lage in's Gedaechtnis. Auf den Campingplaetzen entlang
des Sees trafen wir nun immer mehr weise Touristen aus denm
suedlichen Teil des Kontinents, denen es materiel offensichtlich
recht gut geht. Unser Weg fuehrte uns ueber Karonga und die Flametree
LOdge suedlich von Nkhotabay nach SengaBay, wo wir tatsaechlich
glaubten an der italienischen Riviera angekommen zu sein. Hier
badeten alle ganz unbekuemmert in dem belasteten Waser, so dass wir
unseren Kindern nicht mehr richtig erklaeren konnten warum sie in das
verlockende Nass nicht rein duerfen. Also sprangen auch wir hinein
mit der Vorstellung im KOpf, was dem einen Weisen nichts tut, tut dem
anderen auch nichts.
Tagsdarauf verliessen wir Malawi ueber Chipata nach Sambia. Die
Grenzformalitaeten beschraenkten sich auf das Minimum (ich war jetzt
schon richtig gut im Abwehren der Kfz-Versicherung), nur die
Schwarztauscher vermittelten den Eindruck, dass wir wieder in ein
Land der Schleimbacken einreisen. Sie versuchten uns um 150US$ zu
betruegen, worauf wir uns aber nicht einliessen. Trotz der
anstrengenden Fahrt begaben wir uns zur Entspannung direkt nach der
Ankunft in dem South Luangwe Nationalpark auf eine Abendrundfahrt mit
Fuehrer, welche uns den Anblick eines Flusspferd verspeisenden Loewen
bescherte und als Susanne waehrend einer Pause hinter den Busch ging,
lief sie beinahe gegen eine Giraffe. Flatdogs (Krokodile), so hiess
der Campingplatz nicht ohne Grund, lag direkt am Ufer des Luangwe und
war eine Oase des kalten Bieres und der warmen Dusche mit einem
aeusserst angenehmen Ambiente, zumindest tagsueber, denn des Nachts
kamen unueberhoerbar die ganzen Hippos zum Fressen an Land. Wir
beschlossen trotzdem noch eine Nacht zu bleiben.
Morgens besuchten wir wieder das tote Hippo, an dem nun schon ein
halbes Rudel Loewen nagte, die sich aber von den vielen Zuschauern
(3Autos in 5-10m Abstand) nicht stoeren liessen. Auf dem Rueckweg
hatten wir einen Fast-Zusammenstoss mit einer Elefantenkuh.
Natuerlich fuehlte sie sich bedroht und setzte zur Gegenattacke an,
hatte sie doch ein Kalb zu beschuetzen. Zum Glueck liess sie es dann
doch bei einer Drohgebaerde bewenden, denn ich hatte es mit unserer
hakeligen Schaltung nicht geschafft den Rueckwaertsgang einzulegen.
Wieder im Camp trieb ein Hippo mit dem Bauch nach oben auf dem Fluss.
Als die Kinder und ich uns das aus der Naehe ansahen, bemerkten wir
die fuenf gruenen Augenpaare rund um das tote Hippo und ein
Artgenosse von ihm war auch noch da. Das hinderte die 3 einheimischen
Flussfischer aber nicht daran bis zur Huefte in das lehmige Wasser zu
gehen und mit vereinten Kraeften an dem verendeten Tier zu zerren um
es aus welchem Grund auch immer an Land zu ziehen.
Am 24.12. erreichten wir Lusaka und stuerzten uns in das Getuemmel
des Einkaufszentrum, denn auch wir musten noch die Einkaeufe fuer die
Feiertage machen aber nach den ruhigen Tagen in der Natur war es uns
nicht moeglich in dieser Hektik besonnen einzukaufen, so dass wir das
meiste vergasen in den Wagen zu legen. Erst auf dem verregneten
Campingplatz, ein tropischer Regenguss mit 20m Sicht begleitete uns
dorthin, fiel uns auf, dass wir fuer heute gar nichts leckeres zu
Esen hatten. Da wir die einzigen Gaeste (mal wieder) waren,
verbrachten wir einen sehr ruhigen Heiligenabend mit einem bescheiden
Gabentisch fuer die Kinder.
Axel sollte am 25. um 11:15 landen, vorher wurde Susanne noch auf dem
Flughafen verhaftet, da sie mit Leo geschimpft hatte, was in Sambia
in der Oeffentlichkeit wohl verboten ist. Die Uebereifrigen Beamten
bemerkten jedoch nicht, dass Leo inzwischen bei mir war und wolten
Elisa aus Susannes Armen entreissen (befreien), was natuerlich zu
extremen Schreikraempfen und Angstzustaenden bei Elisa fuehrte. Als
Axel aus der Immigration kam war die Familie dan schon wieder
vereint, und als wir vom Parkplatz fuhren bettelte uns der
Polizeiofizier von eben um eine Weihnachtsgabe an (DIA).
Mit volen Kanistern Diesel (1$/l) fuhren wir am naechsten Tag
Richtung Zimbabwe, allen Berichten zu folge sol es fast unmoeglich
sein dort welchen zu bekommen. An der Grenze hatten die Geldtauscher
diesmal einen anderen Trick drauf, sie benutzten einen Taschenrechner
bei dem 50US$ x 240 = 6.900 Z$ ergab. Das fanden wir so dreist, dass
wir gleich gar kein Geld tauschten und weiter fuhren. Bevor wir nach
Mana Pools Nationalpark konten, verbrachten wir noch eine NAcht
hinter dem Wildlife Office in der "Wildnis". Eine gute Gelegenheit
fuer Axel sich an das Draussenschlafen unter dem Moskitonetz bei
ungewohnter Geraeuschkulisse zu gewoehnen. Mana Pools ist ein
wunderschoener wilder Nationalpark in dem ehemaligen
Ueberschwemmungsgebiet des Sambesi unterhalb des Karib-Staudamms. Die
Menschen hier vermitteln deutlich mehr Respekt vor den Tieren als in
den anderen Parks und obwohl es hier viele Arten gibt, von den "Big
Five" (Elefant, Bueffel, Nashorn, Loewe, Leopard) fehlt nur das Rhino
(auserdem Speicobra, schwarze Mamba und Python), ist Mana Pools der
einzige Nationalpark, in dem man sich alleine zu Fuss bewegen darf.
Wir konten uns auch gleich von der unbestechlichkeit der Ranger
ueberzeugen, da man nur zum offiziellen Kurs von 56 (statt bis zu 300
schwarz) bereit war Geld zu tauschen. Eigentlich logisch, hatte er
doch fuer 3.000 US$ Elfenbein im Schrank, was sie letzte Woche den
Wilderern abgejagt haten (1 Sergeant und alle Wilderer tot). Im Camp
am Fluss liessen Axel + ich uns von einem Hollaender ueber das
naechtliche Tierleben zwischen den Zelten aufklaeren (seit die Loewen
da sind, sind die Wildhunde verschwunden aber die Hyaenen sind
geblieben), waehrend Susanne von den Kindern gerufen wurde:"Mama, die
Bueffel kommen jetzt zu uns." Sie wusste nicht was sie zu erst tun
sollte, die Kinder beruhigen, die Bueffel wie auch immer verscheuchen
oder den Pavianen unser Geschirr abjagen, mit dem die sich in der
Zwischenzeit auf die Baeume verzogen hatten. Nachts gab es dan
wirklich die merkwuedigsten Geraeusche, aber im Zelt schlaeft man
angeblich sicher, schliesslich machen es die Einheimischen genauso.
Am naechsten Tag hatten wir einen ereignislosen Game-walk mit einem
unfaehigen Fuehrer aber dafuer am NAchmittag die bereits beschriebene
Kanufahrt mit unserem Fuehrer Champion, der uns zusaetzlich mit
Wilderergeschichten unterhielt. Nach Einbruch der Dunkelheit
spazierte noch ein ausgewachsener Elefant 5m an unserem
Abendbrottisch vorbei. Mana Pools hat uns tief beeindruckt und es tat
uns leid diesen Ort zu verlassen, aber wir mussten unsere Vorraete
wieder auffuellen und wolten auch noch andere Plaetze kennenlernen.
In Karoi tauschten wir erstmal Geld zu 260 an der Tankstelle, als
wenn das kein Problem waere und Diesel gaben sie uns auch noch dazu.
Die naechste Station hiess Matusadona, ein recht abgelegener
Nationalpark am Rande des Karibasee. Der Weg dorthin war nicht ganz
einfach, man koennte die "Strasse" fast aethiopisch nennen, und die
fortgeschrittene Tageszeit uebte einen gewissen Druck auf uns
aus. "Angeheizt" wurde die Stimmung durch die Massen von TseTSe-
Fliegen, weshalb die Fenster trotz tropischer Temperaturen meist
geschlosen blieben. Weil wir wenigstens ab und zu etwas Fahrtwind
fuehlen wolten, wirbelte Susanne mit der Fliegenklatsche und
der "Deadly Doom" Flasche im Auto rum und die Kinder sagten nachher
schon gelangweilt "da TseTSe". Justament auf dieser Strecke
zerbrachen die letzten Reste des Schaltknueppellagers, so das das
Schalten vollends zur Gluecksache wurde, was das Fahren in dem
schwierigen Gelaende nicht unbedingt beschleunigte. Schlimmer gehts
nimmer - denkste! Eine Reifenpanne zur Abendbrotzeit der Grosskatzen,
die in dieser Gegend fuer die Ausrottung der Bueffel verantwortlich
sind und letztes Jahr einen Amerikaner aus seinem Zelt (das ist also
auch nicht mehr sicher) geholt haben, das hatte uns noch gefehlt. In
Boxenstop-verdaechtiger Zeit wechselten wir das Ding - und dan
schnell ins Camp.
Von MAtusadona (2 Tage) fuhren wir entlang des Karibasee nach BInga,
um dort in der skurilen Atmosphaere einer laengst vergangenen
Kolonialzeit Sylvester zu verbringen. Die weissen Ex-Farmer machten
auf uns nicht nur koerperlich einen recht unbeweglichen Eindruck,
alle anderen haben das Land wohl schon verlassen. Obwohl Zimbabwe
einer duesteren Zukunft entgegen steuert, nach den Wahlen im Maerz
wird ein Buergerkrieg nicht ausgeschlossen, ist es fuer Leute wie uns
im Moment das ideale Reiseland. Die Waehrung erlebt eine rasante
Talfahrt, der Staat kontrolliert noch nicht die Deviseneinfuhr und
den Geldumtausch, die Versorgung ist exzellent, die Sicherheitslage
ist stabil, die Menschen sind freundlich und die Naturparks sind
wunderschoen, da sie auch als solche behandelt werden, ohne
Asphaltstrassen und Luxuslodges. Alles Gruende, die uns veranlassten
noch laenger hier zubleiben und so machten wir uns auf den Weg zum
Hwange Nationalpark. Hier bekamen wir mal wieder Loewen zu sehen,
wenn auch aus einiger Entfernung. Unser Lieblingsplatz aber war auf
der Terrase des Restaurants in sinamatela, von wo man einen 50km
Panoramablick hatte. Des Nachts wurde Axel, der mal wieder versuchte
draussen zu schlafen, von einer Hyaene ins Zelt vertrieben. Tagsueber
machten wir einen Abstecher zu den Viktoria-Faellen bevor wir einen
Tag spaeter Richtung Sueden in den landschaftlich sehr
beeindruckenden Matobo Nationalpark aufbrachen.