Namibia
1.3. – 21.4.
Unglaublich, fast zwei Monate haben wir in dem
unafrikanischsten aller Länder dieses Kontinents
verbracht. Hier, wo man nahezu keine
„Einheimischendörfer“ findet, nur saubere ordentliche
„Kleinstädte“ ohne Markt aber mit Einkaufszentrum, die
erst während er Besiedlung vor rund hundert Jahren an
Bahnstationen oder Wasserlöchern entstanden sind, wo
man stundenlang durch schöne Landschaft fährt aber
sich immer irgendwie ausgesperrt vorkommt, da direkt
neben der Straße ein Zaun verläuft, wo man direkt am
Strand stehen kann aber doch nicht am Meer ist, da das
Wasser viel zu kalt zum Baden ist – wenn es nicht
sowieso verboten wäre – und es nicht mal einen Hafen
gibt. Es ist aber auch ein Land mit einer
hervorragenden Versorgungslage, weshalb wir schon
einen Monat Aufenthalt eingeplant hatten, um unser
Auto und uns für die bevorstehende Rückreise
auszurüsten und den genauen Verlauf derselben zu
organisieren und vorzubereiten. Dabei verfolgten wir
abhängig von unserem jeweiligen Aufenthaltsort
verschiedene Varianten, die sich aber alle nach und
nach als zu teuer, undurchführbar oder schlicht
unmöglich erwiesen, uns jedoch nicht unerheblich viel
Zeit und Energie kosteten. Namibia ist aber auch das
Land, in dem wir auf den von uns besuchten Gästefarmen
viele interessante Leute kennen gelernt haben, von
skurril bis herzlich, wo wir in den Genuss von
frischem Wildfleisch – Giraffe, Eland, Zebra, Kudu,
Springbock – kamen, auf die unterschiedlichsten Arten
zubereitet, wo wir zu Jagden eingeladen wurden, die
der Essensbeschaffung dienten und nicht dem Vergnügen
und wo wir direkte Einblicke in die Farmwirtschaft
erhielten.
Es begann schon in Grootfontein, unserer ersten
Station nach Passieren des Caiprivistreifens, als wir
auf Empfehlung der beiden Beachbuggyfahrer uns auf
„Maori“ einquartierten, eine Citrusfarm, die seit ein
paar Jahren von einem verschmitzten Hessen und seiner
Frau geführt wird. Eine der wenigen Orte an dem wir
auch schwarze Gäste gesehen haben und wir nicht
gefragt wurden ob uns das stören würde. Er sprach fast
kein Englisch und ging deshalb schalkhaft auf deutsch
mit seinen Angestellten um und wenn er einem Nachbarn
seine Meinung über einen bestimmten Zwischenfall
kundtun wollte, vertraute er auf die Schnelligkeit der
Buschtrommeln, indem er es einfach beiläufig seinem
Hausmädchen erzählte. Bereits am nächsten Morgen wird
es derjenige den es betrifft erfahren haben. Seine
Frau, die wir leider nicht kennen gelernt haben, hat
in der Nähe eine Schule für die Ärmsten der Armen ins
Leben gerufen und kümmert sich um die Finanzierung aus
Spendengeldern. Die Schüler besuchen die Schule
natürlich nicht, weil sie da was lernen, sondern weil
es dort was zu essen gibt.
Die Etosha-Pfanne, der größte und wildreichste
Nationalpark Namibias, welchen wir anschließend
besuchten, war trotz niedrigster Erwartungen
vielleicht keine Enttäuschung aber zumindest kann die
Ausbeute von 4 Giraffen, einigen hundert Springböcken
und Zebras, sowie zwei Chamäleons auf gut 200Km
gefahrener Strecke als spärlich bezeichnet werden.
Dafür hatten wir ein anderes Erlebnis der besonderen
Art, als uns ein Ehepaar während einer Pause ansprach
und sich herausstellte, dass sie alle unsere
Reiseberichte kannten. Es ist schon ein komisches
Gefühl, Leute zu treffen, die soviel über einen
wissen, obwohl man sie gar nicht kennt.
Von Etosha ging es direkt nach Swakopmund, das
südlichste deutsche Nordseebad, wie es oft scherzhaft
aber sehr treffend genannt wird, um eine mögliche
Verschiffung nach Ghana zu eruieren, sowie das
Fahrwerk des Busses, insbesondere die Federn einer
Erfrischungskur zu unterziehen. Leider hat sich jedoch
zunächst, als Beginn einer fast unendlichen
Geschichte, herausgestellt, dass die Radlager, welche
erst in Tansania erneuert wurden, bereits wieder
hinüber waren, was dazu führte, dass wir Namibia auch
als eine Aneinanderreihung von Werkstattbesuchen in
Erinnerung behalten werden, bei der das
Durchhaltevermögen eines dieser Teile am Ende sogar
bis auf magere 100Km sank. Aber wir ließen uns davon
nicht entmutigen, sondern waren gewillt unsere Zeit zu
nutzen und so weit möglich an den schönen Orten dieses
Landes zu verbringen. So folgten wir dem Ratschlag
„Brummers“, der eines Tages neben uns am Strand
parkte, und fuhren nach „Rooiklip“, der Farm von Lore
und Frans unterhalb des Gamsberges, mit dem wohl
schönsten Campingstellplatz der ganzen Reise. Sie
hatte Deutschland vor fünf Jahren den Rücken gekehrt,
mit dem Ziel alleine auf einer Farm zu wohnen und in
aller Abgeschiedenheit ein Buch zu schreiben. Nun baut
sie zusammen mit dem intuitiven Naturburschen und
Ex-Bauunternehmer Frans eine wunderschöne Gästefarm
auf, deren Charme aber auch daraus resultiert, dass
sie ihre Kunden so nah an sich heran lässt, dass man
sich fast genauso Familienzugehörig und aufgehoben
fühlt, wie die bunte Menagerie aus Tierschicksalen,
bestehend aus fünf Hunden, einem zahmen aber sehr
eigenwilligem Zebra, einer fünfköpfigen Pferdefamilie,
zwei Erdmännchen, zahlreichen Schildkröten und
allerlei Geflügel, die alle von ihren Vorbesitzern
verstoßen oder verletzt bzw. alleingelassen am
Straßenrand gefunden wurden und jetzt ein neues, ein
wirkliches Heim gefunden haben. Lore ist also genau
bei dem Gegenteil gelandet von dem was sie eigentlich
gesucht hat, wenn sie sich alle Naselang auf neue
Gäste einstellen muss, aber sie sagt, sie fühlt sich
„angekommen“, und das spürt man auch. Mit Frans fuhren
wir eines Tages auf der Ladefläche des Pick-up los um
Feuerholz zu sammeln, sicherheitshalber wurde das neue
Gewehr mitgenommen, was uns erstmal nicht zu denken
gab. Stattdessen wurde das ganze dann eine
dreistündige Farmrundfahrt mit ausgiebiger Jagd auf
Zebras und Kudus, schließlich war die Tiefkühltruhe
ebenso leer wie der Vorrat an Holz aufgebraucht. Frans
kannte das Gewehr noch nicht so gut, daher gingen die
ersten vier Schüsse daneben und das jeweilige
gestellte Tier konnte immer entkommen, was besonders
bei den Kindern das Jagdfieber nur noch schürte. Als
ich sie zwischendurch mal fragte, ob das Zebra sterben
sollte, antworteten sie ohne zu zögern: „Ja, wir haben
Hunger!“ Und auch die schwarzen Farmarbeiter waren
fröhlich und summten irgendwelche Lieder vor sich hin,
nachdem wir das geschossene Zebra auf den Pick-up
gehievt hatten, wo es mit uns zusammen auf der
Ladefläche den Rückweg bestritt, und sie schon lange
nach Feierabend im Schlachthaus der Farm das Tier
häuteten und aufbrachen, denn jetzt kam auch auf ihren
Speiseplan mal wieder Fleisch. Am nächsten Tag halfen
Leo und Elisa wie selbstverständlich dabei, das
gesamte Tier zu portionieren, einzutüten und
einzufrieren, und am Abend gab es dann „Rooiklips“,
Zebrafilet in dünne Scheiben geschnitten, scharf
gewürzt und kurz frittiert – lecker!
Da sich bezüglich unserer organisatorischen Probleme
noch nichts geändert hatte, fuhren wir zurück nach
Swakop (auf dem Weg haben wir Ulli den Radfahrer
wieder getroffen www.okawambo.blog.de), verweilten
dort solange bis klar war, dass wir nicht nach Ghana
oder an irgendeinen anderen Ort nördlich des Kongo
verschiffen können und unsere aus Deutschland
bestellten Ersatzteile in Windhuk eingetroffen waren,
um uns dann Zwecks Abholung derselben ebenfalls
dorthin zu begeben. Hier trafen wir viele andere
Reisende, die entweder nur in Namibia, in Afrika oder
der ganzen Welt unterwegs waren und tauschten mit
denen angeregt Informationen aus. Darunter war ein
Holländer, der soeben sein Angolavisum erhalten hat,
welches uns seltsamerweise verwehrt wurde, und Jarle,
ein äußerst amüsanter Norweger (www.cape2cape.no), der
im Januar auf der Strecke Südsusadan –
Zentralafrikanische Republik noch einen Platz frei hat
?. Nach dem Tiefschlag, den uns die angolanische
Botschaft versetzt hat, brauchten wir erstmal wieder
einen Ort um uns ein wenig zu sammeln, und wo hätten
wir das besser machen können als auf „Rooiklip“? Wir
wurden sofort wieder in sämtliche Abläufe integriert,
was soweit führte, dass Susanne mit den Kindern die
Farmführung für zwei Tage übernahm, während Lore,
Frans und ich in Windhuk alles mögliche erledigten.
Dabei bestand ihre Hauptaufgabe darin, in der Nacht
dem hauseigenen Zebra den Zugang zum Haus zu
verwehren, aber das ist eine Geschichte für sich
selbst. Wir blieben fast zehn Tage hier, feierten
Ostern mit Ostereiersuche, schossen einen Kudu, um
etwas Abwechslung auf die Speisekarte zu bringen
(frische Kuduleber – mmhhhhhh!) und entschieden uns
dann halt nach Hause zu fliegen und das Auto entweder
zu verschiffen oder später abzuholen. Bis dahin
wollten wir noch nach Südafrika an die Küste des
Indischen Ozeans, in den einen oder anderen
Nationalpark fahren und damit der mittlerweile
eingebrochenen „Kälte“ von 7°C in der Nacht und
manchmal nicht über 18°C mit Regen am Tag zu
entfliehen. Zügig wollten wir die Strecke zurücklegen,
kamen aber nur bis Marienthal und nach einer
ungemütlichen Nacht auf einem schlammigen Schrottplatz
am nächsten Tag nur die halbe Strecke nach
Keetmannshoop, wo wir jeweils mit Radlagerschaden
liegen blieben und nur mit Hilfe eines Abschleppwagens
überhaupt irgendwo ankamen. Das wäre in Angola oder
womöglich in Zentralafrika wahrscheinlich nicht ganz
so einfach gewesen. Aber dann wurde das Problem
behoben und unserem nächsten Ziel stand nichts mehr im
Wege.
Zinkwazi Beach, 5.5.2006
Für die Google-Earth-Nutzer unter Euch habe ich
diesmal noch eine zweite Datei angehängt: Namibia.zip
Wenn Ihr diese auspackt erhaltet Ihr eine Datei namens
namibia.kml. Darauf ein Doppelklick und Ihr seht
unsere Schlafplätze in Namibia mit Datumsangaben
direkt bei Google-Earth eingeblendet. Wer Google-Earth
noch nicht installiert hat, geht auf
http://google.earth.com , überprüft ob er die
Vorraussetzungen erfüllt (Grafikkarte,
Breitbandgeschwindigkeit) und installiert sich dann
das Programm.
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Regenzeit – Von Sambia nach Sambia
26.1. – 28.2.6
In Mbeya hatten wir die Wahl, entweder über Malawi
nach Mosambik und dann durch Simbabwe nach
Sambia/Lusaka zu fahren oder direkt nach Sambia und
dann erstmal weitersehen. Die letzten Informationen,
welche wir von anderen Reisenden erhielten, besagten,
dass es in Malawi ungewöhnlich viel geregnet hat,
deshalb entschieden wir uns für die zweite Variante,
zumal wir dadurch den Norden von Sambia, den wir noch
nicht kennen, zu sehen kriegen, falls das Wetter es
zulässt. Das die Regenzeit dieses Jahr im gesamten
südlichen Afrika sehr üppig ausfiel, wussten wir zu
diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. So erreichten
wir den turbulenten Grenzkontrollposten bei Nakonde,
umringt von vielen schleimbackigen Geldtauschern und
„Helfern“ für die Erledigung der Formalitäten,
eingehüllt in Staubwolken, aufgewühlt von den
zahlreichen LKW’s, die hier ankamen, einparkten,
ausparkten, rangierten und abfuhren. Der Grenzbeamte
war nicht in der Lage uns ein Double-Entry-Visum
auszustellen, welches uns bei der zweiten Einreise ein
erneutes Visum erspart hätte, da er keine Quittung
dafür hatte. Als er dann eine Universalquittung
ausfüllte und „Single-Entry“ als Verwendungszweck
angab, reagierte ich etwas überrascht. Noch
überraschter war allerdings die Frau, die die
Einreisestempel in die Pässe drücken wollte, als ich
Susannes zweiten Pass herausholte, um ihr den
Ausreisestempel von Tansania zu zeigen (wir hatten die
Pässe wegen der längeren Gültigkeit des ersten
getauscht). Das geht ja überhaupt nicht, dass einer
zwei Pässe hat. Jetzt brauchten wir erstmal Fotokopien
und dann wollten die Beamten gemeinsam entscheiden,
welcher Pass der richtige ist. Ich wies sie
vorsichtshalber schon mal darauf hin, dass beide
Eigentum der Bundesrepublik sind und sie sich sowieso
kein Urteil darüber erlauben können, wie viel Pässe
ein Deutscher haben darf. Nach ungefähr einer Stunde
war das Problem dann erledigt und wir durften
weiterfahren. Eigentlich waren wir dadurch nicht
besonders angespannt oder abgelenkt, aber trotzdem
verpassten wir den Abzweig zu unserem ursprünglichen
Ziel und bemerkten den Umstand erst so spät, dass es
sich nicht mehr lohnte umzukehren. Also betrachteten
wir es als Zeichen und fuhren weiter zur nächsten
Campingmöglichkeit, wo wir aber erst im Stockdunkeln
und bei Dauerregen nach gut 30Km einsamer Piste
ankamen. Mehr als einmal stieg die Erinnerung an unser
Schlammabenteuer in Tansania in uns hoch, aber wo
sollten wir hier die 30 Leute hernehmen? Wir waren in
Kapishya Hot Springs. Wie der Name schon sagt, trat
hier mitten im Dschungel das Wasser mit
Badewannen-temperatur glasklar und geruchlos aus dem
Boden, durch eine kleine Mauer zu einem ca. 200qm Pool
aufgestaut in dem man Tags wie Nachts bei Regen oder
Sonne ewig drin bleiben konnte. Und Regen hatten wir
jeden Tag reichlich, es war insgesamt so feucht, dass
die Handtücher nicht mehr trockneten und das Innere
des Busses allmählich immer klammer wurde. Nach drei
Tagen fuhren wirr wieder ab und wollten ein wenig nach
Nordwesten in Richtung Mansa vorstoßen, verpassten
aber wieder den richtigen Abzweig (so viele gab es
hier gar nicht). Diesmal sei zu unserer Entschuldigung
gesagt, dass die Eisenbahn entgegen allen Karten die
ganze Zeit auf der linken Strassen seite blieb und
dass unser Bordcomputer (GPS) den Geist aufgegeben
hatte (ob es an der hohen Luftfeuchtigkeit lag?). Es
war bereits wieder später Nachmittag und der Himmel im
Nordwesten sah nicht sehr vielversprechend aus, also
beschlossen wir gleich nach Lusaka, der Hauptstadt von
Sambia, weiter zu fahren, die Kinder sind sowieso
immer für eine Nachtetappe zu haben. Als wir kurz nach
Mitternacht auf dem uns bekannten Campingplatz
ankamen, hatten wir fast sieben Stunden tropischen
Dauerregen hinter uns und wir bahnten uns langsam
unseren Weg durch die Herden von Impalas und Zebras,
die hier im Licht unserer Scheinwerfer auf dem Gelände
frei herumliefen. Es gab auch noch drei scheue Giraffe
und eine fast aufdringliche Elenantilopenfamilie, die
sehr zur Belustigung der Kinder ihr Versteckspiel mit
den Angestellten trieben, welche immer versuchten die
riesigen Tiere (Schulterhöhe fast 2m, Gewicht 1,2t)
von den Bäumen und Beeten fernzuhalten.
Hier in Lusaka gab es tatsächlich einige
zusammenhängende Stunden mit Sonne und ohne Regen (das
schließt sich nicht immer aus), so dass ein Großteil
der schmutzigen Wäsche nicht nur gewaschen werden
konnte sondern auch trocknete. Ansonsten füllten wir
hier unsere Vorräte auf, bekamen sogar ein neues
Motherboard zu erschwinglichem Preis für unseren
Bordcomputer und hatten mal wieder unendliche
Schwierigkeiten Geld mit der Visa-Karte zu bekommen,
was würden wir wohl ohne Western-Union machen? Unser
Plan war jetzt eine große Runde über Malawi, Mosambik
und Simbabwe zurück nach Lusaka zu drehen, um dann
hier die Geburtstagsgeschenke für Leo von der Post
abzuholen. Der Weg führte uns zunächst über Petauke
nach Nordosten in den Southluangwe Nationalpark. Hier
campierten wir direkt am Flussufer außerhalb des
Parks. Tagsüber trieben sich Paviane und Buschböcke im
Camp herum, Elefanten wanderten durch den angrenzenden
Wald, nachts musste man auf die Hippos Acht geben, die
zum grasen an Land kamen, die Krokodile blieben zum
Glück im Wasser. Auf dem Weg zum Nationalpark sahen
wir eine Elefantenversammlung alter Herren unweit der
Strasse und wir fuhren etwas dichter heran, bis nur
noch ein kleiner Sumpf zwischen uns und ihnen war.
Plötzlich hob sich der eine Grashügel etwa 10m vor uns
um einige Zentimeter und der schnaufende Atemzug eines
Hippos fuhr uns in die Glieder. Das war mal wieder
lehrsam, auch wenn man nichts sieht und eigentlich
denkt es ist nicht mal Platz für große Tiere, sind sie
trotzdem immer da.
In Malwi hieß die erste Station Lilongwe, wo wir das
erste Mal erfuhren, dass es schwierig werden könnte
ein Angola-Visum zu erhalten und wo wir Ulli den
Radfahrer um einen Tag verpasst haben. Schade wir
hätten uns gerne noch mal ausgiebig mit ihm
unterhalten. Weiter ging es nach Liwonde in den
kleinen verträumten gleichnamigen Nationalpark. Der
Landrover, der uns zur Kanusafari auf dem See bringen
sollte, bestand nur noch aus den zum Fahren
wesentlichen Teilen und der stotternde Motor sprang
erst nach mehreren Anschiebeversuchen widerwillig an,
es war aber für alle ein Mordsspaß. Das war der Charme
dieses verschlafenen Camps mit Self-Service-Bar und
erstaunlich reibungslos funktionierender
Warmwasserversorgung. Das genaue Gegenteil von unserer
nächsten Unterkunft in Blantyre, einem Treffpunkt für
Rucksackreisende und die reiche Jugend der Stadt. Als
wir dort waren, wurde jemand direkt vor dem Tor
überfallen und am nächsten Morgen wurde eine Touristin
vermisst, die das Nachtleben in der Umgebung kennen
lernen wollte. Immerhin haben sie das noch gemerkt, in
der sonst so schlampig geführten Herberge. Dabei war
die konfliktgeladene Atmosphäre zwischen arm und reich
schon beim Abbiegen von der Hauptstrasse spürbar, ich
wäre nicht mal auf die Idee gekommen nachts vor die
Tür zu gehen.
Von hier aus fuhren wir durch den ehemaligen
Tete-Korridor, die Bezeichnung stammt noch aus den
Bürgerkriegszeiten von Mosambik, als die simbabwische
Armee die LKW-Konvois von Simbabwe nach Malawi
beschützte. Tete selber ist die heißeste Stadt
Mosambiks, in der es eigentlich nie regnet. Wir
feierten Leo’s Geburtstag bei 40 45°C aber ein paar
Tropfen fielen trotzdem vom Himmel. Das
Satellitentelefon war zwar den ganzen Tag an und hatte
auch Empfang, aber nur Leo’s Oma und sein Opa sind
durchgekommen, alle anderen haben sich die Finger wund
gewählt ohne das es bei uns geklingelt hat. Verdammte
Technik!
Als wir dann nach Simbabwe fuhren, waren wir auf einen
Schlag Multimillionäre. Für 50US$ bekamen wir 7
Millionen Zim$. Bei jedem Einkauf musste man ewig die
20.000er Scheine abzählen um einen Betrag von
vielleicht 10Euro zu bezahlen. Wenn acht Leute in ein
Restaurant gingen, um zu speisen, lag nachher ein
riesiger Berg Geld auf dem Tisch. Bündelweise waren
die Taschen voll gestopft oder man trug das Geld
gleich in einem separaten Beutel. Der Campingplatz in
Harare hat 350.000Z$ gekostet, das Essen am Nachmittag
1,6 Millionen, der Nachtisch noch mal 400.000Z$.
Mana Pools hieß das nächste Ziel. Unser
Lieblingsnationalpark am Sambesi von vor vier Jahren,
der normalerweise in der Regenzeit geschlossen ist.
Aber wir haben gehört, inzwischen wird das etwas
flexibler, abhängig von den tatsächlichen Regenfällen
gehandhabt. Umso größer war unsere Freude, als wir das
OK für den Park bekommen haben, obwohl es viel
geregnet hatte, denn man muss immerhin 80Km über
Pisten durch das Schwemmland des Sambesi bis zum Park
fahren. Und auch die vier Tage, die wir dort
verbrachten, hat es jeden Tag mehr oder weniger
geregnet, so dass es gar nicht möglich war im Park
herum zu fahren und wir sogar fürchten mussten gar
nicht mehr herauszukommen. Auf dem Campingplatz am
Fluss standen wir zunächst alleine und man musste sich
auch nicht bewegen um das Tierleben des Parks zu
erleben. Die Impalas und Büffel zogen durch das Camp,
die Warzenschweine und Warane konnte man schon bei
kurzen Spaziergängen sehen. Abends, wenn man vom
Duschen kam, musste man erstmal gucken wo die Hippos
sind, bevor man zum Auto zurücklief. Danach hörte man
die Löwen, die in der Nähe des Camps ihren
Lieblingsplatz hatten („Don’t go too close.“ War der
Verhaltenstipp des Rangers, falls sie mal ins Camp
kommen sollten). Die Hyänen kamen von sich aus bis auf
5m heran, um die Essensreste zu ergattern, ansonsten
heulten und riefen sie fast die ganze Nacht. Einmal
kämpften zwei Hippos miteinander so nah, dass man die
Zähne gegeneinander schlagen hörte.
Einen Tag mit verhältnismäßig wenig Regen nutzten die
Kinder und ich zu einer Wiederholung der Kanufahrt von
vor vier Jahren, Susanne blieb lieber beim Auto. Wenn
wir damals den spannungsgeladenen Hitchcock erlebten,
waren wir diesmal in einem Actionstreifen gelandet.
Öfters sprangen die erschrockenen Hippos nur wenige
Meter von uns entfernt aus dem Wasser und stoben davon
oder flohen durchs Wasser eine mächtige Bugwelle vor
sich herschiebend. Die Krönung war ein Hippo, das ca.
3m neben uns aus dem Wasser an Land sprang und dabei
einen etwa 50cm langen karpfenähnlichen Fisch so
erschreckte, dass der vor dem Hippo flüchtete, in dem
er in Höhe unserer Köpfe auf uns zu sprang. Beinah
wäre er im Kanu gelandet.
Übers Wochenende kam noch eine Familie aus Harare, mit
denen wir zusammen den Weg heraus aus dem Park in
Angriff nahmen und dann auch bewältigten. Wir fuhren
nicht den direkten Weg nach Lusaka sondern über
Kariba, wo wir noch eine wunderbare Nacht verbrachten
mit Elefantenbesuch direkt neben unserem Auto und auch
am nächsten Tag auf dem Gelände des Campingplatzes.
In Lusaka hatte sich Leo einen Zoobesuch zum
Geburtstag gewünscht. Das beeindruckenste Erlebnis
dabei war die Schulklasse mit 6 12 jährigen Kindern,
die hier nach Aussage der Lehrerin zum ersten Mal in
ihrem Leben lebendige Löwen und Elefanten gesehen
haben. Ich hätte es vielleicht nicht geglaubt, wenn
mich nicht einer von den älteren gefragt hätte, ob das
Tier mit der Mähne das Weibchen ist. Des weiteren
versuchten wir bei der angolanischen Botschaft die
Bedingungen für eine Visaerteilung herauszubekommen.
Bevor wir die Frage stellen konnten, wurden wir auf
unfreundliche Weise schon wieder auf die Straße
komplementiert, da wir kurze Hosen anhatten. Nach
mehrmaligen Umkleideversuchen (T-Schirt, Schuhe) wurde
ich doch noch vorgelassen, um zu erfahren, dass es
Visa nur für Residents gibt, also für Leute die in
Sambia wohnen aber nicht für uns. Eventuell müssen wir
doch noch von Namibia nach Ghana verschiffen, das
werden wir aber erst dort klären können. Also machten
wir uns auf den Weg nach Livingstone, unserer letzten
Station in Sambia, direkt an den
Viktoria-Wasserfällen. Hier trafen wir zwei
verrückten, äh…, Schweden, aber eigentlich war er
Amerikaner und sie Japanerin, unterwegs in einem
Beach-Buggie auf dem Weg nach Stockholm
(www.redbuggy.com). Ursprünglich wollten sie auch
durch Angola, aber dieses Vorhaben hatten sie
inzwischen aufgegeben. Immerhin wussten sie, dass man
in Rundu/Namibia das Visum problemlos kriegt, aber das
haben sie erst rausgekriegt nachdem sie den Plan
verworfen hatten.
Wir besuchten die beeindruckenden Wasserfälle, ließen
uns noch mal von der Gischt kräftig durchregnen und
stellten fest, dass die Fälle von Sambia aus zumindest
in dieser Jahreszeit (Hochwasser) deutlich
interessanter sind als von Simbabwe aus. Am Tag
unserer Abfahrt trauten wir unseren Augen kaum, als
wir vier Zimmermannsleute auf der Walz begegneten.
Gegen ein Bier durften wir ein Foto machen ?. Dann
verließen wir Sambia und die Regenzeit.
Grootfontein, 4.3.6
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Telefonate ohne weitere Kosten vom PC zum PC: http://messenger.yahoo.de
Ostafrika Nairobi-Mbeya
5.12.05 – 25.1.06
In Nairobi wohnten wir wie immer auf dem „Upperhill
Campsite“, einem Treffpunkt nicht nur für Backpacker
sondern auch für selbst motorisierte Reisende – eine
wichtige Info-Quelle hinsichtlich weiterer
Routenplanung. Doch zunächst musste das Auto repariert
werden, wobei der Umstand, dass der Campsite-Besitzer
leidenschaftlicher VW-Busfahrer ist natürlich äußerst
hilfreich war. Mechaniker und Teileversorgung klappten
hervorragend. Die Kinder verbrachten die Zeit
vorwiegend mit dem Bestellen und Essen von riesigen
Portionen „All-day-english“-Breakfast und
„Chips+Chicken“. Susanne wusch. Auf dem Zeltplatz traf
man wieder viele ulkige Leute, Hasch rauchende
Israelis mit Schrott-Auto, fette US-Amerikanerinnen,
die gerade als Praktikanten bei einer Fischzucht in
Nordsambia gearbeitet hatten, 2 deutsche
Abiturientinnen nach einem halben Ökojahr in einem
Kinderheim im Busch (etwas abgekämpft!!). Außerdem
Paul aus Berlin (ein Zwillingsbruder von Susannes
Cousin Sebastian), der 3 Monate in Afrika herumgereist
war, vorrangig allerdings in Ruanda, um dort
Recherchen über die rechtliche Aufarbeitung des
Genozids an den Tutsis zu betreiben für seine
juristische Examensarbeit.
Unsere Stellplatz-Nachbarn waren Marianne und Albrecht
aus Süddeutschland in einem super-vollgepackten Iveco.
Die beiden, aber vor allem Marianne, waren in ihrem
Leben schon so ziemlich an allen Plätzen dieser Welt
gewesen, von Feuerland bis Bombay, entweder mit
Rucksack oder Auto (+Hundchen). Wir verbrachten
lustige Stunden mit ihnen und ihren Geschichten.
Nach einer Woche Nairobi reichte die Zeit bis zur
Ankunft unseres Weihnachtsbesuchs noch für 5 Tage bei
Mombasa am Meer. Wir genossen das Schwimmen und waren
dann pünktlich am 22.12. wieder in Nairobi am
Flughafen um Axel, Sylvie und die Kinder abzuholen.
Dankenswerterweise hatten sie für uns riesige
Gepäckberge bis hierhin mitgebracht (u.a. 2
Stoßdämpfer). Weihnachten verbrachten wir zusammen am
Lake Naivasha in einem Farmhaus mit Blick auf Hippos,
Zebras und Flamingos. Nachts wanderten erstere auch
gerne durch den Garten des Hauses zu ihren
Fressplätzen. Die Zeitplanung mit Axel und Familie war
ziemlich eng, so dass wir schon am 2.Feiertag in den
Nakuru-Nationalpark aufbrachen. Dort übernachteten wir
dann an einem wegen der Trockenheit leider versiegtem
Wasserfall gemeinsam mit einer sich die ganze Nacht
aufs übelste streitenden Großfamilie. Da wir am Tag
vorher aber so viel schöne Landschaft und Tiere
gesehen hatten, konnte uns das nicht aus der Fassung
bringen. Durch das mit Teeplantagen überzogene
Hochland fuhren wir weiter, wieder in die
ostafrikanische Savannenlandschaft, bis zum Masai Mara
Nationalpark. Hierfür waren 2 Tage geplant, die wir
auch intensiv nutzten. Vom seltenen
Schakal-Warzenschwein-Kampf über Dikdik, Giraffen und
natürlich Elefanten und sogar Löwenbabys fast zum
Anfassen zeigten sich alle Tiere und vor allem die
Kinder waren zufrieden. Da wir sehr organisiert und
unsere „aus dem Winter kommenden“ sich schnell
akklimatisiert hatten, blieb sogar noch Zeit für die
Reise von der Masai Mara nach Tiwi-Beach für ein paar
Tage Baden und frischen Fisch essen. Am Sylvesterabend
reservierten wir im Nachbarort in einem Restaurant was
vollständig in einer riesigen Grotte lag das 8-gängige
„Sylvester-Super-Menü“. Die Örtlichkeit war
zauberhaft, bis zum 4.Gang hatten die emsigen sehr
bemühten Kellner auch noch alles im Griff, folgend
wurde jedoch zunehmend verwechselt, vergessen,
verschüttet usw., angesichts des Preisniveaus wussten
wir nicht so recht, ob wir laut lachen konnten und
sollten. Schließlich war das opulente Mahl das
Geschenk von Peters Eltern an uns zu Weihnachten.
Trotz allem genossen wir es sehr. Gänzlich versöhnt
hat uns dann der „Doppelte“ mit der englischen
Inhaberin an der Bar, sie musste sich am Tresen gut
festhalten – nach offensichtlich mehreren genossenen
Doppelten. Den Abschluss machte dann ein riesiges
Feuerwerk direkt am weißen Sandstrand, lauter tanzende
fröhliche Leute, Kamelreiter, riesigem Lagerfeuer und
anderen Attraktionen.
Die restlichen Tage des Besuchs vergingen schön aber
zu schnell mit Baden und Schnorcheltouren. Nach
glücklicher Umorganisation konnten sich Axel, Sylvie
und die Kinder auch noch die 8-stündige Autofahrt
zurück nach Nairobi sparen und von Mombasa aus am 2.1.
den Rückflug antreten.
Nach der Abreise der Familie blieben wir noch eine
Woche am Tiwi-Beach, nicht zuletzt wegen der
Hundemutter, die ihre 7 Tage alten Welpen direkt
hinter unserem Auto einlagerte. Natürlich baute
Susanne ihr noch einen Windschutz und eine Mutter
braucht auch jeden Tag ca. 1 Liter Milch und sämtliche
anfallenden Essensreste.
So verließen wir dann schweren Herzens 5 wohlgenährte
Hundchen – dicke Würste (Bezeichnung der Kinder) – um
unsere Reise Richtung Süden fortzusetzen. Zunächst
wollten wir an der Küste hinunter bis Dar Es Salaam
(Tansania) über Tanga fahren. Der kleine verträumte
Grenzort kostete nicht mehr als eine Stunde Zeit,
leider war hinter der Grenze auch der Asphalt erst
einmal zu Ende. Die gute Piste führte durch hügelige
Landschaft durch Kokospalmen- und riesige
Sisal-Plantagen. Die Stadt Tanga erinnerte uns mit
seinen breiten baumbestandenen Alleen und
zweistöckigen Panorama-Fenster-Bauten sehr an manch
russische/ukrainische Kleinstadt. Der Hafen soll
allerdings den zweitgrößten Warenumschlag Ostafrikas
haben. Kurz hinter Tanga überholte uns ein alter
Subaru. Mit einem fröhlichen „Meiner (VW-Bus) sah
haargenau so aus, wo kommt ihr denn her?“ begrüßten
uns Alex und Sonja und luden uns nach kurzem
Straßenplausch zu sich in ihr Zelt-Camp auf eigenem
Grund und Boden am Meer ein. Nach einer Nacht auf
einem nahe gelegenem Campsite (Besitzer: alter
Kaffeplantagenbetreiber, voll organisiert sämtliche
Kleinigkeiten an jedem Baum laminierte seitenlange
Direktiven zum Verhalten auf dem Platz). Brachen wir
dann neugierig zu Alex und Sonja auf. Sie hatten nach
langer Suche auf der ganzen Welt nun hier in Tansania
ein riesiges Strandgrundstück erworben und waren dabei
eine Tauchschule und Hotelbetrieb aufzubauen. Die
Tauchschule und Tauchlehrer arbeiteten schon, das
eigene, sehr schöne Wohnhaus war gerade von ihnen
bezogen worden. Wir verbrachten hier 3 Tage mit
einzigartigen Schnorchelexkursionen und haben viel
gehört (und viel gelacht) vom Umgang mit Behörden über
Verhältnisse zu den Dorfbewohnern bis: Wie habe ich
meine 25 Arbeiter auf der Baustelle im Auge unter
Berücksichtigung der afrikanischen Verhältnisse und
der einzelnen Bedürfnisse. Für uns war alles
hochinteressant, und das so mutige und aber auch nach
fast 3 Jahren noch so freundlich-fröhliche
Unternehmertum beeindruckte uns tief.
Nach Dar Es Salaam führte die Piste von hier nun durch
teilweise wild bewaldete Hügellandschaft mit schönen
Ausblicken auf die Umgebung. Es tauchten auch die
ersten Gebiete mit Tse-Tse-Fliegen auf, Fallen
(blau-schwarze Tücher mit Gift getränkt) waren aber in
kurzen Abständen aufgestellt. Als wir ca. 5Km vor dem
angezeigten Beginn der Asphaltstraße waren fing es das
erste Mal richtig an zu regnen. Schließlich sollte ja
auch Regenzeit sein, uns war es bisher überall viel zu
trocken geblieben. Trotz Piste und Regen kamen wir gut
voran. Das änderte sich als wir 400m(!!!) vor dem
Asphalt auf einen gerade von der Planierraupe
bearbeiteten Straßenabschnitt gerieten und wie auf
Schmierseife hin- und herschleuderten. Trotz Stop und
Vorsicht: Unvermeidlich rutschten wir seitlich richtig
tief in den Schlamm ab und steckten fest. Ungefähr 30
Leute brauchten 1,5 Stunden, um uns herauszuwuchten.
Dies ließen wir zu, nachdem uns ein älterer sehr
netter Herr gebeten hatte, den Männern doch die Chance
zu geben, etwas Geld zu verdienen (theoretisch hätte
uns die Straßenbearbeitungsmaschine innerhalb von 2
Minuten herausziehen können). Am Ende schafften sie es
wirklich uns aus dem Schlammloch zu befreien und wir
rollten Richtung Dar Es Salaam. Dort campierten wir
als einzige Gäste auf einem schönen Platz an den
Southern Beaches, zu erreichen mit einer klapprigen
Fähre, sehr sehenswert.
Nach Auffüllung der Vorräte und ein bischen
Sight-seeing machten wir ca. 20Km nördlich von Dar Es
Salaam Station. Dort war uns Eckhard und seine
deutsche Autowerkstatt empfohlen worden, ganz in der
Nähe eines sehr schönen Campsites. Am Auto musste
unbedingt der Zahnriemen gewechselt werden und
verschiedene andere kleine Wartungsarbeiten erledigt
werden, die hier in guten Händen waren. Die Tage
vergingen also mit Baden im Meer und Reperaturen,
abends gab es in der Bar am Sonntag eine sehenswerten
Auftritt einer Frauen-Rockband aus dem Kongo und wir
unterhielten uns mit einem netten Mann, der uns
begeistert in fehlerfreiem Deutsch allerlei erzählte.
Deutsch hatte er „vor langer Zeit“ an der TH Rostock
gelernt und Halle an der Saale war auch sehr schön…
Wir sollten unbedingt herkommen und in Tansania
arbeiten. Die nächste Stadt mit sehr deutscher
Vergangenheit – Bagamoyo – fanden wir allerdings im
Gegensatz zu ihm nicht sehr einladend.
Dann war es Zeit sich von dem Indischen Ozean zu
verabschieden, denn wir brachen ins landesinnere auf
und irgendwo in der jetzt recht bergigen schönen
Gegend sahen wir vor uns einen ungewöhnlich bepackten
Radfahrer und erkannten in ihm gleich einen radelnden
Europäer. In solchen Fällen hält man natürlich an. Wir
schwatzten über eine Stunde mit Ulli aus München auf
dem Weg nach Kapstadt. Soviel früher als wir war er
gar nicht losgefahren, laso echt sportlich unterwegs.
Er war über die Türkei und Syrien – Nordsudan
gefahren, ist dann auch zur Erholung Weihnachten in
Kenia gewesen und wollte nun nach Malawi. Später sahen
wir leider nur im Augenwinkel noch einen Radfahrer (im
Liegerad). Ulli hatte uns schon erzählt: Es sind viele
Radfahrer in Afrika unterwegs, es ist eine eigene
Reise-Sparte.
In der lebhaften Kleinstadt Mbeya nahmen wir das
nächste Quartier im Karibuni Church Center, welches
wir schon von der letzten Reise in interessanter
Erinnerung hatten. Man steht in einem sehr gepflegten
Hof mit gepflegten Sanitäranlagen, man kann schöne
Zimmer mieten… vor allem aber ist es so sicher, dass
man darauf hingewiesen wird, auf keinen Fall zwischen
23 Uhr und 5 Uhr morgens das Auto zu verlassen (also
kein Klogang), da der Wachhund ein ganz Scharfer ist.
Das wussten wir alles schon, denn auf der letzten
Reise sind diesem Ungetüm leider 2 Paar Kinderschuhe,
welche noch draußen standen, zum Opfer gefallen,
diesmal waren wir schlauer – sämtliches Mobiliar u.ä.
war im Auto sicher. Nach einem sehr interessantem
Besuch im örtlichen Krankenhaus – um Peters Ohr
nochmals behandeln zu lassen (seit diversen
Schnorchelgängen hört er rechts nichts mehr),
verließen wir Tansania und damit Ostafrika in Richtung
Sambia.
Lusaka, 31.1.06
___________________________________________________________
Telefonate ohne weitere Kosten vom PC zum PC: http://messenger.yahoo.de
Am Limit Teil II
16.11. – 5.12.
Laurent, unser Gastgeber der letzten Tage, hat immer
betont, wir können auch noch 3 Monate bei ihm wohnen
bleiben, er fühlt sich sowieso etwas einsam alleine in
seinem Haus und wir haben in der Tat die
Selbstverständlichkeit genossen, mit der wir hier
aufgenommen wurden aber es lag mit der vor uns
liegenden Strecke eine große Aufgabe vor uns, wie groß
diese dann wirklich sein wird konnten wir zwar noch
nicht ermessen, aber wir spürten, dass wir an diesem
Mittwoch losfahren sollten. Wie fast alle weißen
NGO-Mitarbeiter (Non-Government-Organisation) in
Bangui begannen wir den Tag mit einem Frühstück nach
Wahl im „Grand Café“ zusammen mit Laurent und Hajo,
der uns noch die an den Polizeikontrollen sehr
hilfreichen Autotüraufkleber der GTZ zur Verfügung
stellte. Obwohl wir erst zum dritten Mal hier im Café
waren und eigentlich keiner wusste, dass wir heute
abfahren wollen, brachte der Kellner speziell für uns
eine Kollektion verschiedener Konfiserie-Artikel als
Aufmerksamkeit und auf Kosten des Hauses. Das passte
genau in das Bild, welches die Stadt und die Leute,
die wir hier kennen gelernt haben, in unseren Köpfen
hat entstehen lassen, ebenso wie die spätere spontane
Verabschiedung an der Tankstelle durch die junge
Französin, die uns auf dem Weg zur Arbeit dort hat
stehen sehen, wie wir alle unsere Tanks bis zum Rand
befüllen ließen, und extra noch mal angehalten hat,
als würde sie uns schon lange kennen, um uns alles
Gute für unsere weitere Reise zu wünschen. Auf die
eine Art fiel es uns schwer Bangui zu verlassen,
andererseits hatten wir bei bestimmten Menschen die
Gewissheit, dass der Kontakt bestehen bleibt und wir
uns in Europa wieder sehen werden, so intensiv waren
diese 3 Tage.
Beim Verlassen der Stadt fuhren wir noch etwas
unsicher an den ersten Kontrollposten heran und
zeigten fast schüchtern unsere „Ordre de Mission“ um
dann freudig die Wirkung dieses schnöden Stück Papiers
aufzunehmen. Von Posten zu Posten wurden wir
zuversichtlicher und die niederen Schergen, die den
Botendienst zwischen uns und ihrem Chef ausführten,
trauten sich kaum nach Kaffee, Zucker oder Journalen
zu fragen. Zu meinem größten Bedauern musste ich sie
dann immer auf unsere Rückreise vertrösten, dann
werden wir bestimmt etwas für sie dabei haben ?.
Bis Sibut fuhren wir auf ausgezeichnetem Asphalt durch
hügelige Landschaft mit tropischer Vegetation. Die
wenigen Fahrzeuge, die hier unterwegs waren, sahen von
hinten aus wie die gewohnten überladenen Pickups, erst
beim Überholen erkannte man, dass es sich um normale
PKW’s handelte mit Passagieren im Innenraum, Unmengen
von Warenbündeln lose auf dem Dach befestigt, dahinter
standen wiederum Passagiere zwischen Heckscheibe und
geöffneter Heckklappe, die durch zwei Holzknüppel
offen gehalten wurde, damit die Leute auf den ganz
billigen Plätzen im Kofferraum den Deckel nicht bei
jeder Bodenwelle auf den Kopf kriegen.
Unser Ziel für heute sollte eigentlich Alindao sein,
wo vor kurzem ein Deutscher Bischof geworden ist aber
wir haben schon in Bambari bei der katholischen
Mission Station gemacht, da wir trotz guter Piste ab
Sibut erst nach Einbruch der Dunkelheit in Alindao
angekommen wären. Durch hohe Mauern standen wir hier
gut geschützt auf dem geräumigen Hof zwischen Bäumen
mit Zugang zu Dusche und Toilette. Eigentlich ein
perfekter Platz für eine ruhige Naqcht, wenn da nicht
gegen 22:00h ein LKW mit einer Ladung Ziegen
eingetroffen wäre, die den Lauten nach entweder schon
lange nichts mehr zu trinken gekriegt haben oder
einfach nur Unmut darüber äußern wollten, dass sie
nach der langen Fahrt nun auch noch die kommende Nacht
mit zusammengebundenen Beinen auf der Ladefläche
verbringen sollten.
Am kommenden Tag bekam unser frisch gestärktes
Selbstvertrauen bei der Kontrolle in Kembe wieder
einen Dämpfer, da der Chef des Postens offenbar schon
aus Bossangoa über unser Kommen informiert wurde.
Aufgrund des Alkoholpegels war er zwar nicht besonders
gut zu verstehen aber den Namen des Ortes hat er
mehrfach genannt und unsere „Ordre de Mission“ hat ihn
überhaupt nicht beeindruckt, er wusste ganz genau,
dass wir Touristen sind. Zu seinem Unglück hatte er
zwar außer den Fotokopien nichts in der Hand, aber die
Schranke hat er erst aufgemacht, als sein noch
nüchterner Scherge kalte Füße bekam, da Susanne mit
unserem kaputten (!) Überfallhandy den Minister
persönlich „angerufen“ hat.^
Bangassou erreichten wir 10 Minuten vor Beginn der
Abendmesse, gerade noch genug Zeit in dem Chaos des
hier stattfindenden Kirchentages einen Stellplatz für
die Nacht zu sichern und ein paar Worte mit einem
Deutschen zu wechseln: Peter: „Wo kommen Sie denn
her?“ „Aus Alindao.“ „Ah, da wohnt doch auch der
Bischof - - - äh, sind Sie das?“ – etwas peinlich.
Nach der Messe mit schönen Gesängen in der für diese
Gegend sehr eindrucksvollen Kirche, versucht ich noch
mal Kontakt mit ihm aufzunehmen um evtl. einige
Informationen über die weitere Strecke zu bekommen.
Ich irrte etwas hilflos mit den beiden Kindern an der
Hand durch die Menschenmenge in der fast vollkommenen
Dunkelheit und stand plötzlich vor zwei netten
Schwestern aus Zemio (liegt genau auf unserer Route),
die mich mit sehr exakten Detailinformationen bis Obo
versorgten, da sie ja gestern erst dort lang gefahren
sind. Es gibt offensichtlich doch so etwas wie Fügung.
Eigentlich sollten wir hier, 650km von der Grenze
entfernt, auch noch unsere Ausreiseformalitäten
erledigen aber wir scheuten uns immer noch vor den
offiziellen Stellen, besonders wenn sie unsere Pässe
in die Hand nehmen und riskierten dafür, an der
„Grenze“ die Ausreise erkaufen zu müssen. Das Carnet
wollten wir überhaupt nicht mehr zeigen, schließlich
werden wir ja irgendwann wieder einen Einreisestempel
bekommen, pikanterweise war dies aber weder im Sudan
noch in Uganda der Fall, dafür kriegten wir bei der
Ausreise Uganda dann den Stempel für die Ausreise der
Zentralafrikanischen Republik – etwas verwirrend aber
dafür sieht das Carnet jetzt wieder ordentlich aus.
Bevor wir Bangassou und damit das letzte bisschen
Zivilisation in Form von fließendem Wasser und
elektrischem Licht für die nächsten 1.400km und 15
Tage Richtung Rafai verließen, füllten wir noch mal
unseren Tank an der einzigen Tankstelle im Umkreis von
mehreren 100km. Ab hier wurde auch das Schlagen und
Schleifen der Gräser und Blätter an den Spiegeln und
Seitenwänden des Busses zu unserem täglich Begleiter,
so eng zog sich die Vegetation um die selten befahrene
Piste. Entgegenkommende Radfahrer wurden einfach
verschluckt, wenn sie schwer beladen und ohne Bremse
uns nach rechts oder links auswichen. Plötzlich parkte
vor uns ein LKW, die Besatzung lümmelte gelangweilt
auf dem Boden daneben und fragte mich erfreut über die
Abwechselung, ob wir heute in Bangassou losgefahren
sind. Die Verneinung meiner ebenso gestellten
Gegenfrage ließ mich erstmal Schlimmes befürchten aber
sie konnten mich mit dem Hinweis auf unser Auto und
der Aussage, dass wir vorbeifahren könnten, schnell
wieder beruhigen. Vor dem geparkten LKW erstreckte
sich ein ca. 15-20m langes Modderloch voll Wasser mit
fast 1m hohen senkrechten Wänden, an dessen Ende ein
weiterer LKW stand, mit den Vorderrädern hatte er die
50-60cm hohe Stufe zur Ausfahrt aus dem Loch bereits
bewältigt, die Hinterräder standen noch im Wasser. Die
Passagiere lagerten mit Feuerstelle und allerlei
Gepäck davor, während der Fahrer mit seinen Gehilfen
dabei waren irgendeinen Schaden an der Hinterachse zu
beheben. Auf der linken Seite führte eine recht
passabel wirkende schmale Umfahrung mit kleinem
Wasserloch um alles herum. Wir waren nach 5 Minuten
auf der anderen Seite und ärgerten uns mal wieder,
dass wir keine Zigaretten dabei hatten für die wohl
noch etwas länger hier bleibenden Leute.
Nach 6 Stunden Fahrt, genau die Zeit, die die
Schwestern aus Zemio vorausgesagt hatten, sind wir in
Rafai angekommen. Die katholische Mission steht in
Abwesenheit der Kirchentagdelegation unter dem
strengen Regiment der Wirtschafterin. Alles macht
einen sehr gepflegten und sauberen Eindruck und uns
wird frisches Wasser angeboten und kurz danach Reis
mit Thunfisch serviert.
Die Strecke nach Zemio, die Etappe des nächsten Tages,
war geprägt durch zahlreiche kaputte Brücken, die
entweder direkt durch den, mangels Regen,
glücklicherweise schmalen Bach umfahren oder vor der
Überquerung repariert bzw. zumindest kontrolliert
werden mussten. Kurz vor Zemio gab es sogar eine
Doppelbrücke, bei der die quer liegenden Holzbalken
und Äste nicht für beide Brücken reichten. Also
mussten einige Planken zwischen den Brücken hin und
her getragen werden, bevor man auf der anderen Seite
ankam. Etliche Km vorher hatte ich schon zutiefst
bereut keine kräftige Seilwinde auf der Stoßstange
installiert zu haben, als wir uns in einem recht
langen Schlammloch festgefahren hatten. Eine ziemlich
trostlose Situation, in die wir da geraten waren,
dachte ich bei mir, während Susanne und ich um das
Auto liefen und unbeholfen einige dünne Äste vor die
Räder legten. Bevor wir die Sandbleche hier für immer
im Schlamm versenken probierte ich noch mal den
Rückwärtsgang aus und erstaunlicherweise kamen wir
wieder frei und mit mehr Schwung in einer anderen Spur
fast problemlos durch das Schlammloch durch.
Die katholische Mission in Zemio hatte wegen des
Kirchentages in Bangassou geschlossen, so gingen wir
diesmal zur Konkurrenz, der Eglise AIM evangelique,
die von einem Amerikaner geleitet wird, der aber heute
Morgen nach Obo abgefahren ist, zu den Deutschen, die
die dortige Mission leiten sollen. Nach einigem Hin
und Her fanden wir einen Platz zum Schlafen auf dem
eigentlich sehr malerischen Gelände mit Blick über den
Regenwald bis in die Demokratische Republik Kongo.
Leider ist alles etwas heruntergekommen bzw.
vernachlässigt aber früher müssen auch mehr Besucher
hier gewesen sein, in einem Guesthouse hing noch die
Preistafel, laut der man sogar Frühstück für 10US$
bestellen konnte, heute wurde uns zumindest noch
Wasser gebracht und in Fass geschüttet, damit wir uns
waschen konnten.
Von Zemio nach Obo wurden alle Brücken von der UNHCR,
die in Mboki das Flüchtlingslager der Sudanesen
betreut, nicht nur in Ordnung gebracht, sondern nach
fast europäischem Standard neugebaut. Aus Beton mit
seitlicher Randbefestigung und hohen Leitpfeilern, die
auch noch bei Hochwasser die Position der Brücke
Markieren, alles in Rot-Weiß angestrichen, sehr kurios
nach den blanken Doppel-T-Trägern mit losen Ästen
darauf von gestern. Die drei größeren Flüsse wurden
mit Fähren überquert, die die deutsche
Entwicklungshilfe bereits vor einigen Jahrzehnten
installiert hat und heute immer noch gut
funktionieren. In Mboki hatten wir mal wieder eine
unangenehme Kontrolle, die wir durch befolgen der
Regel 2 – nicht den Motor ausmachen – regelrecht
zermürbt haben. Vielleicht hatten sie wirklich nur
keine Ahnung, was sie mit uns machen sollten weil der
Chef in der Kirche (Sonntag) war, vielleicht war der
Chef aber auch ein richtig scharfer Hund und hätte uns
total auseinander genommen, wenn er erstmal gekommen
wäre, bei dem Respekt den sie vor ihm hatten.
Jedenfalls hat das 45minütige Laufenlassen des Motors,
zwei Tagesreisen von der nächsten Tankstelle entfernt,
so an ihren Nerven gefressen, dass sie uns doch
durchließen. Schließlich in Obo angekommen, mussten
wir erfahren, dass der Amerikaner heute in Mboki ist
und dass die Deutschen schon vor zehn Jahren
abgefahren sind. Dementsprechend sah die ganze Mission
fast trostlos aus, nur die 15m hohen Bambusstauden,
unter denen sich unser „Klo“ befand, waren wirklich
beeindruckend.
Zum Abschied aus Obo sagte uns der Diensthabende der
Gendarmerie, bei dem wir sinnloserweise doch noch
angehalten haben, ihr seid sowieso bald wieder da, mit
dem Auto kommt ihr eh nicht nach Bambouti (der Grenze
zum Sudan). Über die 110km, die heute vor uns lagen,
hatten wir schon viel gehört. Das reichte von „ein
besserer Fahrradweg“ über „ziemlich schwierig aber man
kann es an einem Tag schaffen“ bis „da fahren nur 4
Fahrzeuge pro Jahr lang“. Ich würde sie als
größtenteils anspruchsvollen Trekking-Pfad
beschreiben, mit steilen flussbettartigen Anstiegen
und Abfahrten aber ich glaube mich erinnern zu können,
dass ich auf der ganzen Strecke auch einmal kurz in
den dritten Gang geschaltet habe. Auf jeden Fall
wussten wir, dass letzte Woche die „Medicins sans
Frontiers“ mit zwei Fahrzeugen hin und zurück gefahren
sind und dass heute noch ein Impfauto von UNICEF uns
entgegenkommen wird , es müssten also die gröbsten
Hindernisse schon aus dem Weg geräumt worden sein.
Trotzdem wurden wir leicht nervös, als plötzlich der
Keilriemen gerissen ist und wir den letzten
Ersatzriemen aufziehen mussten. War der alte schon so
zerschlissen oder war das fast mannshohe Gras daran
Schuld? Wird der neue halten oder geht der auch gleich
kaputt? Wir hielten alle 5Km an, um seinen Zustand zu
kontrollieren, glücklicherweise ohne eine Veränderung
feststellen zu können. Bei einem weiteren der
zahlreichen Anstiege, die ich im Geländegang mit Kraft
auf allen vier Rädern in Schrittgeschwindigkeit
bewältigte, schaltete ich wie immer auf dem ebener
werdenden Terrain frühzeitig alle Sperren aus, um die
Belastung auf den Antriebsstrang nicht zu groß werden
zu lassen, übersah aber, dass die
Hinterachsdifferntialsperre noch nicht raus gesprungen
war, ebenso wie den großen Stein vor dem rechten
Vorderrad, mit dem Ergebnis, dass nach erneutem
Einkuppeln von hinten links nur ein
metallisxch-mahlendes Geräusch zu hören war, das Auto
sich aber nicht bewegte. Der Motor hat über das
einzige Rad mit Traktion versucht das gesamte Gewicht
des Busses gegen den Stein vorwärts zu drücken, bis
die Kugeln aus dem Kreuzgelenk gedrückt wurden. Jetzt
hat sich spätestens die Umrüstung auf den
zuschaltbaren Allradantrieb wirklich gelohnt, denn
dadurch konnten wir wenigstens, wenn auch aufs höchste
sensibilisiert, mit Vorderradantrieb weiterfahren. Bei
einem späteren Keilriemenkontrollstop wollte ich
irgendetwas hinten aus dem Auto holen und beim
Wegklappen des Reserverades fielen mir die
Schaumgummistreifen auf, die eigentlich oben unter der
nun nicht mehr vorhandenen Dachkiste sein sollten,
aber wo hatten wir sie verloren, vor 1Km oder vor
20Km. Wenden konnte man hier sowieso nicht und 10Km
zurück bedeutet 2 Stunden länger fahren. Laufen würde
vielleicht gehen aber wie weit und wer Läuft und wer
bleibt beim Auto und wo bleiben die Kinder? Immerhin
war der Wagenheber in der Kiste, der Rest war
vielleicht nicht so wichtig, den Keilriemen hatten wir
ja schon raus genommen. Wenn die Reihenfolge andersrum
gewesen wäre, hätten wir jetzt ganz schön dumm
ausgesehen. Ich habe versucht es als Zeichen zu sehen,
dass wir die Kiste und deren Inhalt nicht mehr
brauchen aber es frisst mehr und mehr an den Nerven.
Gegen Mittag lag dann ein umgestürzter Baum so über
der „Straße“, dass die Landcruiser zwar drunter
durchkommen konnten, wir waren aber ca. 20cm zu hoch.
Nun musste ich aber wirklich losgehen und Susanne mit
den Kindern alleine lassen, für Susanne der schlimmste
Moment der Reise, wie sie mir später erzählte. Ein
Fahrradfahrer sagte uns, dass keine 2Km weiter ein
paar Hütten stehen, wo Männer mit Äxten wohnen. Nach
800 Schritten hatte ich die Hütten erreicht und zu
dritt kamen die Helfer mit mir zurück. Die
versprochene fürstliche Bezahlung ließ sie den
halbmeter dicken Stamm innerhalb von 30 Minuten klein
hacken und aus dem Weg räumen.
Kurz vor dem Dunkelwerden hatte dann das erste Mal ein
Ast unsere Dachluke abgerissen und ich musste mich
zwischen Auto und Busch nach hinten durchzwängen, die
Klappe einsammeln und wieder notdürftig festmachen.
Die Kinder wurden jetzt als Klappenwächter eingeteilt,
später mit Taschenlampen bewaffnet, mussten sie die
ganze Zeit die Luke im Auge behalten und alle 15-20
Minuten riefen sie dann: „Die Klappe ist weg!“
Nach 13 Stunden Fahrt für 110Km sind wir im
Stockdunkeln in Bambouti angekommen, sind dann nach
einer kurzen Unterhaltung mit zwei völlig Besoffenen
doch noch die 5Km bis nach Sourceyubu im Sudan
gefahren und haben uns dort auf die vermeintliche
Grenzstation gestellt, ohne von den ebenfalls etwas
angetrunkenen Wächtern weiter belästigt zu werden.
Am nächsten Tag wollten wir schnell die
Einreiseformalitäten erledigen und dann weiter nach
Yambio fahren aber der ortsansässige Soldat bestand
darauf, dass wir erst nach Tombura zu seinem Chef
müssen, obwohl wir uns aufgrund des Zustandes unseres
Autos mit Händen und Füßen gegen diesen Umweg von 80Km
gewehrt haben. Erschwerend kam hinzu, dass er
mitfahren wollte. Da wir vermuteten, er braucht nur
einen billigen Lift zu seiner Familie und besonders
Susanne des öfteren ihren Unmut darüber äußerte, wurde
die Fahrt nicht unbedingt zu einem Vergnügen für ihn.
Der arme Kerl hatte schon Angst um sein Leben glaube
ich, so lange hat er gezögert das ihm angebotene
Wasser zu trinken. In Tombura wurde Susanne dann auf
einmal ganz friedlich, nachdem sie das vollbesetzte
Gefängnis gesehen hat, in dem kein Fensterplatz mehr
frei War. Wir wurden einem sehr freundlichen Offizier
vorgestellt, der aber mit jeder Faser seines Körpers
die hinter ihm liegenden Kriegsjahre ausstrahlte, der
nicht laut reden musste um gehört zu werden, der
allein durch seine Anwesenheit Respekt erhielt. Er
führte uns wiederum ins Büro des Commissioners,
welcher sich erklären ließ was wir weiter vorhaben, um
dann höflich aber bestimmt und ohne nähere Details
verlauten zu lassen sagte, dass er für sein County die
Sicherheit garantieren kann aber wenn wir den
verlassen, machen wir das auf unsere eigene
Verantwortung. Und damit waren die
Einreisefprmalitäten auch schon erledigt, kein Stempel
im Pass, kein Interesse für unser Sudanvisum, nur am
nächsten Tag erhielten wir noch ein handgeschriebenes
(die Formulare waren wohl ausgegangen, bei dem
Touristenandrang) Travel Permit der „Public Security“
– eine Art Stasi schätze ich. Wir quartierten uns mal
wieder bei der katholischen Mission ein, die hier in
Person von dem Patriarch Father Mathew wirklich
hervorragende Arbeit leistet. Er selbst hat heute wohl
nichts weiter zu tun, denn er lässt gleich ein paar
Stühle kommen, damit wir den Rest des Tages über die
Situation im Land philosophieren können. Leo freundete
sich derweil mit Emanuel an, einem 12 jährigen Waisen,
der hier alleine in einer kleinen Hütte lebt und die
beiden zeigten sich gegenseitig ihre Schulbücher und
Hefte.
Am nächsten Tag auf dem Markt erzählte mir ein
LKW-Fahrer, dass er seit zwei Wochen hier festsitzt,
da auf dem Weg nach Yambio Krieg ist. Ich war sofort
alarmiert und mir fielen wieder die Andeutungen des
Commissioners ein. Als ich Mathew damit konfrontierte
räumte er ein, dass es da einen Stammeskonflikt mit
ein paar Toten in Ezo gibt zwischen Dinka und Azande
aber wir seien ja schließlich Weiße und haben damit
nichts zu tun, das kann man den Leuten erklären und
das müssten sie eigentlich auch verstehen (der alte
Philosoph). Für uns hieß das von jetzt an jeden
Schritt ganz genau zu überlegen, jede Information
doppelt zu checken und unsere Instinkte zu aktivieren.
Als mir einer von der „PS“ (Public Security) sagte, er
hätte mit Ezo gesprochen und sie über unser kommen
informiert, sie erwarten uns jetzt, habe ich mir
erstmal von anderer Seite bestätigen lassen, dass der
Typ wirklich bei der Funkstation arbeitet. Aber dann
war es auch das Zeichen zum Losfahren für uns. Kurz
nach der Morgendämmerung machten wir uns auf den Weg
Richtung Yambio, verabschiedet von Mathew, der noch
ein Gebet für uns gesprochen hat, fuhren wir durch das
bereits geschäftige Tombura, das im Gegensatz zu den
Zentralafrikanischen Dörfern uns eine regelrechte
Aufbruchstimmung vermittelt hat. Nachdem wir den
Soldat vom Hinweg wieder in Sourceyubu abgesetzt
hatten, verließen wir Tombura-COunty und erreichten
bald, vorsichtig in Schrittgeschwindigkeit annähernd,
den ersten von vielen Roadblocks, die die in den
kleinen Siedlungen an der Straße lebenden Leute aus
gefällten Bäumen oder Strauchwerk errichtet hatten.
Bewaffnet mit Pfeil und Bogen oder Speeren, vereinzelt
auch mit Karabinern oder automatischen Gewehren,
kontrollierten sie den Weg, schließlich hatten sie
gehört es ist Krieg, um zu verhindern, dass irgendeine
Gefährdung sich ihren Hütten nähern konnte. Meistens
waren sie erleichtert wenn sie erkannten, dass wir nur
Touristen sind, manchmal waren sie so misstrauisch,
dass sie das Auto nach Waffen oder Dinkas durchsuchen
wollten, aber sie wollten immer wissen wie die Lage in
der von uns bereits passierten Gegend ist, da dies die
einzige Möglichkeit der Informationsübertragung ist.
So schwappte die Welle der Zwischenfälle, wie wenn man
einen Stein ins Wasser wirft, von Ezo ausgehend zu Fuß
oder per Fahrrad weiter getragen mit der
entsprechenden Verzögerung von Dorf zu Dorf und unsere
Aufgabe bestand darin, immer im Wellental zu bleiben.
Wie die Situation vor uns aussah konnten wir aufgrund
der erhaltenen Informationen glücklicherweise gut
einschätzen, wie nah die zweite Welle hinter uns war
und von deren Existenz, haben wir erst in Nairobi per
Email erfahren. Irgendwann kam uns ein Motorradfahrer
aus Yambio entgegen, das erste sich bewegende
motorisierte Fahrzeug seit Zemio, und wir tauschten
gegenseitig Details über die Strecke aus, die von nun
an durch kilometerweise sich aneinander reihende
Wasserlöcher geprägt war, teilweise so tief, dass das
Wasser beim Eintauchen bis auf die Windschutzscheibe
schwappte und wir noch Tage später Stellen im Bus
gefunden haben, wo das Wasser durch irgendwelche
Löcher ins Wageninnere gekommen ist. Mit dem letzten
Licht des Tages erreichten wir Yambio und fuhren auf
das Gelände der katholischen Mission, wo wir in dem
Haus eines hier arbeitenden Deutschen einquartiert
wurden das z.Z. leer stand, da die UN ihn 2 Tage
vorher evakuiert hat. So konnten die Kinder das
Wohnzimmer als Spielzimmer geschützt vor neugierigen
Blicken der Einheimischen nutzen und auf der Terrasse
verbrachten wir die bis dahin romantischsten
afrikanischen Abende bei Kerzenschein, fast paradox in
diesen unruhigen Zeiten. Direkt vor dem Haus hatten
wir eine eigene Wasserpumpe und wenn wir etwas vom
Markt brauchten, der seit Beginn des Konfliktes aus
dem Dinkaviertel in das Azandeviertel gezogen war,
wurde jemand losgeschickt, es für uns zu besorgen. Bei
den obligatorischen Behördengängen zur „PS“ und zur
Alien-Police unterstützte uns Vikar Samuel genauso wie
er uns mit Nachrichten aus Maridi versorgte, die er
per Satellitentelefon von der dortigen Mission
erhielt. Bill, der Kanadier, und Denis, der Ire, zwei
Christliche Brüder die hier als Lehrer tätig sind,
erzählten uns viel über die Umstände und sprachen uns
Mut zu für unseren restlichen Weg. Sie sagten uns
auch, dass Leo und Elisa die ersten weißen Kinder
sind, die die Einheimischen zu sehen bekommen haben,
was auch die Erklärung ist für die Ausrufe der
Überraschung allerorten, wenn wir mal zu Fuß unterwegs
waren.
Am Samstag war die Welle in Maridi, Sonntag ist kein
guter Tag zum Reisen, hat Samuel gesagt, also machten
wir uns Montag in aller Frühe wieder auf den Weg. „You
just broke the first rule! Do not Stop for anyone!“,
sagte Bill lachend als wir neben ihm anhielten, denn
er war zum Abschied an die Straße gelaufen. Ich war
mir nicht ganz sicher ob das wirklich die richtige
Devise ist aber wir wurden zum Glück nicht vor die
Wahl gestellt und erreichten am Mittag bereits die
katholische Mission in Maridi. Obwohl wir zügig weiter
wollten, da der Platz nicht im Geringsten geschützt
war und man permanent von den frechen Kindern
belästigt wurde, gab es zwei Gründe die uns zumindest
für den nächsten Tag festhielten. Zum Einen hat der
örtliche „PS“-Chef, ein äußerst arroganter und
korrupter Dinka, unsere Pässe einkassiert, da er mit
dem handgeschriebenen Travel-Permit aus Tombura nicht
zufrieden war, uns aber gegen die geringe Gebühr von
100US$ ein korrektes Formular aushändigen würde, was
für uns wiederum inakzeptabel war und zum Anderen
hatten wir seit der Fahrt nach Yambio, bei der ein
Stein in einem der zahlreichen Wasserlöcher ein
kleines Stück aus unserem Getriebe geschlagen hat,
ständig mit geringem Ölverlust aus dem selben zu
kämpfen, was unsere Reichweite etwas einschränkte und
wir hofften dies hier notdürftig reparieren lassen zu
können. Die Pässe hatten wir am nächsten Tag wieder
und abends war der Ölverlust weitgehend eingedämmt und
das Getriebe komplett neu gefüllt, so dass wir am
Mittwoch früh die 400Km bis Arua/Uganda in Angriff
nehmen konnten.
Dort haben wir das erste Fahrzeug mit Weißen drinnen
angehalten und auf meine Frage, ob sie einen guten
Stellplatz für uns wüssten, haben sie geantwortet: „Du
kannst ruhig deutsch mit uns sprechen.“ Frank und
Maria aus Sachsen leiten hier die technische Mission
der Diguna (Die gute Nachricht) und haben uns mit
ihrer sehr gut ausgestatteten Werkstatt und den
interessanten Gesprächen sehr geholfen. Gewohnt haben
wir in einem kleinen Hotel, dessen Angestellte, da sie
von 7:00 Uhr morgens bis 23:00 Uhr abends arbeiten
mussten, offensichtlich ein Anrecht auf Mittagsschlaf
hatten, denn sie haben sich überall wo Platz war
schlafen gelegt, auf dem Bügeltisch und darunter,
neben der Treppe und einmal hätte ich mich fast auf
eine draufgesetzt, da sie in der Lobby auf dem Sofa
lag.
Von Arua fuhren wir nach Kampala, wo wir in einen
echten Stau gerieten und die Nacht neben einer Disco
verbrachten aber der Lärm von fröhlich feiernden
Menschen zu lauter Musik ließ uns beruhigt
einschlafen.
Gleich am nächsten Tag sind wir in einer 16 stündigen
Fahrt am Viktoriasee vorbei bis Nairobi gefahren, der
Stadt mit VW-Werkstätten und Vollversorgung für uns,
schließlich mussten wir und das Auto bis Weihnachten
wieder fit werden, wenn Axel und Sylvie mit den
Kindern uns besuchen kommen.
Kunduchi, 21.1.06
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Telefonate ohne weitere Kosten vom PC zum PC: http://messenger.yahoo.de
Am Limit Teil I
10.11. – 15.11.
Wir sind in Afrika. Deshalb können wohl getroffene
Entscheidungen, gut überlegte Pläne oder als fest
angenommene Verabredungen innerhalb von Tagen, Stunden
oder manchmal sogar Minuten einfach über den Haufen
geworfen werden und genau durch das Gegenteil ersetzt
werden, mit dem innbrünstigem Gefühl der Überzeugung
jetzt aber wirklich das absolut Richtige zu tun bzw.
um dann festzustellen, dass die Verabredung doch nicht
so wichtig ist. Die Botschaft des Sudan vertröstet uns
erst auf Nachmittags – keine Überraschung für einen
Afrikareisenden – um uns dann unsere Pässe mit dem
begehrten Visum auszuhändigen, welches zumindest in
Peters Fall nach genauerer Prüfung zurück auf dem
Campingplatz, noch niemals gültig war oder jemals sein
wird: Ausgestellt am 9.11.05 gültig bis 8.11.05! Auf
Grund der Offensichtlichkeit des Schreibfehlers
(Susannes Visum gilt bis zum 8.Dez) beschließen wir,
der Diskussion darüber an der Grenze gelassen entgegen
zusehen und auf einem weiteren Besuch bei der
Botschaft zu verzichten. Am nächsten Morgen sind wir
schon früh abfahrbereit und verlassen N’Djamena über
eine lange Brücke über den Chari auf gutem Asphalt
Richtung Süden. Bereits 110Km später, in Guelengdeng
wo die Straße nach Sarh Abzweigen soll, müssen wir
dreimal nachfragen ob der Feldweg tatsächlich die auf
der Michelinkarte eingetragene Hauptstraße sein soll
und in welche Richtung die schöne Asphaltstraße geht,
die wir mit unserer Karte überhaupt nicht in Einklang
bringen können. Am besten informiert sind in diesem
Fall immer die Araber mit eigenem Auto (Landcruiser –
das ist in Nordafrika ein Synonym). Nach einer kurzen
Rückfrage, wo wir denn generell hinwollen (ZAR),
kriegen wir eine eindeutige Antwort – Asphalt bis
Moundou dann 100Km Piste bis Goré, kein Problem. Also
wird es nichts mit dem Nationalpark, dafür sind wir
heute Abend schon in Moundou in der Nähe der Grenze
anstatt erst nach fünf bis sieben Tagen übelster
Piste. So fahren wir an der Grenze zu Kamerun durch
sumpfige Landschaft, die ideale Bedingungen für den
von den Taiwanesen hier etablierten Reisanbau bietet.
Kleine Dörfer gibt es jetzt keine mehr, vielmehr
wohnen die Leute in Familienbande in winzigen Gehöften
auf halligartigen Hügeln, bestehend aus fünf bis sechs
um einen großen gemauerten Ofen kreisförmig
angeordneten 10qm Häusern, auf deren Dächern
zahlreiche Kürbisse prächtig gedeihen. Auf einem
kleinen Markt, wo wir uns mit etwas Reiseproviant –
gebackene Süßkartoffeln und Teigtaschen – versorgen,
fragt uns eine stattliche gut gekleidete Schwarze, ob
wir in die nächste Stadt (60Km) noch einen Platz frei
haben. Ich vergewissere mich, dass sie wirklich
alleine ist, bevor ich ihr zusage, bemerke aber, dass
ich vergessen habe zu fragen, wie viel Gepäck sie
dabei hat, als ihre beiden Kinder einen Riesensack mit
was-weiß-ich-allem in unser Auto hieven, so dass Leo
und Elisa gerade noch ihre Füße in Sicherheit bringen
können. Als ich sie dann an der Ortsumgehung des
vermeintlichen Ziels frage, wo ich sie rauslassen
soll, weil wir nach Moundou weiterfahren, sagt die
Matrone, da kommt sie gleich mit, da wollte sie
sowieso hin. Also haben wir sie die weiteren 90Km auch
noch mitgenommen. Ca. 1,5 Stunden vor Sonnenuntergang
erreichen wir Moundou und bis jetzt haben wir noch
nicht viele Möglichkeiten für einen schönen
Übernachtungsplatz gesehen. Darum beschließen wir hier
zwar nach einem Hotel oder etwas ähnlichem Ausschau zu
halten, aber auf jeden Fall die Dieseltanks
aufzufüllen, um dann evtl. doch noch weiterfahren zu
können. An der Tankstelle spreche ich den Tankwart auf
sein Holsten-T-Shirt an und er erklärt mir, dass er
einen Deutschen kennt, der Matthias heißt. Das tue ich
auch, sage ich ihm, aber um einer Diskussion um
potentielle gemeinsame Bekannte vorzubeugen, füge ich
hinzu, dass es davon viele gibt in Deutschland. Da
guckt er mich etwas erstaunt an und versichert mir,
dass sein Matthias hier in Moundou wohnt, zusammen mit
seiner Frau und seinen zwei Kindern. Das lass ich mir
genauer erklären und keine 10 Minuten später stehen
wir auf dem Hof des christlichen Jugendkulturzentrums
und unterhalten uns mit Melina, der amerikanischen
Frau von besagtem Matthias. Wir werden sogar zum
Abendessen eingeladen, während dessen wir einen
Einblick in ein ganz anderes Leben von Europäern in
Afrika bekommen, als wir es bis jetzt gewohnt waren.
Ganz ohne Hausangestellte und ohne alle anderen
kolonialistischen Gepflogenheiten, die sonst fast
selbstverständlich zu sein scheinen und von großem
Haus mit Pool bis zur Mitgliedschaft im Lionsclub o.ä.
reichen können, leben sie hier ohne die möglichen
Annehmlichkeiten aber natürlich mit allen ortsüblichen
Schwierigkeiten, wie nicht durchgehender Strom- und
Wasserversorgung oder Lebensmittelbeschaffung
teilweise in N’Djamena etc., um einigen
leistungsbereiten jungen Menschen eine Ausbildung und
die nötige Lebenshilfe zu geben, damit sie ihr Leben
auf einem etwas höheren Niveau führen können. Wir
empfinden viel Respekt für die Beiden.
Tagsdarauf unterhalten wir uns noch ein wenig mit
Melina bevor wir aufbrechen und die gute Asphaltstraße
verlassen. Auf der Piste nach Goré tauchen wir nun in
den grünen Tunnel ein, den die immer dichter werdende
Vegetation um die einspurige rote Fahrspur baut, und
den wir, abgesehen von der vergleichsweise kurzen
Teerpassage vor und nach Bangui, erst ca. 2.700Km
später (ungefähr Berlin-Lissabon) wieder verlassen
werden. Von Goré sind es noch 20 mühsame Kilometer bis
zur Grenze und ich weiß nicht warum, aber irgendwie
denkt man immer im nächsten Land wird alles besser.
Deshalb zahle ich gerne die 3’ CFA beim Zoll (sogar
gegen Quittung) für den Stempel im Carnet und
diskutiere auch nicht lange an dem letzten
Kontrollpunkt wegen der weiteren 3’ CFA für gar nichts
und ohne Quittung. Wie überrascht bin ich dann nach
der Durchquerung des Grenzflusses an der
vermeintlichen Einreisestation der ZAR, als die
Staatsgewalten dreigeteilt (Police, Gendarmerie,
Custom) mit weitaus höheren Forderungen auftreten ohne
irgendwas zu leisten, da es sich hier lediglich um die
erste Kontrolle handelt. Da aber sogar die Fahrer und
Passagiere der einheimischen öffentlichen
Transportmittel (voll beladene Pickups) wortlos ihren
Obolus entrichten, gehen mir die Argumente aus und ich
versuche es als eine Art Eintrittsgeld zu betrachten
für die Vorstellung, die der plumpe Soldat in
Vortäuschung irgendwelcher sinnlosen Registrierungen
auf zerknülltem Schmierpapier bietet, als er versucht
meine Passnr. Aus dem auf dem Kopf stehenden Pass
abzuschreiben während sein Maschinengewehr bei jedem
Ansetzen des Stiftes von der Schulter rutscht und
entweder gegen den Tisch oder sein Schienenbein haut.
Die tatsächliche Erledigung der Einreiseformalitäten
findet dann ein paar Kilometer später statt. Der Zoll
verlangt wieder unverschämt viel Geld, lässt sich aber
runterhandeln und stempelt tatsächlich das Carnet ab.
Die Gendarmerie ist so dienstbeflissen, freundlich und
korrekt, dass wir spontan beschließen nach der
Möglichkeit des Nachtlagers zu fragen, da die
Tageszeit ob der vielen Verhandlungen bereits soweit
fortgeschritten ist. Daraufhin wird uns sogar der Chef
der Station vorgestellt und es stellt sich heraus,
dass er früher in Obo stationiert war, in der Nähe der
Grenze zum Südsudan, also in dem Gebiet, über das wir
immer noch Informationsbedarf haben, da es sich hier
um den schwierigsten Teil unserer Route handelt. Ich
lasse mir alles ganz genau erklären, hake mehrmals
nach und versuche die Qualität der Piste zu
beurteilen, indem ich ihn nach möglichen Tagesetappen
befrage, da solche Attribute wie „bon“, „trés bien“,
„mauvais“ oder „trés mauvais“ völlig aussagelos sind,
wenn man nichts über die Wertmaßstäbe der Person weiß.
Über die Strecke bis Bangui sagt er, man schafft sie
an einem Tag, das einzige Problem stellen die „coupeur
de la route“ dar, gemeint sind die korrupten
Polizeikontrollen, die sich auf anderer Leute Kosten
zu bereichern versuchen. Aber wer weiß ob sie
überhaupt ihren Lohn erhalten oder ob es ihnen wie dem
örtlichen Lehrer geht, der 10 Monate kein Gehalt
bekommen hat bis er seine Sachen gepackt hat und
woanders Arbeit gesucht hat. Jetzt gibt es hier halt
keine Schule mehr und die hiesigen Kinder kriegen
weder Bildung noch Disziplin beigebracht. Nachdem wir
ins Bett gegangen sind hören wir aus dem benachbarten
Ort den Klang von Holztrommeln und Gesang, es ist
Freitagabend und wir sind definitiv in Afrika, wo der
ewige Widerspruch herrscht zwischen wilder Romantik
und absoluter Sinnlosigkeit.
Die nächsten beiden Tage sind in meinem
Stichpunkttagebuch jeweils mit „nervigster Tag bisher“
gekennzeichnet. Die Piste ist überraschend flott, man
fährt mit bis zu 60 Km/h, alle 5-10Km öffnet sich der
grüne Tunnel etwas und man passiert ein Dorf, dessen
Bewohner alle ausnehmend freundlich sind aber leider
kann man das alles nicht genießen, da man nur von dem
einen Gedanken beherrscht wird: Wann kommt die nächste
Polizeikontrolle und wie ist die beste Taktik sie
schnell und kostengünstig zu überwinden. In unserer
Routenbeschreibung steht, das nach irgendwelchen
Fehlern am Fahrzeug gesucht wird, aber diese
Beschreibung ist 10 Jahre alt und auch die Polizisten
haben dazugelernt. Sie benötigen überhaupt keine
Rechtfertigung – Du willst an der Schranke vorbei also
musst Du bezahlen- und das alle 40Km. Am perfidesten
zeigte sich der Zoll an der Eingangskontrolle von
Bossangoa, der ernsthaft damit droht das Auto an die
Kette zu legen, wenn nicht die 5’CFA bezahlt werden.
Als ich das Geld aus dem Auto geholt habe sagen sie,
nicht „cinq“ sondern „quinze“, ob ich irgendwas an den
Ohren hätte. Beim widerwilligen ausfüllen der
Quittung, auf die ich bestehe, murmelt er zehnmal
„quinze“ und tut so als wenn er nicht schreiben kann,
bis dann endlich „cinqe“ dasteht. Ich bin stocksauer
und darunter leidet dann das Auto, da ich etwas
ungestümer fahre und die eigentlich freundliche
Bevölkerung, weil wir mit dem ganzen „Pack“ nichts
mehr zu tun haben wollen. Bis zum Abend haben wir sage
und schreibe 250Km geschafft, sind also ca. 5 Stunden
gefahren und haben weitere 5 Stunden für sinnlose
Diskussionen mit unangenehmen Leuten verbracht, die
einen wie den letzten Dreck behandeln, obwohl sie
teilweise 20 Jahre jünger sind, die keinen Respekt und
keinen Stolz haben, nicht mal für ihr eigenes Land.
Eigentlich wollten wir in Bossembele, der nächsten
größeren Stadt bei der Mission übernachten, aber
soweit sind wir gar nicht gekommen. Deshalb
entscheiden wir uns bei einem alleinstehenden Haus mit
dem Schild „Chef de Village“ zu fragen. Als wir auf
den Vorplatz des Hauses fahren, tritt sogleich der,
wie ich später bemerken muss, äußerst angetrunkene
Chef persönlich vor die Tür und versichert uns
mehrmals, dass es für ihn eine große Ehre ist wenn wir
bei ihm stehen und er alles in seiner Macht stehende
tun wird, damit wir eine ruhige Nacht verbringen.
Seinen Söhnen, die einen sehr aufgeweckten Eindruck
machen, ist der Zustand des Vaters ein wenig peinlich
und sie übersetzen uns immer wieder wenn wir das
Gelalle des Vaters partout nicht verstehen können.
Außerdem erklären sie uns ganz genau wie ihre
Maniokwirtschaft funktioniert während Susanne die
ganze Familie mit Tee aus Teebeuteln überrascht. Von
den 18 Kindern, die die Frau des Hauses zur Welt
gebracht hat, waren allerdings nur 12 anwesend. Wir
erklären ihnen, dass wir sehr müde sind und früh
schlafen gehen möchten und sie halten sofort
respektvoll Abstand, so dass wir uns in Ruhe waschen
können.
Am nächsten Tag sind wir von den endlosen Kontrollen
dermaßen genervt, dass wir beschließen an Bangui
einfach vorbei zufahren, um wenigstens die Kontrollen
in der Stadt zu umgehen, und direkt über Sibut weiter
nach Osten, so schnell wie möglich aus diesem Land
heraus. Doch an dem letzten Kontrollpunkt vor Bangui
steht vor uns ein Geländewagen mit 4 jungen Franzosen
auf einem Ausflug, von denen uns Laurent zu sich in
sein Haus einläd und Adrien sich anbietet uns eine
gefälschte „Ordre de Mission“, ein Art Passierschein
für die Kontrollen, zu besorgen. Diese Aussicht lässt
uns unsere Entscheidung wieder revidieren und wir
verbringen den Rest des Tages im „Grand Café“ von
Bangui wartend auf die Frabzosen bei allerlei
Leckerein und Satellitenfernsehen. Abends kommen die 4
zurück und nachdem mich Laurent mit den drei goldenen
Regeln der Polizeikontrollen vertraut gemacht hat –
nicht aussteigen – nicht den Motor abschalten – keine
Originalpapiere herausgeben – kommt Adrien mit einer
druckfrischen „Ordre de Mission“ auf dem Briefpapier
des Ministers und mit seinem Stempel, nach der wir bis
zur Grenze des Sudan Kontakt mit den Jägern vom Stamme
der Pygmäen aufnehmen sollen, dass es dort gar keine
Pygmäen gibt, gerät dabei zur Nebensache. Wir
quatschen noch bis spät in die Nacht und stehen doch
pünktlich auf um Punkt 3 der goldenen Regeln in
Angriff zu nehmen: mehrere zertifizierte Fotokopien
aller wichtigen Dokumente. Die Kopien machen wir bei
Laurent im Büro und der nutzt die Gelegenheit mich dem
hiesigen GTZ (Gesellschaft für technische
Zusammenarbeit) Leiter Hajo von Hörsten vorzustellen.
Wir sind uns sofort sympathisch und verabreden uns
spontan zum Mittagessen. Vorher gehe ich ins Rathaus
um die Kopien beglaubigen zu lassen, merkwürdigerweise
werden die Originale dafür nicht benötigt. Das
anschließende delikate Mittagessen hat uns nicht nur
körperlich gestärkt, die ausgesprochen angenehme,
aufrichtige und unkomplizierte Art von Hajo hat
unserer Seele nach den vorausgegangenen Erlebnissen an
den Polizeikontrollen gut getan und er hat abends
sogar noch eine Einladung zum Geburtstag verschoben um
uns am „Bangui Plage“, ein Restaurant am Ufer des
Oubangui mit Blick auf die Demokratische Republik
Kongo, noch ein paar Momente zu verbringen.
Tags darauf wollten wir nach einem Ausflug in die City
auf keinen Fall gegen irgendeine Verkehrsregel
verstoßen und landen direkt vor dem Präsidentenpalast
in einer Sackgasse, sofort von allen Seiten von
Soldaten bestürmt, die dachten sie könnten uns jetzt
ausquetschen aber wir haben nur die Kopien
herausgegeben und wurden zähneknirschend mit dem
Auftrag entlassen, mit den Originalpapieren zurück
zukommen. Na klar .
Nach erfolgreicher Absolvierung dieser kleinen
Trainingseinheit verbrachten wir den Nachmittag damit
die aus Deutschland mitgebrachten Vorräte an
Leberwurst, Lachs, Salami und Schinken von Hajo zu
vernichten. Ich glaube wir sind bei ihm eingefallen
wie die Heuschrecken aber wir haben uns dabei gut
unterhalten. So konnten wir frisch gestärkt und wohl
präpariert der nächsten Etappe in den Sudan entgegen
sehen.
Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein
gesundes neues Jahr.
Susanne, Leo, Elisa, Peter
Tiwi Beach, 19.12.05
PS: Ich habe unter
http://uk.groups.yahoo.com/group/slep_afrika/files/
nochmal alle Berichte ins Netz gestellt, da sind dann
auch alle mit Fotos dabei (Schnoesel, Buergermeister).
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N’Djamena
30.10. – 8.11.
Drei Tage dauerte es, bis das Autoinnere vom
Lateritstaub befreit war. Susanne bearbeitete
Systematisch eine Abteilung nach der anderen. Ich
versuchte die Quellen des Übels zu lokalisieren und
beseitigte hier und da einige Undichtigkeiten, in der
Hoffnung, auf der nächsten Piste den Staub sinnvoller
weise einfach draußen lassen zu können. Die Kinder
beschäftigten sich derweil selbst am Pool oder
verspielten den Tag mit Armeen von Bottle-Tops
(Kronkorken). Abends verwöhnten wir unsere Seelen mit
gutem und reichlichem Essen in einem der Restaurants
im Hotel. Die Schweden, die immer betont haben, dass
es zu den Prinzipien ihrer Reise gehört, sich immer
das nächste benötigte Visum direkt Vorort zu besorgen,
holten sich wie selbstverständlich die Visa für
Kamerun. Wir, die Hauptstädte eigentlich nicht so
mögen und die auch die Abhängigkeit von Institutionen
wie Botschaften nicht besonders schätzen, gingen am
Dienstag erwartungsvoll zu der sudanesischen
Vertretung um unser Ansinnen, die Verlängerung unserer
Visa, dort vorzutragen. Doch dazu kamen wir gar nicht,
da die gesamte Belegschaft in Anbetracht des am
Donnerstag stattfindenden Zuckerfestes, dem Ende von
Ramadan, beschlossen hat gleich die ganze Woche blau
zu machen. Vielleicht ist es ja doch eine
Einstellungssache, wie man die Dinge angeht. So hatten
wir jedenfalls reichlich Gelegenheit die kleinen
versteckten Paradise zu entdecken, dieser sonst recht
verslumt wirkenden Hauptstadt des Landes, in der man
nicht mal merkt, wenn es einem gesagt wird, dass man
sich auf der „Champs de Lysee“ von N’Djamena befindet.
Da gab es die Patisserie „La Marquise“ mit
sensationell leckeren Törtchen, Kuchen, Croissants
etc., das Restaurant und Bar „Le Carnivore“ mit den
besten Nachtischen einschließlich Zitroneneis für Leo,
die Snackbar „Chez Chou Chou“ mit
Schwarzwälder-Kirsch-Torte, Kebab, Hamburgern,
Omelette und wirklich aufmerksamer und schneller
Bedienung und das „Savana“, welches wir bis heute noch
nicht ausprobiert haben. Ansonsten vertrödelten wir
die Tage bis Montag bzw. widmeten uns der Pflege des
Wagens, der Wäsche und der Bildung unserer Kinder.
Am Montag saßen wir pünktlich um neun Uhr in dem
Warteraum der sudanesischen Botschaft (ein etwas hoch
gegriffener Ausdruck für die Kammer), um nach 2,5
stündigem rumsitzen zu erfahren, dass eine
Verlängerung unseres in Berlin ausgestellten Visums
nur in Berlin möglich ist aber man kann uns ein neues
Visum erteilen, sofern wir ein Empfehlungsschreiben
der deutschen Botschaft vorlegen können. Also sogleich
dorthin gefahren. Diese bedauert jedoch
außerordentlich, da so etwas nur für Geschäftsreisen
ausgefertigt wird. Mit dem neuen Argument, dass wir ja
nur Touristen sind, lassen sich die Sudanesen
allerdings nicht überreden und stellen noch mal klipp
und klar fest, ohne Brief kein Visum, nach dem Motto,
wenn nicht mal eure Botschaft etwas für euch tut,
warum sollten wir das dann machen. Also wieder zur
deutschen Botschaft aber die hat inzwischen
gesclossen. Etwas niedergeschlagen erörtern wir die
Alternativen, die von „Während der Regenzeit durch den
Kongo fahren“ über „In Bangui (Hauptstadt der
Zentralafrikanischen Republik) das gleiche noch mal
probieren“ bis zu „Nach Berlin fliegen und das Visum
da besorgen“ reichen.
Am Dienstag früh laufen wir wieder energisch in der
Vertretung unseres Landes auf und bringen den völlig
überarbeiteten Sekretär, nicht zu letzt mit der
Forderung nach dem ersatzweise auszustellenden
Negativ-Bescheid, dazu, uns das begehrte Schriftstück
auszuhändigen. Nun war es für die Sudanesen auch kein
Problem mehr und wir können morgen, am Mittwoch, gegen
zwölf Uhr die Pässe inkl. Visa abholen. D.h. wir
werden am Donnerstag wieder Richtung Süden aufbrechen
und wenn alles gut läuft in der Nähe von Sarh unseren
ersten Nationalpark besuchen.
Bis dahin
Susanne, Leo, Elisa, Peter
N’Djamena 9.11.05
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In den Tschad – Von Agadez nach N’Djamena
Richtung Süden zu fahren bedeutet zunächst die 300Km
lange Strecke von Agadez in die Stadt Zinder zu
bewältigen. Diese war zu Kolonialzeiten die Hauptstadt
des Landes und das sollte, laut Afrika-Buch auch noch
zu erkennen sein. Die Wirklichkeit war dann doch
ziemlich ernüchternd. Heruntergekommene Bauten und
wirklich überall zum Teil brennende Müllberge wirken
auch im sonst schmeichelnden Abendlicht äußerst
abstoßend. Außerdem war deutlich zu spüren, dass wir
das Wüstenklima verlassen hatten, die Hitze war
feuchter, wir schwitzten, es gab viel mehr Grün. Wir
mieteten uns auf dem Hinterhof des Hotels „Zentral“
ein und hofften nach der Besichtigung von Toilette und
Dusche in einem Nebengebäude des Hofes, dass wir nur
so kurz wie möglich hier verbringen müssten. Diese
Hoffnung war allerdings vage und von der Befürchtung
überlagert, dass der kaputte Keilriemen, der uns
gerade noch hierher gebracht hatte, nicht so schnell
zu ersetzen sein würde, da schon mehrere Versuche
einen passenden Keilriemen zu finden, in Agadez
fehlgeschlagen waren. In solchen Situationen tauchen
ja erfahrungsgemäß immer wie durch Zauberei die
schmierigsten Typen auf, die einem alle auf jeden Fall
helfen können, da sie die tollsten „business-men“
sind. Hier die fähigen, echten Helfer von den Idioten
zu unterscheiden fällt uns mittlerweile nicht mehr
schwer. Ein wirklich netter Mechaniker erklärte sich
bereit bis zum nächsten Nachmittag einen Keilriemen
aus dem benachbarten Nigeria zu besorgen. Mit der
Hälfte des ausgehandelten Geldes verschwand er und wir
gingen den Beschäftigungen des Reise-Alltags nach.
(Schule/Kinder, Waschen/Susanne, Technik
Instandhalten/Peter)
Am nächsten Tag erschien zu unserer Freude tatsächlich
der Mechaniker mit einem Original-VW-Keilriemen. In
seinem Schlepptau befand sich allerdings wieder einer
dieser Schmierlappen, der nun auch für welche Dienste
auch immer seinen Lohn forderte. Da er ständig zu
dicht an uns herankam und nicht einmal konkrete
Forderungen stellen konnte, bedurfte es erst einiger
mit lauter Stimme hervorgebrachter „Zurechtweisungen“
bis er sich mit einem Kleingeld endlich trollte. Wir
beschlossen daraufhin unseren Übernachtungsplatz für
die kommende letzte Nacht auf den benachbarten
Kirchhof zu verlegen, dort hatte man uns schon
herzlich eingeladen. Auf dem letzten kurzen Weg durch
die Stadt sahen wir plötzlich zwei spazierende Weiße,
sehr ungewöhnlich, alle Mitarbeiter diverser
Organisationen oder Firmen fahren in geschlossenen
Fahrzeugen. Natürlich sprachen wir uns an und zu
unserer Überraschung waren dies auch „Reisende“, ein
schwedisches Paar, Mitte fünfzig aus der Nähe von
Trelleborg. Es stellte sich schnell heraus, dass auch
sie auf derselben Route in den Tschad reisen wollten.
Die Nordumfahrung des Tschadsees wurde in unserem
Routenbuch als selten befahren und nicht ganz einfach
beschrieben (letzte Beschreibung außerdem aus dem Jahr
2000). So waren beide Seiten wirklich froh über die
Fügung des Treffens und wir vereinbarten für den
nächsten Morgen die Abfahrt unseres kleinen
„Ensemble“, wie es dann bei sämtlichen
Polizeikontrollen immer heißen sollte und was uns auch
gleich viel unverdächtiger machte.
Auf Asphalt mit riesigen Schlaglöchern fuhren wir
zunächst bis zur „Stadt“ Nguigmi. Wenn die Straße
nicht unsere ganze Aufmerksamkeit forderte, so konnten
wir den Rufen der Kinder folgen und uns auch die
vielen Kamelkarawanen, Rinderherden oder bunt
gekleideten Frauen und Kindern auf Eseln ansehen.
Besonders die Frauen winkten und lachten oft und
fröhlich wenn wir angeschaukelt kamen. Die
Savannenlandschaft wurde nun manchmal von
wüstenartigen Ausschnitten unterbrochen. Wolken von
Schmetterlingen „vernebelten“ manchmal die Sicht,
verschwanden dann aber genauso abrupt wie sie
auftauchten. In der Oasenstadt Nguigmi (die allerdings
nichts malerisches an sich hatte) versuchten wir mehr
über die nun beginnende Piste um den Tschadsee in
Richtung Hauptstadt N’Djamena und die Aus- und
Einreiseformalitäten Niger/Tschad herauszukriegen.
Unterstützt von einem hilfreichen Herrn (der uns
zeigte, dass er sogar im Buch „Durch Afrika“ als
Experte erwähnt wird) erledigen wir Ausreise Niger und
das Finden des Pisteneinstiegs. Schon jetzt bekommen
wir eine Ahnung was uns erwarten würde: eine
Tiefsand-Hauptspur, für uns durch die LKW-Ausfahrung
der Spurrillen nicht befahrbar (zu hohe Mitte =
sofortiges Steckenbleiben und Eingraben). Also müssten
wir immer selbst die Nebenspur (von denen es mehrere
gab) suchen und dabei die Hauptrichtung nicht aus den
Augen verlieren.
Kurzum, nach 2 Tagen hatten wir dann tatsächlich die
500Km „nördliche Umfahrung des Tschadsees“ geschafft
und rollten ziemlich erschöpft und mit Feinstaub in
jeder Pore in der Hauptstadt des Tschad ein. Der
hinter uns liegende Weg gehört wohl zu denen, der eine
einmalige Erfahrung bleiben wird. Das Fahren bestand
aus einem wilden Gekurve in Tiefsand, wechselnd mit
Durchfahrung von ausgetrocknetem Seegrund und dem
Überqueren von Kleindünen. Sehr behindernd hier waren
ganze Wälder kleiner Akazien, die das nötige
Schwungholen im Tiefsand oft unmöglich machten. Die
dann endlich erreichte sogenannte Laterit-Piste erwies
sich, da noch nicht fertig bearbeitet, als
Superfeinstaub-Schleuder, was die Freude über die
Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit sehr
dämpfte.
Die Hauptstadt N’Djamena entspricht voll den
Erwartungen an eine Stadt im afrikanischem Sinne. Auch
die Häuser im Stadtkern haben nicht mehr als 2
Stockwerke und überall lagern kleine Händler und
Familien unter aufgespannten Planen. Die Stadt liegt
am Fluss Chari und die große Einfallstraße ist geprägt
von den Teppichwäschern, welche Teppiche aller Art
erst im Fluss spülen und dann auf den benachbarten
brennenden Müllbergen (!!!) zum Trocknen auslegen.
Wieder einmal große Augen nicht nur unserer Kinder.
Wir haben uns hier in N’Djamena im Wirtschaftshof des
Novotel-Hotels einquartiert, sehr schön unter großen
Bäumen. Alle Annehmlichkeiten des Hotels
einschließlich Pool (ausschließlich für dessen Nutzung
wir einen Betrag beim Wirtschaftschef bezahlen
mussten) stehen uns zur Verfügung und so sehen wir der
Bewältigung des nächsten auftauchenden Hindernisses
mit Kampfeslust entgegen: Verlängerung unseres
Sudanvisums. Das wird nur hier möglich sein, da wir
bei unserem nächsten Reiseziel (Zentralafrikanische
Republik) die Hauptstadt Bangui auf Empfehlung auf
jeden Fall meiden wollen.
Bis dahin
Susanne, Leo, Elisa, Peter
N’Djamena, 3.11.05
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Unsere Zeit mit dem kleinen Bürgermeister
(wir mussten leider das Attachment mit den Fotos
rausnehmen, da es zu gross war)
Für Susanne und mich ist die Sache eigentlich
entschieden. Durch die Aussage der Reiseagentur aus
Agadez uns von jedem Punkt der Strecke notfalls
abzuholen (dank GPS und Satellitentelefon), erhalten
wir die benötigte Sicherheit, Mammadou stärkt außerdem
unser Selbstbewusstsein indem er immer wieder
Vergleiche zwischen unserem Auto und den hier üblichen
Schrotthaufen anstellt. Heute werden wir unsere
Wasser- und Treibstoffvorräte auffüllen und am
Nachmittag fahren wir los. Da kommt der kleine
Bürgermeister zu uns auf den Hof und sagt, er wäre
bereit bei den Spritkosten ein Zugeständnis zu machen,
für 650 Euro bringt er uns nach Agadez. Ich schaffe es
ihn auf 580 zu drücken und er willigt ein, unter der
Bedingung, dass wir von nun an bei ihm wohnen werden,
selbstverständlich umsonst. Außer dem sonst üblichen
Lehmboden gibt es in seinem Hof sogar einige
Quadratmeter Gras und ein paar Grünpflanzen, zwischen
denen sich, fast wie im Zoo, ein Pfau, eine Art
Großtrappe, zwei Enten, eine verletzte Junggazelle und
natürlich mehrere Mäuse tummeln. So wie wir da stehen
und die Tiere betrachten, werden wir ständig von den
zahlreichen Angestellten des kleinen Bürgermeisters
beobachtet, was das Wohlbefinden etwas einschränkt.
Unser Gastgeber kommt uns dann und wann besuchen,
setzt sich wie selbstverständlich immer auf den
bequemsten unserer Stühle und nimmt sogar die
Einladung zu einem Kaffee an. Meine überraschte Frage,
ob er kein Ramadan macht, beantwortet er lapidar, das
ist nicht sein Ding, solange auf irgendeinen Genuss zu
verzichten und außerdem muß er als Bürgermeister ja
auch soviel arbeiten, dann geht das gar nicht. Sani,
sein Fahrer und sehr fähiger Mechaniker, hat sich
später mir gegenüber mal über ihn lustig gemacht, dass
der kleine Bürgermeister permanent ein Nickerchen
macht, während er (Sani) entweder ihn fährt, das Auto
repariert und dabei zwischendurch auch noch Tee kochen
muss wenn der Chef danach verlangt, sofern nicht
irgendwelche Bekannten des kleinen Bürgermeisters ihr
Auto zum reparieren vorbeibringen. Obwohl wir in der
Woche viel Zeit miteinander verbracht haben, sah ich
ihn nur zweimal etwas geschäftliches tun, in Dirkou
wurden nur widerwillig 4 Geburtsurkunden
unterschrieben und in Agadez mussten mindestens 5
Papiere des Präfekten abgestempelt werden, ein äußerst
anstrengende und die ganze Kraft fordernde Arbeit.
Gleich bei einem seiner ersten Besuche verkündet er
uns, dass die Abfahrt erst Mittwoch, also übermorgen
stattfindet, da das Auto erst noch reisefertig gemacht
werden muss (Stoßdämpfer, Federn, Reifen und div.
Motorteile wechseln) und er am Dienstag noch mal den
Präfekten von Bilma besuchen wollte. Als er dann am
Dienstagabend aus Bilma zurückkehrt, hat er seinen
Freund den Präfekten gleich mitgebracht, da der sich
diese günstige Gelegenheit auf eine Sause in Agadez
natürlich nicht entgehen lässt.
Mittwoch früh um 5:00Uhr trifft sich dann die ganze
Reisegesellschaft vor der Tür des kleinen
Bürgermeisters. Der Präfekt sitzt in seinem
Dienstwage, ein grüner Toyota Pickup, mit seiner
Zweitfrau und seiner jüngsten Tochter vorne neben dem
Fahrer, auf der Ladefläche oben auf dem ganzen Gepäck
nehmen sein Leibwächter mit seinem Vorgesetzten, ein
Polizist auf dem Weg nach Niamey, sowie 2 Frauen mit
einem Baby, einem Kleinkind und einem 10jährigen
Mädchen Platz. Im geschlossenen Landcruiser des kleine
Bürgermeisters sitzt der Chef vorne auf dem
Beifahrersitz und hinten quetschen sich
„Kannstmalrauskommen“ (den Satz hat er irgendwann bei
uns aufgeschnappt und wiederholt ihn nun bei jeder
Gelegenheit) mit seinen Kumpels auf die Rücksitzbank,
der Rest des Platzangebotes ist mit
30l-Plastikkanistern voll Benzin, Ersatzreifen, ca.
20-30 Baguettes und allerlei anderem Esskram
ausgestopft. Der kleine Bürgermeister ist der einzige,
der kein GPS dabei hat, er ist aber auch der einzige,
der den direkten Weg von Dirkou nach Abre de Ténéré
kennt und fährt deshalb voraus. Zwischen dem Präfekten
und uns, den Finanziers der ganzen Sache, gibt es
kurzfristig ein kleines Gerangel um den nachfolgenden
Platz in der Kolonne, das der Präfekt zunächst für
sich entscheiden kann. So donnern wir mit 80-90 Km/h
schräg hintereinander durch die Nacht. Der Untergrund
ist anfangs noch fester Sand und wird dann immer öfter
von dem so genannten Cram-Cram durchsetzt, eine
büschelartig auftretende Grasart mit unangenehmen
Kletten, die sich sogar direkt auf der Haut verhaken.
Meist gehen die Cram-Cram-Felder mit weitläufigen
Tiefsandpassagen einher und die vorausfahrenden
Fahrzeuge hinterlassen schlingernde Spuren auf der
Suche nach etwas festerem Untergrund. Als dritter
können wir die Situation natürlich am besten
beurteilen und besitzen die Unverfrorenheit beinahe
den Präfekten zu überholen. Das kann der Fahrer
desselben aber gerade noch mit einem entschlossenem
Lenkmanöver vor unseren Kühler verhindern. Da ich
nicht aufs Ganze gehen will, bleibt uns nur die
Sandbleche rauszuholen und uns wieder frei zu buddeln.
Wenigstens ist der Präfekt so anständig seine Leute
uns zu Hilfe zu schicken, nachdem er wieder eine feste
Stelle unter den Rädern hat. Ich denke schon, ich bin
der blöde Fremde, der mit den Verhältnissen hier nicht
klar kommt, als der kleine Bürgermeister mit buddeln
an der Reihe ist. Wir nutzen derweil die Gelegenheit
zur kurzen Pause (dem Bürgermeister wird nicht
geholfen) und alle kommen, wie auch bei den späteren
Pausen, zu unserem Auto, um die Inneneinrichtung und
unser Navigationssystem zu bewundern. Besonders der
Präfekt zeigt sich beeindruckt von unserem
„formidablen“ Gefährt und ich betone immer, dass es
sich hierbei um unser Haus für die nächsten Monate
handelt. Als es weitergeht, wird die Landschaft
deutlich eintöniger, vermutlich auch ein Grund für den
kleinen Bürgermeister erst einmal ein wohlverdientes
Nickerchen zu halten. Irgendwann ist vom Präfekten
nichts mehr zu sehen, ich weiß gar nicht wie ich es
geschafft habe, mich an ihm vorbei zuschmuggeln. Wir
halten an und man bedeutet uns der ist irgendwo weiter
hinten mit Reifenproblemen stecken geblieben. Es
scheint aber sonst weiter keinen Grund zur Besorgnis
zu geben, denn jetzt wird erstmal was zu essen
rausgeholt. Als der Präfekt dann eine halbe Stunde
später bei uns eintrudelt, ist er fast ein wenig
ungehalten, wie er die abgenagten Hühnchenknochen und
die leeren Ölsardinendosen im Sand liegen sieht. Den
kleinen Bürgermeister berührt das jedoch nicht, er
steigt ein und weiter geht’s.
Bei der etwas längeren Mittagspause am Abre de Ténéré,
ein komischer Ort mit einem 30m tiefen Brunnen und
einem merkwürdigen Metalldenkmal für einen hier
ehemals stehenden Baum (daher der Name), müssen die
Fahrer die ganzen (3) bisher zerschlissenen Reifen
reparieren, vielmehr Reserveräder waren auch nicht
mehr vorhanden und es liegen immer noch 260Km vor uns.
Wir sitzen unter unserer Markise im Schatten, essen
soeben zubereitete Suppe, pumpen die soeben
reparierten Reifen der anderen mit unserem Kompressor
wieder auf und „kannstmalrauskommen“ lässt sich zu der
Aussage hinreißen, unser Auto ist kein „maison“
sondern „une ville“.
Im weitern Verlauf der Fahrt gibt es noch
Abstimmungsprobleme, wann und wo das Abendgebet und
das Abendbrot stattfinden wird, dem Präfekten schien
ersteres mehr am Herzen zu liegen während der kleine
Bürgermeister wohl mehr an letzteres dachte. Aber auch
das konnte geklärt werden und wir fahren auf sich
durch ausgetrocknete Flussbetten windende Spuren durch
die Dunkelheit Richtung Agadez. Da wir weder die
Strecke kennen, noch bereit sind unserem Auto
irgendeinen Schaden zuzufügen, fahren wir deutlich
langsamer als die anderen und fallen weit zurück. Ich
frage mich schon, wie der kleine Bürgermeister sicher
stellen will, das wir (und damit sein Lohn) ihm jetzt
nicht mehr abhanden kommen, schließlich ist der Weg
nicht mehr weit und einfach zu finden, als plötzlich
das Auto des Präfekten am Wegesrand steht und der
Fahrer uns bedeutet, an ihm vorbei zu fahren. Jetzt
haben sie uns also in der Mitte und der Präfekt muss
in unserer Staubfahne fahren. Nach 17 Stunden Fahrt,
um 22:00Uhr kommen wir in Agadez an und beziehen in
einem geräumigen Hof mit sauberer Dusche und klo bei
einem Freund des kleinen Bürgermeisters Quartier.
Am nächsten Tag machen wir einen kleinen Statdbummel
und haben beim Rückweg einige Schwierigkeiten in dem
hellbraunen Lehmhauseinerlei wieder nach Hause zu
finden und als wir abends trotz sorgfältig gemerkter
Orientierungspunkte aus dem Restaurant kommen, müssen
wir tatsächlich das GPS einschalten.
Die Zeit in Agadez ist geprägt von Besuchen des
Präfekten und des kleinen Bürgermeisters, der
inzwischen schon völlig ungeniert in den auf unserem
Tisch herumliegenden Essenssachen herumstöbert und
dabei „Maisbrei“ oder „Schmalibuh“ vor sich
hinmurmelt. Sani bringt inzwischen alle Autos, auch
unseres, wieder auf Vordermann und der Präfekt erzählt
uns, dass heute drei Flugzeuge mit Touristen gelandet
sind. Offensichtlich haben sich die beiden die Zeit am
Flugplatz vertrieben und da ich interessehalber
nachgefragt habe, erhält der Bürgermeister sofort eine
Rüge, warum wir nicht im Vorfeld über dieses
bedeutende Ereignis informiert wurden, dann hätten wir
auch zugucken können. Als Ausgleich soll es heute
Abend zu einer kleinen Veranstaltung gehen. Um
20:00Uhr werden wir abgeholt und es geht im Eiltempo
in einen großen Hof mit vielen Fahnen und Soldaten.
Sani erzählt uns, wir sollen sitzen bleiben, hier sind
wir beim großen Gouverneur aber die Veranstaltung ist
woanders. Kurz darauf springt alles in die ca. 15
Fahrzeuge und mit Polizeieskorte und Warnblinklicht
geht es zur nächsten Station, unser Bus immer
dazwischen mit dabei. Wir sind noch etwas
unentschlossen, während alle anderen bereits im Haus
verschwunden sind und sich in die an den Wänden
platzierten Stühlen gesetzt haben. Der kleine
Bürgermeister kommt uns holen, wir betreten als letzte
den Raum, der Präfekt bedeutet, uns wir sollen dem
Gastgeber begrüßen und der kleine Bürgermeister stellt
uns die verschiedenen Leute vor, denen wir allen
einzeln die Hand schütteln: Der Sultan von Agadez
(oberster Tuareg des Air), der Tourismusminister vom
Niger, der Minister für Kommunikation vom Niger, der
Polizeipräfekt von Agadez und noch einige andere
wichtige Leute. Schade das Elisa zu diesem Zeitpunkt
krank bei uns im Auto geschlafen hat, diese Ereignis
hätte ich ihr auch gegönnt. Nachdem wir ca. 5min etwas
fassungslos da gesessen haben, springen alle wieder
auf und in eiliger Hast geht es zur nächsten Station,
eine kurze Hotelbesichtigung und dann weiter zur
eigentlichen Veranstaltung, dem bunten Abend mit Speis
und Trank zu folkloristischer Musik mit Tanz. Bis
jetzt waren wir die einzigen Weißen, nun kommen noch
einige andere, offensichtlich ortsansässige, die uns
zum Teil etwas verwundert angucken. Als das Essen
beendet ist, löst sich die ganze Gesellschaft relativ
schnell wieder auf und unsere beiden Freunde
spendieren uns noch ein Getränk an der Bar, laden sich
dann zwei Bordsteinschwalben ins Auto, bringen uns
nach Hause und ziehen erleichtert von dannen, nachdem
wir sie aus ihrer Gastgeberpflicht entlassen haben.
Tags darauf kommt der Präfekt zu Besuch, justament als
wir zu einer Besichtigung der touristischen Höhepunkte
der Stadt aufbrechen wollen, eine vollkommen aus Lehm
erbaute Moschee, die Silberschmieden und
Stoffdruckereien. Sofort sind wir wieder in seiner
Obhut und bekommen überall Einzelführungen bzw. wenn
etwas geschlossen hat, wird selbstverständlich der
zuständige Mensch geholt, damit es für uns geöffnet
wird. Bevor er den ganzen Tag mit uns verbringt,
bedanken wir uns und gehen ins Internetcafe.
Einen Tag ruhen wir noch aus, bevor wir uns von allen
verabschieden und uns zunächst Richtung Süden auf den
Weg in Tschad machen. Allerdings mussten wir
versprechen auf unserer Rückreise wieder hier vorbei
zu kommen und da die möglichen Routen von Süd nach
Nord für Europäer nicht so reich gesät sind, werden
wir das auch machen.
Bis dahin Susanne, Leo, Elisa, Peter
N’Djamena, 3.11.05
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Im Niger – Von Tumu nach Dirkou
Seit langer Zeit wieder ganz auf uns allein gestellt
aber auch völlig unabhängig was Platz, Tempo und
Rhythmus unserer Reise angeht, blicken wir gespannt
auf die vor uns liegenden Etappen (470 Km Piste) bis
Dirkou, die darauf folgenden gut 900Km durch die
Ténéré verdrängen wir lieber noch, bzw. wir gehen
davon aus, dass sich spätestens in Dirkou etwas
ergeben wird oder wir einen Führer mit Fahrzeug
organisieren können. Die Hauptspur der LKW ist gut zu
erkennen, der Verkehr beläuft sich auf 3-4 Fahrzeuge
pro Tag, vollbeladen bis oben hin, an den Seiten
werden die restlichen Waren mit Stricken festgebunden
bis der LKW fast die doppelte Breite erreicht. Die
Eigentümer der Ladung, die Händler welche die Waren
aus Libyen, wo es im Vergleich zum Niger alles gibt,
nach Dirkou und weiter nach Agadez schaffen, sitzen zu
zwanzig bis dreißig oben auf dem Berg Ladung. Längst
der Piste sieht man immer wieder einzelne Schuhe,
Jacken, Wasserbehälter etc., die während der
schuckeligen Fahrt den Freiluftpassagieren verlustig
gingen. Angehalten wird deshalb selbstverständlich
nicht, zumal die Fahrt der Hitze wegen oft nachts
stattfindet und der Besitzer daher nicht mal bemerkt,
dass er etwas verlor. Wir kommen diesen Nachmittag
noch gut voran und suchen uns ca. 30Km vor Madama
einen Übernachtungsplatz unweit der Piste. Die
Einsamkeit ist doch sehr respekteinflößend, anderseits
besteht nachts die Gefahr vom LKW (einem der 3 die
vorbeikommen) gerammt zu werden, wenn man zu nah an
der Hauptspur steht. Kurz vor Sonnenuntergang hören
wir ein Motorengeräusch immer lauter werden, ein LKW
taucht aus dem Nichts auf, hält nach guter Wüstensitte
genau auf uns zu, um sich zu vergewissern ob bei uns
alles in Ordnung ist, schraddelt ca. 10m an uns vorbei
und ist trotz seiner nur 20-30KM/h sofort wieder
verschwunden. Wir stehen da, als hätten wir eine
Fatamorgana gesehen, nur das langsam verstummende
Motorenbrummen bezeugt, das er existierte. Danach
herrscht wieder die absolute, unglaubliche Stille der
Wüste, die nur durch unsere eigenen Geräusche gestört
wird.
Morgens nähe ich aus einem alten Nylonsack eine neue
Manschette für die vordere Gelenkwelle, ohne zu
wissen, dass sie über 1.000Km das empfindliche
Kreuzgelenk vor dem Staub und Sand der Piste bewahren
wird. Kurz vor Madama vertrauen wir zu lange dem
Verlauf der Hauptspur, bis wir mit dem ganzen
Bodenblech in den tiefen ausgefahrenen Spurrillen
aufsitzen. Die anschließende halbstündige Buddelei
trug nicht unbedingt dazu bei, die Stimmung zu heben,
aber schließlich konnten wir uns selbst aus dieser
Lage befreien und hinter der nächsten Ecke erblickten
wir die nigerische Einreisestation Madama. Ein kleines
Fort mitten im Nirgendwo, umgeben von ein paar LKW,
die alle Waren ab- und wieder aufladen müssen, einem
sehr kleinen Markt, der alles zu bieten hat was das
Fernfahrerherz höher schlagen lässt (Zigaretten,
Ölsardinen und geräucherte Ziege) und einem
Schöpfbrunnen mit etwas erdigem Wasser. Die
Einreiseformalitäten sind schnell erledigt und ich
nutze die Zeit, mich mit einem LKW-Fahrer über die
bevorstehende Strecke zu unterhalten. Wir verabreden
bis Dirkou zusammen zufahren, die erste Etappe soll
gleich losgehen und ungefähr 10Km später an einem
schattigen Plätzchen mit Brunnen enden. Wir fahren
hinter dem Sicherheit versprechenden LKW hinterher,
der wühlt sich relativ langsam durch eine
Tiefsandpassage und wir zahlen erneut Lehrgeld in Form
von Sandschippen, da wir genau in seinen Spurrinnen
gefahren sind. Erstaunlicherweise kommen uns drei
Soldaten den weiten Weg aus dem Fort zu Fuß zu Hilfe
und wir sind rasch wieder fahrbereit aber Dank der
Mittagshitze körperlich recht erschöpft. Auch die
Psyche ist etwas angeknackst ob des Verhältnisses
zwischen der vor uns liegenden und seit dem Fort
zurückgelegter Strecke. Aber im Nachhinein betrachtet
haben wir auf den 1.100Km Wüstendurchquerung nur 3 mal
die Schaufel auspacken müssen und 2 mal davon war
eindeutig durch Fahrfehler hervorgerufen. So verdösen
wir gemeinsam mit den Händlern und der LKW-Besatzung
die heißen Stunden des Tages unter Schirmakazien am
Brunnen und filtern uns etwas Trinkwasser. Der
LKW-Fahrer beschließt, dass wir von jetzt an vor ihm
fahren und wir warten alle 10-15Km auf ihn, da er
soviel langsamer ist als wir. Kurz vor Sonnenuntergang
(es ist Ramadan) hält er an, damit sich die Händler
etwas zu essen machen können. Wir fahren voraus und
wollen ebenso wie er ca. 10Km vor Dao Timmi (150Km
entfernt) Station machen. Die Piste ist auch nachts
gut zu finden, Spuren sind genug voehanden und der
fast volle Mond spendet reichlich Licht. An einigen
unübersichtlichen Passagen laufe ich die Strecke
vorher ab, um mich für die beste Möglichkeit zu
entscheiden, aber das ist bei den gemäßigten
Temperaturen der Nacht geradezu ein Vergnügen. Uns
fallen schon früh schmale Spurenpaare von 3 Nicht-LKW
auf, die immer mal wieder im Scheinwerferlicht
auftauchen, bis wir uns ganz von ihnen leiten lassen,
da sie immer sehr geschickt alle kritischen
Situationen umfahren. Gegen Mitternacht schlagen wir
in der Nähe von Dao Timmi unser Lager auf.
Morgens treffen wir unseren LKW bei der Kontrolle
wieder, während er noch warten muss dürfen wir schon
weiterfahren zum Brunnen für unsere Frühstückspause.
Gerade als wir alles wieder verstaut haben, kommen
zwei Tuareg mit einem Kamel angelaufen und bitten uns
um unseren Eimer zum Wasserschöpfen. Das Kamel trinkt
ca. 20-30 Liter und die beiden Männer füllen ihre
gesamten Vorratsbehälter wieder auf, nachdem sie ihren
Durst direkt aus dem Eimer gestillt haben.
Wahrscheinlich sind sie schon mehrere Tage unterwegs
seit dem letzten Brunnen. Wieder on-the-road kommen
wir gut voran, auch wenn die steigende Sonne die Wüste
erstaunlich konturlos werden lässt. Man fährt mit
60-80KM/h und auf ein Mal geht es sanft wie im
Fahrstuhl ein, zwei Meter hoch oder runter, ohne dass
dies vorher zu erkennen war. In Seguedine, ein kleines
Dorf in einer Talsenke, lehren mich die zahlreichen
Kinder, dass man selbstverständlich kein Wasser in den
Brunnen zurück kippt. Eigentlich logisch wenn man ein
bisschen nachdenkt, aber für meinen gedörrten Geist
war das wohl schon zuviel. Da der Bürgermeister kein
Wechselgeld hat als ich die Touristensteuer sogar
gegen Quittung bezahlen möchte, muss ich noch 4 Dosen
eiskalte Cola kaufen, die es hier tatsächlich gibt.
Unser Bus wird derweil von den ganzen Kindern
belagert, Susanne muss aber nicht besonders tief in
die pädagogische Trickkiste greifen, bis sie alle
ordentlich im Kreis stehend auf ihre Anweisungen
warten, sehr zur Belustigung der anwesenden
Dorfbewohner.
Ohne auf unseren LKW zu warten, nehmen wir die letzten
140Km bis Dirkou in Angriff. Nur von vereinzelten
Pausen für unseren Motor unterbrochen kommen wir dort
gegen 18:00 Uhr an und quartieren uns bei der „Action
contre Faim“ auf dem Hof ein. Ich erledige mit
Mammadou zusammen die Registrierung bei der Polizei,
gehe danach noch mit ihm über den einzigartigen
afrikanisch-orientalischen Markt, um zu sehen, wie wir
uns hier mit was versorgen können. (Elisa beschreibt
den Ort hier nicht ganz untreffend: „Es sieht nicht
alles wie neu aus.“) Mammadou hatte uns bei unserer
Ankunft auf deutsch angesprochen und wurde nun zu
unserem fast klettenhaften Begleiter, der uns sehr
geholfen hat hier unsere Sachen zu erledigen bzw.
alles was wir benötigten zu einem guten Preis zu
beschaffen, der uns aber auch immer wieder auf
unangenehme Weise anbettelte. So hat er uns z.B.
informiert, als eine Gruppe aus drei Geländewagen
einer Reiseagentur aus Agadez eintraf und führte mich
zu ihnen. Ich unterhielt mich mit dem Führer, erfuhr,
dass es ca. 700 EUR kostet einen Geländewagen als
Eskorte für uns aus Agadez zu ordern und verabredete
mit ihm, dass er uns seine Thuraya-Nr. gibt und falls
uns etwas auf der Strecke zustoßen sollte, kommt
jemand aus Agadez uns zu holen. Bei dieser Gelegenheit
lerne ich Boubacar kennen, den kleinen Bürgermeister
von Dirkou. Er überrascht mich mit der Offerte uns für
800 EUR nach Agadez zu bringen (er hatte das
vorhergehende Gespräch schon verfolgt) und wird
daraufhin von dem Führer angeferzt, er soll gefälligst
ein anständiges Angebot abgeben. Ich ignoriere ihn
einfach und gehe wieder nach Hause. Offenbar war es
schon ein grober Verstoß gegen seine Ehre, dass wir
nicht bei ihm wohnen und jetzt auch noch das. Aber wir
sollten in der kommenden Woche noch viel Spaß
miteinander haben.
Bis dahin Susanne, Leo, Elisa, Peter
Zinder, 26.10.05
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Aklimatisirierung
Viel ist passiert seit unserem letzten Bericht. Einige Unsicherheiten
bezüglich unseres Weges haben sich aufgelöst, andere sind entstanden. Die
Temperaturen steigen von Tag zu Tag an dem wir weiter in die Wüste
vordringen. Die einzigen Reisenden, von denen wir gehört haben, fahren alle
über Ägypten. Wir sind alleine unterwegs, was manchmal auf die Stimmung
drückt, aber oft auch unvergessliche Situationen schafft, die wir sonst
nicht erlebt hätten.
In Tunesien verbringen wir die ersten Tage am Strand und fahren dann nach
Douz. Ein recht malerischer Campingplatz in einer kleinen Stadt direkt in
einem Palmenhain. Hier scheint die Relaisstation für alle sandbegeisterten
Wüstenfahrer zu sein, die von hier aus ins Sperrgebiet aufbrechen. Wir
halten es nicht für nötig unseren Bus jetzt schon irgendwelche Pisten
zuzumuten und fahren 150Km Asphalt zu dem Ort wo der 1. Star Wars Film
gedreht wurde. Die Kulsissen sind für ihre 27 Jahre noch richtig gut
erhalten, nur die Souvenirverkäufer und die Quadfahrer nerven, die
angetrieben von ihrem Führer immer wieder die zwei Dünen hoch und runter
fahren müssen, obwohl sie schon gar keine Lust mehr haben. Auf den 13Km
Piste hierher testen wir noch schnell das erste Mal die Sandtauglichkeit
unseres Busses und sind recht zufrieden.
Bevor wir uns am nächsten Tag auf den Weg Richtung Libyen machen, beobachten
wir noch eine ringförmige Sonnenfinsternis, ein durchaus beeindruckendes
Erlebnis mit fahlem Licht und einem kleinen Temperatursturz.
Südlich von Djerba suchen wir nach einem Übernachtungsplatz am Meer, treffen
aber nur zwei Landrover aus HH, bei denen besonders der Mann im "Bosch
Service" Blaumann unangenehm auffällt. Zum Glück finden wir Elisas
Badelatsch wieder, sagen Tschüß und fahren noch bis kurz vor die Grenze.
Morgen werden wir Majed treffen und erfahren, ob es mit unserer Ausreise
nach Süden klappt und ob wir einen Führer mitnehmen müssen oder nicht.
Majed und besonders sein Bruder Assem erscheinen gut gelaunt, nehmen alle
Formalitäten in die Hand und erzählen uns, dass heute der 1. Tag von Ramadan
ist, während wir eine deutsche Reisegruppe mit unserem Vorhaben schockieren.
Nur eine lebensunlustige Lehrerin (siehe Exkurs) bedauert uns, da wir als
Individualtouristen gar nicht die Wüste sehen werden. Ich versuche aus Assem
herauszulocken, wie die derzeitige Politik im Tourismus ist, was es mit der
Führerpflicht auf sich hat und wie er unsere Chancen für den Niger
beurteilt. Dabei erfahren wir auch, dass z.Z. wieder eine französische
Gruppe an der Grenze festgehalten wird, bis ein Spezialist aus Tripolis die
3 Steine beurteilt hat, welche die Gruppe aus der Wüste mitgenommen hat. Die
beiden Brüder haben noch an der Grenze zu tun und so verabreden wir uns am
Strand von Zuara, wo wir noch ein letztes Mal im Meer baden können während
wir auf unseren Führer warten. Gegen Mittag erscheint Majed zusammen mit
Bidu, mitte zwanzig auf dem Entwicklungsstand eines 16-18 jährigen aber mit
einem gepflegten Äußeren und einer schwarzen IBM-Ledertasche, in der die
ganzen wichtigen Dokumente untergebracht sind, die unsere Reise durch dieses
Land gewährleisten sollen (meist werden sie als Schmierzettel für
irgendwelche unwichtigen Notizen benutzt). In einem Wort ein echter
Schnösel. In einem Nebensatz fragt mich Majed, ob wir den Weg kennen, da
Bidu ihn nicht kennt. Na das kann ja was werden. Ich sage ihm gleich, dass
wir die nächsten 2 Tage in Sabrata stehen und ihn nicht brauchen, er kann
gerne bei seiner Familie bleiben und Ramadan feiern. Er lässt es sich aber
nicht nehmen uns noch dahin zu lotsen, hat aber nicht kapiert, dass wir zur
Jugendherberge wollen und bringt uns zu den Ausgrabungsstätten. Na bitte,
ein echter Kenner der Materie. Kaum bei der Herberge angekommen, fängt er an
arabisch zu quatschen und wir verstehen kein Wort von dem was da verhandelt
wird, aber ich kann mir schon denken, was der Schnösel diesmal ausheckt. Ich
frage den Herbergsvater, ob er englisch oder französisch spricht und weise
ihn daraufhin, dass wir kein Zimmer wollen, sondern campen möchten.
Daraufhin schicke ich Bidu nach Hause und obwohl er dreimal fragt, ob wir
noch irgendwas brauchen, habe ich total vergessen, dass wir noch kein Geld
getauscht haben, wir aber heute Abend im Restaurant Susannes Geburtstag
feiern wollen. Der Herbergsvater (Mohamed) meint wir sollen beim Goldhändler
tauschen (da haben wir letztes Mal auch einen guten Kurs gekriegt). Gegen
17:30 machen wir uns frohgemut auf den Weg und denken gar nicht daran, dass
alle Leute hier den ganzen Tag noch nichts gegessen haben, in einer halben
Stunde aber dürfen. Wir sehen gerade noch, wie ein Laden nach dem anderen zu
macht und in Null-Komma-Nichts ist die ganze Stadt wie ausgestorben. Kein
Geld, Kein Restaurant, kein Hotel, kein Essen, keine Feier. Prima! Susannes
Laune kann sich wohl jeder vorstellen, zumal noch ein gehöriger Rückweg zu
Fuß vor uns liegt. Am Bus angekommen, überlegen wir gerade, ob wir Reis mit
Nichts oder Nudeln ohne alles essen wollen, als der Koch der Herberge in den
Schein unserer Lampe tritt, mit einem Tablett voller Essen in den Händen. Er
dacht die eines der Kinder hätte Geburtstag (von der Anmeldung) und fragte,
wie alt es geworden ist. Nach dem Festmahl gab es natürlich noch Tee und
wiederum eine halbe Stunde später soll Susanne (das Missverständnis war
inzwischen aufgeklärt) mit geschlossenen Augen in die Herberge kommen. Hier
ist noch mal eine Tafel mit Kerzen und einer frisch gebackenen Torte
aufgebaut. Der Cd-Spieler wurde extra angeschmissen und wir stopften uns
gemeinsam mit unseren Gastgebern die Bäuche voll.
Mohamed fühlt sich am nächsten Tag immer noch für unsere Geldbeschaffung
verantwortlich, schließlich hat er uns gesagt wir sollen beim Goldhändler
tauschen. So laufen wir noch mal eine Stunde durch die Stadt auf der Suche
nach einer Tauschmöglichkeit. Mohammed geht in der Gangart eines Kamels
neben mir her und flucht die ganze Zeit darüber, dass ich nicht Bidu damit
beauftragt habe, der wird ja wohl dafür bezahlt. Zu seiner Erleichterung hat
dann doch noch alles geklappt.
Inzwischen haben seine Kinder und unsere die Scheu voreinander verloren und
toben bei jeder Gelegenheit durch das halbe Haus.
Am nächsten Tag erscheint der Schnösel keine Minute zu früh zur Abfahrt, ich
erläutere ihm in groben Zügen wie wir heute fahren werden und er versucht
auf einer aus dem Internet beschafften Übersichtskarte zu folgen, beurteilte
dabei die Km-Entfernung teilweise mit dem Faktor 10, während sich Susanne
"gut gelaunt" mit den Kindern auf die Rückbank setzt. Ich denke, dass er
wenigstens die arabischen Wegweiser lesen kann, frage aber nach jeder
Kreuzung:"Are you sure?", was ihn veranlasst bei nächster Gelegenheit
jemanden nach dem Weg zu fragen. Das Ergebnis ist jedes Mal, das wir wenden
müssen und den anderen Weg nehmen. Langsam fängt er an zu nerven,
insbesondere, da wir zu Hause jede Sache 3x begutachtet haben, ob das Auto
dadurch nicht zu schwer wird und jetzt haben wir fast 100Kg völlig unnützes
Gepäck dabei. Schließlich sind wir doch noch zu fünft on Terkiba, in der
Nähe von Ubari, angekommen und die Leute hier auf dem Campingplatz können
sich sogar noch an die Namen der Kinder erinnern. Dem Schnösel habe ich
gleich gesagt, dass er hier bleiben muss, wenn wir zu den Seen fahren, da
wir sonst zu schwer sind und er konnte inzwischen sogar sein Igluzelt ohne
Hilfe aufbauen.
Alexander, ein tiefschwarzer hühnenhafter Mann /er war derjenige, der die
Kinder wiedererkannte) organisierte ein allabendliches Fußballspiel und
versorgte uns, wann immer sein Chef etwas unaufmerksam war, mit Essen,
kalten Getränken und gefrorenen Wasserflaschen. Auch für unseren Ausflug zu
den Seen gab er uns die herrlich erfrischenden "Glace" mit, denn eigentlich
wollte sich der Schnösel darum kümmern, hatte aber leider verschlafen.
Mangels anderer Reisenden machten wir uns ganz alleine auf den Weg, was
angesichts der respekteinflößenden Wüste immer eine zusätzliche Anspannung
hervorruft, auch wenn es wie hier nur 30Km in das Dünenmeer sind. Mitten auf
einem Dünenkamm kommt es fast zu einem Zusammenstoß mit einem
entgegenkommenden uralten Landrover, der von 4 äußerst sympathischen
Wahlberlinern gesteuert wird. Außerdem haben sie noch einen zünftigen Führer
dabei, vom Gesicht her der Bruder von George W. mit den Klamotten eines
Kameltreibers, ortskundig, jeden morgen 2 Joints rauchend und zu jedem
Schabernack bereit. So einen hätten wir auch gerne. Da wüsste man wenigstens
wodran man ist. Beim Schnösel denken wir immer, wir sind für seine
Ausbildung zuständig. Nach einem ausgiebigen Palaver fährt jeder seiner
Wege, bis wir an einen Steilhang einer Düne kommen, den wir runter fahren
müssten ohne zu wissen, ob wir nachher wieder hoch kommen. Da zumindest eine
von uns davon nicht überzeugt ist, beschließen wir dieses Mal auf den Besuch
der Mandarsseen zu verzichten und die Flasche Weißwein aus der Toskana für
einen anderen Ort aufzuheben. Den Nachmittag verbringen wir noch zusammen
mit den Berlinern quatschend in der Bar, um unser angegriffenes Ego wieder
ein bisschen zu beruhigen. Abends traf überraschend Assem mit einer
deutschen Reisegruppe auf dem Campingplatz ein. Er versichert mir, dass der
Schnösel unsere Ausreise in den Niger organisieren wird und verschaffte den
Kindern noch einen rasanten Ausflug in die Dünen mit seinem Fahrer Nagib.
Am nächsten Morgen ging es über Asphalt und flott Piste nach Al Katroun.
Dort angekommen zeigte sich der Schnösel sichtlich schockiert, wie
facettenreich sich sein Land präsentieren kann. Für uns wird dieses
verstaubte Wüstennest für die nächste Zeit die letzte "Metropole" mit
Vollversorgung sein. Tags darauf steigert sich sein Unverständnis, da das
Büro der Polizei nicht pünktlich um 8 Uhr öffnet, als selbst um 9 noch
keiner erschien, habe ich ihm gesagt, dass wir in Ägypten schon mal 2 Wochen
auf die Ausreise gewartet haben J. Er meinte, er wird verrückt, wenn er nur
noch einen Tag hier bleiben muss. Ca. 3 Stunden später hat er tatsächlich
alle Formalitäten erledigt, für uns einen Begleit LkW vom Zoll bis Tumu, der
eigentlich Grenzort ca. 200Km südlich, organisiert und eine komplette
arabisch-englische Routenbeschreibung bis Dirkou angefertigt. Daraufhin
habe ich ihn entlassen und er entschwand erleichtert in einem Taxi Richtung
Sebbah, von dort aus weiter mit dem Flugzeug nach Hause in die heile Welt.
Wir haben inzwischen rausgekriegt, dass wir nun selber wählen können, ob wir
in den Tschad oder in den Niger weitereisen wollen. Ein als zuverlässig
geltender Vermittler bestätigt uns, dass es hier Führer gibt, die einen
sicheren Weg, vorbei an allen Banditen und Minen, in den Tschad kennen.
Diese Aussage beinhaltet natürlich die Existenz der Gefahren, was unsere
Entscheidung selbstverständlich beeinflusst hat. Damit war die Sache klar,
wir treffen uns um 5 Uhr morgens mit dem LKW und donnern auf holpriger Piste
durch die Nacht. Der erste Kontrollpunkt in der fahlen Morgensonne wäre so
recht nach dem Geschmack des Schnösels gewesen, vielleicht hätten wir doch
auf sein Angebot eingehen sollen, uns noch bis Tumu zu begleiten.
Zwielichtige finster dreinblickende Typen in braunen Kapuzenumhängen
geschützt gegen den starken kalten Wind der vergangenen Nacht, die AK 47
lässig über die Schulter gehängt, kontrollieren sie unsere Pässe und sind
nicht in der Lage eine selbstständige Entscheidung zu treffen. Erst müssen
diverse Vorgesetzte geweckt werden. Ich steige aus und geselle mich zu
unserer Begleitfahrzeugbesatzung im Schutze Ihres LKW, schaue den Sandfahnen
zu, die über die Straße getrieben werden. Auf der anderen Seite ist eine
verrottete Tankstelle und ein Laqndcruiser-Schrottplatz (das es so was
gibt), in dessen Stacheldrahtumzäunung verfängt sich der vorbei fliegende
Müll. Ab und zu verschwindet einer der hier stationierten in einem völlig
demolierten Container dessen Tür in der oberen Hälfte durch festgeschraubte
Hartfaserplatten ersetzt ist, so dass sie eigentlich nur auf allen vieren
rein und raus können. Wahrscheinlich eine Art Aufenthaltsraum. Der
"Vorgarten" vom Container wird begrenzt durch leere Granathülsen, die
senkrecht in der Erde stecken, teilweise in der Öffnung spärlich bepflanzt.
Auf der Straße stehen verrostete Benzinfässer, von unterbeschäftigten
Soldaten total zerschossen. Endlich kommt gemächlich der Chef angeschlendert
und entlässt uns Richtung Tumu. Die Piste überrascht uns mit einigen
Asphaltpassagen und wir kommen gut voran. In Tumu kriegen wir noch 30l
Diesel geschenkt, 10Km später, am letzten libyschen Posten auf einer alten
Tankstelle, werden wir rührend mit kalter H-Milch und Äpfeln versorgt, bevor
wir die 90Km bis zur nigrischen Grenzstation Madama in Angriff nehmen.
Kleiner Exkurs, besonders für Kollegen von Susanne
Besagte lebensunlustige Lehrerin im perfekten Khakilook stürzt sich
zielsicher im weiteren Verlauf der Wartezeit auf mich ("Ach, Sie
unterrichten die Kinder selbst." - sie hatte mich erkannt) und erzählte
stolz, dass sie ja nun in der Lehrerfortbildung tätig sei, Bereich
Koordination Suchtprophylaxe Raum Hamburg und furchtbar viel zu tun hätte.
Unvorsichtigerweise gab ich zu erkennen, dass dieses Gebiet mir nicht fremd
sei, das waren meine letzten Worte. Mit "Ach" und "So, so" konnte ich ihr
beim folgenden enthusiastischen Vortrag zum Thema "Sucht" immerhin manchmal
zum Atemholen verhelfen. Die Lage Raum HH scheint dramatisch (kein Vergleich
zu Pommernproblemen mit den Hauseingängen der Nachbarn). Rauchabhängige
Kollegen einer Schule hätten schon eine Kollekte veranstaltet zur
Anschaffung eines Bauwagens (externes Gelände) welcher dann auf dem Schulhof
aufgestellt werden sollte!! Noch besser gefiel mir allerdings die Geschichte
vom Hausmeister mit Einliegerwohnung. Dieser hatte sein spärliches Gehalt
dadurch aufgebessert, dass er die abhängigen Kollegen gegen Entgelt in
seinem Wohnzimmer kampieren ließ (gr. Pause 2? o. 50ct pro Zigarette). Ist
das Ausnutzung einer Notlage? Dies zum weitererzählen an alle Raucher und
unseren lieben Hausmeister bei Pommern. Die Wartezeit an der libyschen
Grenze verflog doch schnell.
Die Bilder zu dieser Etappe gibt es in ein paar Tagen aus dem nächsten
Internetcafe.
Bis dahin aus Dirkou (Niger) Susanne, Leo, Elisa, Peter
Auf Wiedersehen Europa
Mit etwas gemischten Gefühlen sind wir nach der beeindruckenden
Verabschiedung in Berlin losgefahren. Kurz vor Leipzig wurden wir noch von
den Letzten, die diesen Termin verpasst hatten, eingeholt, und so gab es auf
einem Rastplatz noch die allerletzten Wünsche, Abschiedsgeschenke und
Aufgaben für die nächsten 9 Monate. Unser Weg führte uns zunächst in die
Schweiz, wo wir alte Freunde und neue Verwandte besucht haben. Alle vier
Kinder auf dem Foto haben den gleichen Urgroßvater J.
Von hier ging es weiter nach Italien, in die Toskana, wo wir das erste Mal
den gesamten Inhalt des Busses neu sortiert haben, um dann noch neue Freunde
in der Nähe von Grosseto zu besuchen. Das Bild spricht wohl für sich.
Wir dachten, nun könnten wir noch gemütlich Richtung Sizilien tingeln,
mussten dann aber feststellen, dass unsere Fähre bereits in drei Tagen ab
Trapani fährt. Also haben wir die Strecke in zwei Langstrecken Etappen
hinter uns gebracht, um dann in Sizilien noch wenigstens einen Tag zum
ausruhen zu haben. Die Kinder fordern (!) zwischendurch immer ihre täglichen
Schulstunden, und sie machen gute Fortschritte.
In Trapani durften wir den Vorbereitungen zum Louis Vitton Cup - Act 8+9 -
beiwohnen und die einzelnen Teams beim Morgenjogging beobachten. Hier schlug
natürlich hauptsächlich mein Herz höher. Die Fährfahrt, insbesondere das
Beladen, Entladen und die Zollabfertigung boten uns ein großes Schauspiel,
bei den Hauptszenen waren wir glücklicherweise in der Zuschauerrolle. Wenn
die Fährbesatzung z.B. eigenhändig die LKW's vom Schiff runter fährt, und
die Fahrzeuge dabei möglichst doll beschädigt, oder der äußerst geduldsame
Familienvater seinen gesamten Hausstand, den er in, an und auf seinem
Mercedes 190 angebracht hat, für die Zollbeamten auspacken muss. Wir müssen
irgendwas anderes ausgestrahlt haben, denn wir wurden nur gefragt ob man mal
einen Blick in das Innere des Wagens werfen dürfte - und das wars. Wir sind
in Afrika.
Hallo Alle zusammen,
der 13.9. sollte eigentlich unser Abfahrtstermin sein
- so hatten wir es uns vor gut einem halben Jahr
überlegt. Seitdem haben wir stetig an der Vorbereitung
unserer zweiten Afrika "Erfahrung" gearbeitet. Für die
Kinder haben wir bis heute versucht, den Alltag mit
ihrer gewohnten Umgebung aufrecht zu erhalten.
Manchmal war das ganz schön widersprüchlich, und
gerade die letzten Tage waren von einem mittleren
Chaos geprägt. Da wir ja doch eine längere Zeit
unterwegs sein werden, haben wir uns nicht gescheut,
den Abfahrtstermin um zwei Tage zu verschieben. Aber
selbst dieser Tag ist noch nicht ganz sicher - das
Carnet de Passage für das Auto ist immer noch nicht
eingetroffen. Aber sonst, ich kann es kaum glauben,
haben wir alles geschafft. Und das Carnet kann man
sich auch nach schicken lassen.
Also, damit ist es jetzt amtlich: Wir fahren am
Donnerstag den 15.9. gegen 19 Uhr in der Akazienallee
ab. Für diejenigen, die auf der weiteren Reiseroute
liegen, verschiebt sich unsere Ankunft also
entsprechend. Für die Berliner heißt das, wer Lust hat
uns zu verabschieden, der ist herzlich eingeladen zu
kommen.
Wer den Text hier liest und gar nicht weiß wovon ich
rede, dem sei hier eine kleine Information angefügt.
Wir machen uns nochmal auf den Weg durch Afrika, da
unsere letzte Reise uns erstmal aufzeigte, was wir
alles noch nicht kennen. Mit anderen Worten, wir haben
uns damals trotz größter Vorsicht doch infiziert: Mit
dem Afrika-Virus.
Unsere Route diesmal:
Italien,Sizilien
Tunesien
Libyen
Niger
Tschad
Zentralafrikanische Republik
Sudan
Kenia
Tansania
Mosambik
Sambia
Zimbabwe
Botswana
Namibia
Angola
Kongo und weiter nach Norden
Durch tagespolitische Ereignisse kann sich natürlich
die eine oder andere Verschiebung ergeben.
So, das war es jetzt erstmal. Wenn ich selber noch
einen Wunsch bezüglich der Reise äußern darf, dann
wünsch ich uns ein gutes timing, denn nichts ist
blöder, als zur falschen Zeit am falschen Ort oder zur
falschen Zeit am richtigen Ort oder zur richtigen Zeit
am falschen Ort zu sein.
Bis dahin
Susanne, Leo, Elisa, Peter
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Eigentlich wollten wir ein Siegerfoto vor dem Ortseingangschild
machen - wir Naiven aus der Wildnis - natuerlich konnte man auf der 6-
spurigen Autobahn nicht anhalten und das Schild war 4m hoch.
Der Tafelberg zeigte sich zur Begruessung ohne ein Woelkchen, zum
Glueck gab es 2 Tage spaeter nochmal so ein Wetter und wir fuhren
auch nach oben - wunderbares Panorama.
Zunaechst irrten wir etwas verwirrt durch diese Grossstadt - die
Leute alle "in" und "busy" - wir auf nun abgetretenen Badelatschen.
Am meisten beschaeftigte uns nun die Auto-Frage, was tun mit unserem
rollenden Heim... Eigentlich wollten wir ja verkaufen, aber nach
Gespraechen mit kompetenten VW-Werkstatt-Leuten in Namibia,
beschlossen wir: nicht verkaufen sondern verschiffen. Ein Agent einer
Verschiffungsagentur hatte uns schon mal eine Rechnung gemacht, die
uns aber nicht sonderlich behagte. Den besten Tip bekamen wir dann
von einem (der vielen) Deutschen, der hier beruflich taetig ist, und
so ist jetzt alles abgemacht mit Kuehne+Nagel - vielleicht nuetzt es
ja was, dass es eine dt. Firma ist. Um Geld zu sparen hat Peter nun
tatsaechlich noch in 6-stuendiger Schinderei das Dach vom Bus
abgesaegt (mit Kuechenmessern)!!! So passt es jetzt in einen normalen
geschlossenen Container. Gute Reise!!
Alles was noch fehlt erzaehlen wir lieber direkt.
Ankunft: 7.2. 10:25 Tegel Flug LH1034 aus Frankfurt
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
In Namibia kannte der Schoepfer kein Mittelmass, die Landschaft ist
entweder sterbens langweilig oder atemberaubend. Der Caprivi-Streifen
und das zentrale Hochland gehoert in erstere Kategorie, der
Kuestenbereich in die zweite, weshalb wir uns vornehmlich dort
aufhielten. Hinzu kam, dass man in der Gegend sogar noch Land finden
konnte, welches nicht einer privaten Farm zugeteilt ist. Endlos
erstrecken sich sonst die Zaeune links und rechts parallel der
Strasse. Auf jeden Fall sind wir jetzt wieder in der Zivilisation: In
den kleinsten vertraeumten Doerfern gibt es Spar-Supermaerkte, auf
den Strassen und Campingplaetzen trifft man zahlreiche Urlauber im
Mietwagen bzw. Overlander und die Nationalparks sind mehr am Menschen
als an den Tieren orientiert (und eingezaeunt natuerlich).
Wir fuhren den Caprivi-Streifen im Konvoi, der erste der funktioniert
hat, entlang zu unserem letzten Nationalpark, die Etosha-Pfanne. Dort
erhielten wir von einem streng blickenden Ranger bei einem unserer
Ausfluege eine schriftliche Verwarnung wegen Aussteigens aus dem
Auto, was streng verboten ist. Wenn der gewusst haette, dass wir am
Tag vorher schon ein paar Schritte vom Auto weggelaufen waren um Papa-
Loewe, das Tier was uns noch "fehlte", genauer zu betrachten...
Uns zog es nach soviel Wueste dann aber doch nun endlich zum
Atlantik. wir befuhren den zugelassenen Teil der Skeleton-Coast -
hoechst beeindruckend, mit unglaublichen Faerbungen des Himmels, der
Wueste und des Wassers.
Eine der hoechsten Duenen der Welt in Sossusvlei sahen wir von
weitem - Susanne hatte keine Lust auf Sandbleche etc.
Swakopmund erfuellte das, was man vorher schon gehoert hatte. Wir
fruehstueckten im "Thueringer Hof", alles sprach und hiess deutsch,
allerdings auf komisch-altmodische Weise was amuesierte.
Durch einen Tip von Reisenden blieben wir zwei Tage auf einer
Straussen-Zuchtfarm (mit taeglichem Besuch und fachkundiger Fuehrung)
mit angeschlossenem Campingplatz, den wir mal wieder alleine
bewohnten. Wir waren uns sofort sicher das dies der schoenste aller
Plaetze unserer gesamten Reise war. Gelegen in einer Schlucht
riesiger Felsbloecke mit Blick ins naechste Tal - schon fast
unwirklich. Ausserdem waren saemtliche Einrichtungen
(Freiluftkuechenzeile, Klo etc.) wohl von einem entworfen und gebaut,
der dies zum Lieblingshobby gemacht hat. Auf dem Weg zu diesem
Paradies ueberraschte uns noch ein Gewitter wie wir es noch nicht
erlebt hatten, mit Blitzen 20m entfernt - die Kinder staunten nur
noch.
Der zweitgroessten Canyon der Welt, wir wohnten auf einem Zeltplatz
der FDGB-Charme aber einen grossen Pool hatte - Relaxing. Auf zur
letzten Etappe.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Nach dem wunderschoenen Simbabwe passierten wir die Grenze zu
Botswana, ausser der ueblichen Prozedur mussten wir noch durch eine
wenig Vertrauen erweckende Bruehe waten gegen MKS. Zum Glueck wurde
auf das Eintauchen saemtlicher Campingmoebel verzichtet. Unser Ziel
hiess Kubu-Island, eine Felseninsel mit besonderen Exemplaren des
Baobab, umgeben von einem ausgetrockneten Salzsee. Der Weg dorthin
fuehrte durch eine Obstplantagenaehnliche Landschaft mit 1001
Fahrspuren durch z.T. sumpfiges Gras. Das GPS war wieder einmal
nuetzlich. Zur Freude der Kinder gab es viele Pferde die dort grasten
und mehrmals wegrennende Vogelstrausse. Peter beschleunigte auf 50Kmh
aber die waren fast schneller. Auf der Insel verbrachten wir eine
Nacht mit wildem Sturm. Morgens musste Susanne leider feststellen,
dass das Tier was sie abends dachte aus dem Haar geschuettelt zu
haben, wohl doch naeher sein musste - naemlich im Ohr. Diese wenig
erquickende Erkenntnis und ein Hinweis auf unpassierbare Strassen
veranlasste uns, das Okavango-Delta doch nur zu streifen und nicht
zum Hauptort Maun zu fahren. So suchten wir in der naechsten
Kleinstadt (Kasana 430Km) einen Arzt auf, der mit unangenehmen
Ohrspuelungen das Monster in Groesse einer Obstfliege zutage
foerderte und uns auf den Kopf zusagte: Ihr seid wohl sehr staubige
Strassen gefahren? The ear is full of wax! Das ist Susanne wohl noch
nie passiert. Der liebenswuerdige Doktor bestellte uns also zur
Grundreinigung beider Ohren fuer den naechsten Tag - nachts mussten
Verkrustungen erstmal einweichen!!
Abends dann in der Chobe-Safari-Lodge genanntes Buffett, die Kroenung
fuer Leo: Salami, Leberwurst und Pizza, fuer uns die schoensten
anderen Leckereien, unter anderem ein seperates Bueffett fuer
Nachtisch. Nachher waren wir alle Bewegungsunfaehig.
Fuer den 10.1. planten wir die Weiterreise nach Namibia durch den
Caprivi-Strip. In den wichtigen Buechern stand man muss Konvoi fahren
wegen Unruhen 99, na mal sehen!!
Leo verlaesst das Land ungerne, Quelle der Freude hier - die Waehrung
heisst Pula.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Hier nun endlich wieder ein Reisebericht von uns. 2 Wochen Zimbabwe
im Busch und der Einsamkeit, abgeschlossen von der Welt haben wir
hinter uns und auch in Botswana gab es keine Verbindung, doch hier in
Katima Mulilo/Namibia Caprivi haben wir nach 1,5h Suche in einem Ort
mit vieleicht 1.000 Einwohnern doch noch den Computer gefunden, der
den Anschluss hat.
Malawi hat uns nicht vom Hocker gehauen, aber wir sind vermutlich
auch an vielen schoenen Stelen vorbei gefahren, da wir ja nur auf der
Durchreise waren. Der Bilharziose verseuchte See floeste uns viel
Respekt ein und Landschaft und KLima erinerten stark an Sueditalien,
nur die Hautfarbe der meisten Menschen rief immer wieder die wahre
geografische Lage in's Gedaechtnis. Auf den Campingplaetzen entlang
des Sees trafen wir nun immer mehr weise Touristen aus denm
suedlichen Teil des Kontinents, denen es materiel offensichtlich
recht gut geht. Unser Weg fuehrte uns ueber Karonga und die Flametree
LOdge suedlich von Nkhotabay nach SengaBay, wo wir tatsaechlich
glaubten an der italienischen Riviera angekommen zu sein. Hier
badeten alle ganz unbekuemmert in dem belasteten Waser, so dass wir
unseren Kindern nicht mehr richtig erklaeren konnten warum sie in das
verlockende Nass nicht rein duerfen. Also sprangen auch wir hinein
mit der Vorstellung im KOpf, was dem einen Weisen nichts tut, tut dem
anderen auch nichts.
Tagsdarauf verliessen wir Malawi ueber Chipata nach Sambia. Die
Grenzformalitaeten beschraenkten sich auf das Minimum (ich war jetzt
schon richtig gut im Abwehren der Kfz-Versicherung), nur die
Schwarztauscher vermittelten den Eindruck, dass wir wieder in ein
Land der Schleimbacken einreisen. Sie versuchten uns um 150US$ zu
betruegen, worauf wir uns aber nicht einliessen. Trotz der
anstrengenden Fahrt begaben wir uns zur Entspannung direkt nach der
Ankunft in dem South Luangwe Nationalpark auf eine Abendrundfahrt mit
Fuehrer, welche uns den Anblick eines Flusspferd verspeisenden Loewen
bescherte und als Susanne waehrend einer Pause hinter den Busch ging,
lief sie beinahe gegen eine Giraffe. Flatdogs (Krokodile), so hiess
der Campingplatz nicht ohne Grund, lag direkt am Ufer des Luangwe und
war eine Oase des kalten Bieres und der warmen Dusche mit einem
aeusserst angenehmen Ambiente, zumindest tagsueber, denn des Nachts
kamen unueberhoerbar die ganzen Hippos zum Fressen an Land. Wir
beschlossen trotzdem noch eine Nacht zu bleiben.
Morgens besuchten wir wieder das tote Hippo, an dem nun schon ein
halbes Rudel Loewen nagte, die sich aber von den vielen Zuschauern
(3Autos in 5-10m Abstand) nicht stoeren liessen. Auf dem Rueckweg
hatten wir einen Fast-Zusammenstoss mit einer Elefantenkuh.
Natuerlich fuehlte sie sich bedroht und setzte zur Gegenattacke an,
hatte sie doch ein Kalb zu beschuetzen. Zum Glueck liess sie es dann
doch bei einer Drohgebaerde bewenden, denn ich hatte es mit unserer
hakeligen Schaltung nicht geschafft den Rueckwaertsgang einzulegen.
Wieder im Camp trieb ein Hippo mit dem Bauch nach oben auf dem Fluss.
Als die Kinder und ich uns das aus der Naehe ansahen, bemerkten wir
die fuenf gruenen Augenpaare rund um das tote Hippo und ein
Artgenosse von ihm war auch noch da. Das hinderte die 3 einheimischen
Flussfischer aber nicht daran bis zur Huefte in das lehmige Wasser zu
gehen und mit vereinten Kraeften an dem verendeten Tier zu zerren um
es aus welchem Grund auch immer an Land zu ziehen.
Am 24.12. erreichten wir Lusaka und stuerzten uns in das Getuemmel
des Einkaufszentrum, denn auch wir musten noch die Einkaeufe fuer die
Feiertage machen aber nach den ruhigen Tagen in der Natur war es uns
nicht moeglich in dieser Hektik besonnen einzukaufen, so dass wir das
meiste vergasen in den Wagen zu legen. Erst auf dem verregneten
Campingplatz, ein tropischer Regenguss mit 20m Sicht begleitete uns
dorthin, fiel uns auf, dass wir fuer heute gar nichts leckeres zu
Esen hatten. Da wir die einzigen Gaeste (mal wieder) waren,
verbrachten wir einen sehr ruhigen Heiligenabend mit einem bescheiden
Gabentisch fuer die Kinder.
Axel sollte am 25. um 11:15 landen, vorher wurde Susanne noch auf dem
Flughafen verhaftet, da sie mit Leo geschimpft hatte, was in Sambia
in der Oeffentlichkeit wohl verboten ist. Die Uebereifrigen Beamten
bemerkten jedoch nicht, dass Leo inzwischen bei mir war und wolten
Elisa aus Susannes Armen entreissen (befreien), was natuerlich zu
extremen Schreikraempfen und Angstzustaenden bei Elisa fuehrte. Als
Axel aus der Immigration kam war die Familie dan schon wieder
vereint, und als wir vom Parkplatz fuhren bettelte uns der
Polizeiofizier von eben um eine Weihnachtsgabe an (DIA).
Mit volen Kanistern Diesel (1$/l) fuhren wir am naechsten Tag
Richtung Zimbabwe, allen Berichten zu folge sol es fast unmoeglich
sein dort welchen zu bekommen. An der Grenze hatten die Geldtauscher
diesmal einen anderen Trick drauf, sie benutzten einen Taschenrechner
bei dem 50US$ x 240 = 6.900 Z$ ergab. Das fanden wir so dreist, dass
wir gleich gar kein Geld tauschten und weiter fuhren. Bevor wir nach
Mana Pools Nationalpark konten, verbrachten wir noch eine NAcht
hinter dem Wildlife Office in der "Wildnis". Eine gute Gelegenheit
fuer Axel sich an das Draussenschlafen unter dem Moskitonetz bei
ungewohnter Geraeuschkulisse zu gewoehnen. Mana Pools ist ein
wunderschoener wilder Nationalpark in dem ehemaligen
Ueberschwemmungsgebiet des Sambesi unterhalb des Karib-Staudamms. Die
Menschen hier vermitteln deutlich mehr Respekt vor den Tieren als in
den anderen Parks und obwohl es hier viele Arten gibt, von den "Big
Five" (Elefant, Bueffel, Nashorn, Loewe, Leopard) fehlt nur das Rhino
(auserdem Speicobra, schwarze Mamba und Python), ist Mana Pools der
einzige Nationalpark, in dem man sich alleine zu Fuss bewegen darf.
Wir konten uns auch gleich von der unbestechlichkeit der Ranger
ueberzeugen, da man nur zum offiziellen Kurs von 56 (statt bis zu 300
schwarz) bereit war Geld zu tauschen. Eigentlich logisch, hatte er
doch fuer 3.000 US$ Elfenbein im Schrank, was sie letzte Woche den
Wilderern abgejagt haten (1 Sergeant und alle Wilderer tot). Im Camp
am Fluss liessen Axel + ich uns von einem Hollaender ueber das
naechtliche Tierleben zwischen den Zelten aufklaeren (seit die Loewen
da sind, sind die Wildhunde verschwunden aber die Hyaenen sind
geblieben), waehrend Susanne von den Kindern gerufen wurde:"Mama, die
Bueffel kommen jetzt zu uns." Sie wusste nicht was sie zu erst tun
sollte, die Kinder beruhigen, die Bueffel wie auch immer verscheuchen
oder den Pavianen unser Geschirr abjagen, mit dem die sich in der
Zwischenzeit auf die Baeume verzogen hatten. Nachts gab es dan
wirklich die merkwuedigsten Geraeusche, aber im Zelt schlaeft man
angeblich sicher, schliesslich machen es die Einheimischen genauso.
Am naechsten Tag hatten wir einen ereignislosen Game-walk mit einem
unfaehigen Fuehrer aber dafuer am NAchmittag die bereits beschriebene
Kanufahrt mit unserem Fuehrer Champion, der uns zusaetzlich mit
Wilderergeschichten unterhielt. Nach Einbruch der Dunkelheit
spazierte noch ein ausgewachsener Elefant 5m an unserem
Abendbrottisch vorbei. Mana Pools hat uns tief beeindruckt und es tat
uns leid diesen Ort zu verlassen, aber wir mussten unsere Vorraete
wieder auffuellen und wolten auch noch andere Plaetze kennenlernen.
In Karoi tauschten wir erstmal Geld zu 260 an der Tankstelle, als
wenn das kein Problem waere und Diesel gaben sie uns auch noch dazu.
Die naechste Station hiess Matusadona, ein recht abgelegener
Nationalpark am Rande des Karibasee. Der Weg dorthin war nicht ganz
einfach, man koennte die "Strasse" fast aethiopisch nennen, und die
fortgeschrittene Tageszeit uebte einen gewissen Druck auf uns
aus. "Angeheizt" wurde die Stimmung durch die Massen von TseTSe-
Fliegen, weshalb die Fenster trotz tropischer Temperaturen meist
geschlosen blieben. Weil wir wenigstens ab und zu etwas Fahrtwind
fuehlen wolten, wirbelte Susanne mit der Fliegenklatsche und
der "Deadly Doom" Flasche im Auto rum und die Kinder sagten nachher
schon gelangweilt "da TseTSe". Justament auf dieser Strecke
zerbrachen die letzten Reste des Schaltknueppellagers, so das das
Schalten vollends zur Gluecksache wurde, was das Fahren in dem
schwierigen Gelaende nicht unbedingt beschleunigte. Schlimmer gehts
nimmer - denkste! Eine Reifenpanne zur Abendbrotzeit der Grosskatzen,
die in dieser Gegend fuer die Ausrottung der Bueffel verantwortlich
sind und letztes Jahr einen Amerikaner aus seinem Zelt (das ist also
auch nicht mehr sicher) geholt haben, das hatte uns noch gefehlt. In
Boxenstop-verdaechtiger Zeit wechselten wir das Ding - und dan
schnell ins Camp.
Von MAtusadona (2 Tage) fuhren wir entlang des Karibasee nach BInga,
um dort in der skurilen Atmosphaere einer laengst vergangenen
Kolonialzeit Sylvester zu verbringen. Die weissen Ex-Farmer machten
auf uns nicht nur koerperlich einen recht unbeweglichen Eindruck,
alle anderen haben das Land wohl schon verlassen. Obwohl Zimbabwe
einer duesteren Zukunft entgegen steuert, nach den Wahlen im Maerz
wird ein Buergerkrieg nicht ausgeschlossen, ist es fuer Leute wie uns
im Moment das ideale Reiseland. Die Waehrung erlebt eine rasante
Talfahrt, der Staat kontrolliert noch nicht die Deviseneinfuhr und
den Geldumtausch, die Versorgung ist exzellent, die Sicherheitslage
ist stabil, die Menschen sind freundlich und die Naturparks sind
wunderschoen, da sie auch als solche behandelt werden, ohne
Asphaltstrassen und Luxuslodges. Alles Gruende, die uns veranlassten
noch laenger hier zubleiben und so machten wir uns auf den Weg zum
Hwange Nationalpark. Hier bekamen wir mal wieder Loewen zu sehen,
wenn auch aus einiger Entfernung. Unser Lieblingsplatz aber war auf
der Terrase des Restaurants in sinamatela, von wo man einen 50km
Panoramablick hatte. Des Nachts wurde Axel, der mal wieder versuchte
draussen zu schlafen, von einer Hyaene ins Zelt vertrieben. Tagsueber
machten wir einen Abstecher zu den Viktoria-Faellen bevor wir einen
Tag spaeter Richtung Sueden in den landschaftlich sehr
beeindruckenden Matobo Nationalpark aufbrachen.
Wenn man schon im Nationalpark ist, dann plant man natuerlich auch
einige Aktivitaeten, allerdings sollte man als Frau stets die
Kontrolle ueber die maennlichen Abenteuer-Ideen behalten - sonst
begibt man sich in die sonderbarsten Situationen. Peter und Bruder
Axel (zu Besuch aus D) kamen also sehr erheitert aus dem Office
wieder und hatten einen Wildspaziergang und eine Kanufahrt mit Guide
gebucht. Ersteres blieb mir wegen der Nichtzulassung von Elisa
gluecklicherweise erspart, aber Bootfahren wollte ich natuerlich
auch. Am nachmittag schritten wir nun frohen Mutes zum Flussufer,
unser Guide sah beeindruckend aus, mit Gewehr und schnittiger
Uniform. Die Stroemung des Sambesi ist sehr stark, also sollte der
Hinweg stromaufwaerts fuehren und der Rueckweg dann ein schoenes
Zuruecktreiben werden. Wir stiegen ins Kanu: Axel, Guide und Leo in
eins Peter, Elisa und ich ins zweite. Wir paddelten sehr schoen, am
Ufer malerisch die Elefanten, im Wasser einzelne Flusspferde - weit
weg. Nach einer Stunde hielten wir am Ufer einer der zahlreichen
Inseln und beguckten nochmals einiges Getier. Nun also der leicht
gewaehnte Rueckweg, die Kinder tauschten die Boote und los gings
stromab. Es stellte sich heraus, dass zum beginnenden Abend die
Geselligkeit der Hippos anscheinend zugenommen hatte, ganze Herden
steckten ueberall ihre Nasenloecher aus dem Wasser. Immer oefter
machte der Guide im vorderen Boot die stoppende Handbewegung und wir
mussten halb gegen halb mit der Stroemung, die mir auch auf einmal
lauter Verwirbelungen zu enthalten schien, den Viechern immer wieder
ausweichen, ganz fachgerecht natuerlich: niemals einem Hippo den
Fluchtweg abschneiden. Der Guide hatte inzwischen sein Gewehr
entsichert und vor sich hingelegt, sein Gesicht hatte einen
konzentrierten Ausdruck angenommen. Alle waren still und paddelten
genau nach Anweisung. Auf einmal fielen mir unter tausend kleinen
Geschichtchen, die ich im Verlauf der Reise gehoert hatte, die ein,
dass Flusspferde die haeufigste Ursache fuer boese Zusammenstoesse
mit Menschen sind, weil sie sich schneller angegriffen fuehlen als
andere. Nun taucht beim naechsten Ausweichmanoever gen Inselufer auf
selbigen auch noch ein riesiger Elefantenbulle auf und glotzte auf
uns herab. Rechts Elefant, dessen Laune noch nicht genau bestimmbar
war, links ich weiss nicht wieviele glibschige Augen auf dem Wasser -
meine Kinder in wackeligen Booten dazwischen - Hilfe, das Mutterherz
schlug hoeher, als eine klare gemessene Stimme aus meinem Boot hinter
mir sagt: "Offensichtlich verfolgt uns das grosse Hippo!" (Betonung
auf dem ersten Wort) !!! Leo hatte also auch noch die Szenerie hinter
uns beobachtet - In diesem Augenblick kam irgendwas ueber mich, und
tatsaechlich: ich schrie nicht: "Peter, tu doch was!", nein ich
musste Zuversicht ausstrahlen, das ist Mutters Pflicht - Der Gefahr
ins Auge blickend - Ha - Wir werden das Untier besiegen... Und so
erzaehlte ich eine huebsche Geschichte von all den lieben Tieren im
und am Fluss, vom heroischen Guide usw.
Natuerlich sagte dieser nach dem Anlegen spaeter, er waere zu keiner
Zeit beunruhigt gewesenund alles war ganz sicher usw. Nun ja, dies
war wieder eins der Erlebnisse dieser Reise die man wohl nicht missen
moechte - auf die man aber mit gemischten Gefuehlen zurueck blickt.
Der Guide sagte spaeter aber noch zu mir: you are very strong, madame!
Nachdem wir uns in Tiwi-Beach gut erholt haben geht die Reise jetzt
weiter. Zwei Tage vor der Abfahrt trauten wir unseren Augen nicht,
als James und Rachel, ein englisches Paar welches wir in Gizah kurz
getroffen hatten und die von Suez aus nach Mombasa verschifft hatten
(12 Tage sollte es dauern, wir waren manchmal ganz schoen neidisch),
auch in Tiwi-Beach einfuhren. Sie hatten statt 12 Tagen 5 Wochen auf
ihr Auto gewartet und mussten zwischendurch fuerchten, es ueberhaupt
nie wieder zusehen, der Container war aufgebrochen, genau wie das
Auto, und einige Sachen geklaut. Dagegen ging es uns echt gut und wir
haben noch was gesehen vom Kontinent. James hat dafuer ein Kuerzel:
DiA (Dis is Africa).
Mit den Beiden sind wir zusammen zum Masai Mara Nationalpark
gefahren. Auf dem Weg dorthin verbrachten wir eine Nacht in dem
verlassenen Lion Hill Safari Camp (Nomen est Omen). Nach der
Daemmerung hoerten wir Geraeusche, wie man sie sonst nur im
Raubtierhaus kurz vor der Fuetterung vernimmt. Hier nun ohne Zaun 20m
entfernt - James meinte "Peter, let's engage the fire" und warf
eilig, den gesamten Holzvorrat auf das Feuer. In der Nacht, erkennbar
an einem 1qm grossem Kothaufen in 3m Entfernung vom Auto, war
offensichtlich noch ein Elefant zu Besuch. Leo meinte die Loewen
wollten uns erzaehlen, dass der Elephant kommt, wir haben sie nur
nicht verstanden.
In der Masai Mara campierten wir in einem privatem Lager eines
Bekannten von James und Rachel. Hier hatten wir endlich mal wieder
Gelegenheit (seit dem Ritt zu den Pyramiden) unsere festen Afrika-
Schuhe anzuziehen, da der Boden so stoppelig war. Ansonsten erlaufen
wir Afrika landestypisch in Badelatschen.
Nun sind wir in Tansania und finden alles ganz super entwickelt
(Susanne sieht nur die landwirtschaftlichen Projekte und denkt an
ihren Onkel, der dies wohl alles angestossen hat). Das Land scheint
eine angenehme Mischung aus allen zuvor bereisten Laendern zu sein.
Die Leute sind neugierig freundlich aber nicht aufdringlich. Die
Landschaft bietet alles von Schwarzwald bis Grassavanne und abends
kuehlt uns ein regelmaessiger heftiger Schauer.
Morgen fahren wir nach Malawi um uns zu Weihnachten mit Axel in
Lusaka zu treffen. Der Lake Malawi bietet noch einige von
Reisebekanntschaften empfohlene sehenswerte Staetten. Wir melden uns
spaeter wieder und hoffen bis dahin auch etwas in unserer Mailbox zu
finden (seit Assuan hat eure Schreibfreude ganz schoen nachgelassen).
Frohe Ostern und guten Rutsch
(Hier denkt man irgendwie garnicht an Weihnachten)
Susanne Leo Elisa Peter
In Addis Abeba hatten wir eigentlichj ein perfektes Timing, nur auf
den Typ vom Internet-Access konnten wir nicht laenger warten, so dass
wir den Bericht erst jetzt abschicken konnten, selbst in Nairobi
haben wir nur 15min gehalten um aus einem Automaten Geld zu ziehen
(das Internet-Cafe war direkt daneben - es tat mir in der Seele weh).
Aber zurueck zum wunderschoenen Aethiopien, wir haben Addis Abeba
also letzten Sonntag mittag verlassen, ohne einen neuen Stossdaempfer
besorgt zu haben, schliesslich war Sonntag und Kenmia, das Land wo es
angeblich wieder alles gibt, nicht mehr weit. In Awasa besuchten wir
Jana Franke aus Berlin, die dort mit ihrem aethiopischen Mann seit
kurzem ein Restaurant betreibt - fuer sie und fuer uns war es sehr
erholsam mal wieder "zivilisierte" Menschen zu treffen. Entlang der
Strasse trugen die Leute jetzt immer weniger Kleidung, dafuer hatten
die Maenner ab und an schon mal einen Speer dabei (warum sollte sich
dann auch bald herausstellen). Die von den Autos verursachten
Tierkadaver wurden von Geiern und Marabus verspeist und wir haben
sogar einen Vogelstrauss gesehen, mal was anderes als immer nur
Ziegen, Esel und Kamele. In Yavello habe ich mich doch wieder
breitschlagen lassen einem Jungen fuer seine Hilfsbereitschaft 5Birr
(1,5DM) zu geben. Das war jetzt endgueltig das letzte Mal, dann
sollen sie doch vorher sagen, dass sie Geld haben wollen, dann kann
ich imernoch ablehnen. 10km vor Moyale ist unser geflickter
Schalthebel wieder gebrochen, genau bei solchen Leuten mit Speeren,
aber die haben nur geglotzt, es ist vermutlich auch ein seltsamer
Anblick: Mann steigt aus, Frau rutscht auf den Fahrersitz und tritt
die Kupplung, Mann legt sich unter das Auto und legt den 1. Gang ein,
Frau setzt sich wieder auf den Beifahrersitz, Mann steigt ein und
macht den Motor an, Auto faehrt im Schrittempo weg. Als es wieder
bergab ging angehalten und versucht im 2., 3. oder 4. Gang
anzufahren, je nach Steigung, falls der Gang zu hoch gewaehlt war,
musste bergauf wieder der 1. Gang eingelegt werden. Spassig wurde es
dann in Moyale, als auch noch der Rueckwaertsgang dazu kam.
Eigentlich wollten wir gleich nach Kenia, aber der Zoll hatte gerade
Lunchtime, also Zeit nutzen und irgendwie versuchen das Teil zu
reparieren. Da kam einer und wollte uns helfen, zeigte uns eine
Werkstatt, die fuer di 1cm lange Schweissnaht umgerechnet 40DM haben
wollte (Strom zum schweissen gibt es aber erst in 3h), ich habe
dankend abgelehnt und den Helfer noch ordentlich zusammengestaucht,
da die Schleimbacke fuer den Tip schon wieder Geld haben wollte. Dann
Ausreise Aethiopien und Einreise Kenia, wofuer der aegyptische Zoll
6h benoetigte, das schaffte der kenianische in 1,5min.
Auf der kenianischen Seite von Moyale hatten dan irgendwann Said und
Alui Mitleid mit uns und erloesten uns von der unsere Scheiben
abschlabbernden Menschenmasse, waehrend ich versuchte das Auto zu
reparieren, indem sie uns in ihr Haus mit einem grossen ummauerten
Hof einluden und uns mit Rat, Tat und Material unterstuetzten, ohne
etwas dafuer zu verlangen.
Zu dem vor uns liegenden Streckenabschnitt Moyale-Marsabit-Isiolo
steht in unserer Bibel woertlich:"Konvoipflicht, haeufige Ueberfaelle
die meistens toedlich enden"
Wir erkundigen uns bei der Polizei ob die Strecke sicher sei, als
Antwort empfahl man uns eine Eskorte, d.h. 2 Polizisten fahren bei
uns mit und kriegen Geld dafuer (abgelehnt). Dann also um 8:00 Konvoi
fahren. Der bestand aus einem Lastwagen und uns=> 2 Polizisten
sollten bei uns mitfahren ohne Geld zu bekommen (abgelehnt), falls
etwas mit dem Auto passiert koennten sie uns helfen. Dann sollen wir
schon mal vorfahren, so dass wenn etwas passiert der Lastwagen uns
dann trifft (ach so). In Marsabit ist dann tatsaechlich etwas
passiert: Im Regen uebersahen wir einen Speed-Blocker, so dass
seitdem hinten links neben dem Rumpeln vom Stossdaempfer noch ein
metallisches Scheppern zu hoeren ist. Am naechsten Tag ging es auf
der nervtoetenden Wellblechpiste weiter, wieder ohne Eskorte und ohne
Konvoi, dafuer haeten wir beinahe einen auf der Piste liegenden
Leoparden mit seinem Jungen ueberfahren (Susanne geht jetzt nicht
mehr so schnell hinter den Busch). Die Nacht verbrachten wir im
Samburu-Nationalpark. Auf dem Weg zum Campingplatz (45min) haben wir
zur Freude der Kinder so ziemlich alle wilden Tiere dieses Kontinents
gesehen (warum die nun alle hier sind weiss ich auch nicht, Zaeune
gibts naemlich nicht). Am Freitag sind wir dann am Mount Kenia vorbei
ueber den Aequator durch Nairobi und Mombasa bis nach Tiw-Beach
gefahren um Annette zu treffen, die extra hierher geflogen ist uns zu
besuchen. Wir campen direkt am Strand unter Kokosnusspalmen und
machen ein wenig Urlaub vom Reisen, was hier ueberhaupt nicht schwer
faellt. Es gibt den Mango-Man, der Obst und Gemuese vorbei bringt,
und Mr. Sefood-Supply, der seine frische Beute anbietet, man braucht
sich gar nicht zu bewegen, es ist fast paradiesisch, aber ich spuere
trotzdem eine Unruhe und schaue mir die Karten vom suedlichen Afrika
an um die naechsten Routen festzulegen.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Der Sudan wechselte sein Gesicht innerhalb von wenigen Kilometern,
wurde das Ende der Sahara durch immer dichter stehende
Tamariskenbuesche und Termitenhuegel sichtbar, so wurden die
Lehmhaeuser suedlich von Khartoum durch strohgedeckte Rundhuetten
abgeloest, und die Landschaft erinnert mit hohem Gras und einzelnen
Akazien schon an afrikanische Savanne. Die Piste zur aethiopischen
Grenze war knochenhart aber die tiefen Spuren in der lehmigen Erde
zeugten noch von den Rutschpartien der Fahrzeuge, die noch vor
wenigen Wochen hier lang gefahren sind. Einige Stellen liessen die
Vermutung zu, dass hier vor einigen Tagen noch das Wasser stand, so
hatte die Wartezeit in Assuan doch noch was gutes. Die Grenze selber
war dann eine einzige Ueberaschung, nicht nur das Immigration-Office
(eine der Rundhuetten im letzten Winkel des Dorfes) sondern auch die
schnelle und reibungslose Abfertigung der durch uns eigenhaendig
verlaengerten Visa, sowie der darauffolgenden Aufforderung den
Beamten und seine Arbeit schriftlich zu beurteilen (die fiel
natuerlich gut aus).
Hier in Aethiopien wird man sofort von der atemberaubenden
Gebirgslandschaft gefangen genommen, so dass einem die miserablen
Pistenverhaeltnisse (Tyre-Eating) fast garnicht auffallen. Die Wueste
ist auf einmal so weit weg. Doch das eigentlich schoene ist, dass man
nie alleine ist. Freundlich guckend und "you-you you-you" rufend
stehen nach spaetestens 11min (Alleinseinrekord bis heute) fuenf bis
fuenfundzwanzig Einheimische um einen herum. Verhaltensregel Nr.1 in
dem Fall: einfach ignorieren.
Heute haben wir fuer 270km Asphalt sage und schreibe 9h gebraucht,
das ist nun wirklich nicht mehr feierlich, zumal sich der nagelneue
Toyota-Stossdaempfer aus Khartoum auch schon wieder Verabschiedet
hat. In den 9h haben wir fuer die Querung des Blauen Nils bei Dejem
2.800 Hoehenmeter auf 30km Strecke bewaeltigt (1.400 runter und
wieder rauf).
Im uebrigen ist es hier auf 2.500m so kalt, dass Susanne gerade in
der heissen Badewanne liegt.
Morgen noch mal einkaufen, waschen und nach einem neuen Stossdaempfer
gucken, und dann wollen wir weiter nach Moyale.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Das Schiff, drei miteinander vertaeute Spreekaehne, fuhr tatsaechlich
am Donnerstag Mittag ab, und wir verbrachten 2,5 herrlich entspannte
Tage auf dem ruhigen klaren Stausee waehrend wir langsam immer weiter
nach Sueden schipperten. Kapitaen Nadi und seine Mannschaft warnten
uns mehrmals vor den Krokodilen, die sich wohl zu Massen unter der
Wasseroberflaeche aufhalten muessen, wir bekamen jedoch bis heute nur
ein vertrocknetes an Land zu Gesicht. In Wadi Halfa benoetigten wir
dann einen Nachmittag und den darauf folgenden Morgen um einen
gewissen Kamal Hassan, der uns bei den Einreiseformalitaeten
"behilflich" sein wollte, als schleimbackigen, geldgierigen
Nichtsnutz zu identifizieren und abzuschuetteln.
Von hieraus fuehrte uns der Weg am Nil entlang auf extremen
Wellblechpisten ueber Dongola nach Abu Dom, 560 Km fuer die wir 5
Tage brauchten. Leider konnten wir die wunderschoene Landschaft bicht
geniessen, da bereits in Akascha der Toyota der Schweizer mit
elektrischen Problemen zu kaempfen hatte, welche darin gipfelten,
dass wir sie die letzten 50km bis Abri abschleppen mussten, aber wir
merkten ueberdeutlich, dass wir nun die arabischen Laender hinter uns
gelassen haben und uns jetzt endgueltig in Afrika befinden. Besonders
auffaellig ist, dass hier die Menschen und die Tiere wieder (wie in
Libyen) viel gepflegter aussehen, vermutlich weil sie viel weniger
arbeiten, uns ist es jedenfalls ein Raetsel, wie jedre Mann in einem
bluetenweissen Kittel mit Buegelfalten und jede Frau in bunte Tuecher
ohne Schmutzfleck gehuellt durch die staubigen Doerfer laufen
koennen, sich ueberall hinsetzten koennen ohne dabei dreckig zu
werden.
Am dritten Tag, der Toyota brauchte jetzt morgens immer Starthilfe
von uns, zeigte ein Kuehlwasserschlauch unseres Motors massive
Aufloesungserscheinungen, bis er dann am Morgen das fuenften Tages
sich komplett verabschiedete mussten wir alle 20km ca. 4Liter Wasser
nachfuellen. Aber beim naechstgelegenen Autoteileladen gab es einen
passenden Schlauch der sich bis jetzt bewaehrt hat. In Abu Dom
hoerten wir geruechteweise von einer Asphaltstrasse nach Khartoum,
was uns vertrauenswuerdiger erschien, als die Routenbeschreibung in
unserer Bibel. Wenn dort offensichtlich "oestlich" und "westlich"
verwechselt wird, stimmen die Entfernungsangaben vielleich auch
nicht, und das in einem Gebiet von 500x500KM ohne Pisten und
Strassen, nur Sand. Durch haeufiges nachfragen und stoerrisches
ignorieren von nicht genehmen Informationen erreichten wir
schliesslich die Strasse, welche uns dann geschwind nach Khartoum
fuehrte, und bereits am fruehen Nachmittag standen wir vor dem Tor
des Campingplatzes und bei uns brach genau in diesem Moment der
Knueppel der Gangschaltung ab. Das tat unserer Stimmung jedoch keinen
Abbruch, haben wir doch jetzt die Sahara durchquert und wir koennen
nach 9 Tagen mal wieder duschen.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Eigentlich war ja gedacht, dass ein Blick ins echte Loewenmaul mal
unsere erste wirkliche Bewaehrungsprobe werden soll, nun sieht es so
aus, als ob eher unser Abwarte-Vermoegen diese echte Probe werden
wird. Seit einer Woche sitzen wir hier in Assuan fest und warten auf
DAS Schiff, welches aus dem Sudan kommend wieder mit Fracht dahin
zurueckfahren soll. Von hier gibt es keine Strasse (nicht erlaubt)
keine Piste - nichts anderes was ein Fortkommen ermoeglichen wuerde.
(Ausgenommen offensichtlich ein Traumschiff, was fuer 1.800 $ sofort
da waere). Alle Organisation haengt an einem Mann - passenderweise
heisst er Mr. Salah - wie SimSALABim - der freundlich leider immer
auf den naechsten Termin vertroesten muss. Das Kulturprogramm in
Assuan haben wir inzwischen vollstaendig absolviert, jedoch ist den
Kindern auch nicht jedes nubische Felsengrab zuzumuten. Der oertliche
Campingplatz erwies sich als wirklich schauderhafte Staette, von
einem rattengesichtigen Greis beaufsichtigt und zwei bettelnden
Soldaten bevoelkert - voellig verfallen und mit Kloake
ueberschwemmten Sanitaereinrichtungen. Also campieren wir jetzt
mitten in der Stadt in einem kleinen Hotel ohne Ungeziefer und mit
heisser Dusche. An dieser Stelle sei ein kleiner Exkurs
gestattet:"Einzug der Putzfrauen - Putzen der Hotelhalle": Jeden
Morgen fruehstuecken wir bei groellenden Fernseher im
Fruehstuecksraum des Hotels (beide Bezeichnungen sind eigentlich ein
bischen hoch gegriffen) und koennen einem interessanten Schauspiel
beiwohnen, welches natuerlich besonders Susannes Hausfrauen-Putz-Herz
hoeherschlagen laesst. Auf ein unbekanntes Signal hin schlurfen zu
irgendeiner Zeit 3 junge schlampige Weiber (eine bessere Umschreibung
gibt es wirklich nicht) in die "Halle", in einer Hand einen Eimer, in
der anderen einen sog. Abzieher bzw. normalen Besen. Erstmal stellen
sie die Eimer mit grossem Schwappen ab und quatschen mind. 10min.
Dann geht eine von ihnen die Treppe (2Etagen) nach oben und kippt den
Laugeneimer (mit inzwischen aufgeloestem OMO) die Treppe abwaerts.
Die Bruehe kommt dann irgendwann unten an - Signal fuer die anderen
Weiber mal den ranzigen Teppich unten wegzurollen und ihre Eimer auch
auszukippen. Wenn dann alles weissschaeumend schwimmt, ziehen sie
laessig den Abzieher drueber, und treiben die Bruehe zum Ausgang (
wenn da einer kommt, der hat gleich saubere Schuhe+Hosenbeine). Von
dort geht der ganze Schwall in hohem Bogen auf die Strasse. Der
kroenende Abschluss folgt nun (!!!), indem die erwaehnten Teppiche
wieder ausgerollt werden und - man glaubt es kaum - jetzt mit dem
Besen unter Entstehung hustenreizerzeugender Staubwolken ordentlich
abgefegt werden. Liebe Leser - vielleicht hat dies nicht jeden
beruehrt, jedoch sind die Reinigungsdamen auch sonst von ansteckender
Froehlichkeit und heitern somit jeden unserer Wartetage schon morgens
auf.
Inzwischen sind auch unsere ehemaligen schweizer Reisegefaehrten
eingetroffen und teilen unser Los. Morgen gehen wir wiedermal ein
bischen Segeln auf dem Nil, das ist fuer wenig Geld jederzeit zu
haben. Ausserdem machen wir taeglich ausgiebig Mittagsschlaf (und
gehen lange Wege zum Abendessen, so dass die Kinder beschaeftigt
sind). Inzwischen geht Peter auch abends immer zum Gemuesehaendler an
der Ecke Teetrinken und wir erzeugen mit unserer Anwesenheit hier
weiter kein Aufsehen. (Trotz Touristen wird man bestaunt und die
Kinder leiden etwas an staendigen DULI-DULI)
Leider hat sich noch ein Umstand ergeben, der moeglicherweise
Massnahmen erfodert - dies ist also noch nicht sicher. Wir hatten
schon von anderer Seite gehoert, dass erst etwa nach der 2. Einnahme
des Malaria-Prphylaxe-Mittels Nebenwirkungen auftreten wuerden - so
wars dann auch. Susanne lag 2 Tage richtig flach, mit normalen
Beschwerden. Ansonsten laeuft man ein bischen wie unter Drogen rum,
mit unvermittelten Depressionsanfaellen, was uns dann hin und wieder
zu der gegenseitigen Aussage veranlasst:" Du hast wohl heimlich
Lariam genommen." Interessanter nun Peter - der hatte seltsame
Anwandlungen - Flugtickets kaufen zu irgendwelchen Graebern - ganz
untypische Verschwendungssucht.
Nun sind schon wieder ein paar Tage vergangen ("no connection" im
internetcafe). Am Donnerstag soll tatsaechlich unser Schiff mit uns
und unserem Auto Richtung Sudan losfahren. Also drueckt uns die
Daumen.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Nach Cairo/Gizah und den Pyramiden (leider nachlaessig und lieblos
dargeboten) sind wir wieder geordnet und muessen weiter Richtung
Assuan/Stausee. Auch in Aegypten (bis auf Kamelgeschichte)
freundliches und zurueckhaltendes Entgegenkommen. Leider trennen sich
hier auch erstmal unsere und die Reisewege der Schweizer Gefaehrten.
Wir fahren am Nil direkt nach Sueden, die anderen nehmen die
Wuestenroute.
Angekommen in Luxor: Sehr angenehmer Campingplatz, nachts um 0:30 bei
der Ankunft noch Einladung zum Pfefferminztee vom Chef. Eine irre
Fahrtstrecke liegt hinter uns: von 620KM (Fahrtzeit 14h) Cairo-Luxor
fuhren wir 275km mit Polizeiesorte in wechselnder Besetzung. Vom
Kampfjeep mit montiertem Geschuetz+Helmschuetze bis
Kasernennachtwaechter im Gemueseauto war alles dabei. Von lieb und
vorsichtig besorgt bis laut hupend, im Affenzahn alle anderen Autos
von der Strasse schiebend hatte auch jede Staffel ihre ganz eigenen
Qualitaeten. Vielleicht waeren wir manchmal alleine garnicht
aufgefallen... (Es ist hier aber nicht gefaehrlich, die Leute wollen
bei der angespannten Situation den Touristen ein sicheres Gefuehl
vermitteln)
Noch ein bischen Kultur in Luxor und mal keine Tomaten/Zuccini+Nudeln
geht es morgen nach Assuan. Hoffentlich kommen wir irgendwie nach
Wadi Halfa.
Malaria-Prphylaxe Gift-Tabletten haben alle gut vertragen. Kinder
plantschen im Campingplatz-Pool - Alles friedlich.
Bis zum naechsten Mal Susanne Leo Elisa Peter
Wir sind uebrigens hier: www.rezeikycamp.com
Wenn man schon mal hier ist, muss man sich natuerlich die Pyramiden
angucken, noch dazu, wenn man sie taeglich vom Campingplatz aus sehen
kann. Dazu muss man frueh aufstehen (6:30), um den Hoehepunkt dieses
kulturellen Ereignisses, die Beseichtigung der Cheopspyramide, nicht
zu verpassen, hier werden lediglich 300 Besucher pro Tag eingelassen.
Vielleicht kann man unseren verschlafenen Zustand als Erklaerung fuer
das Folgende heranziehe, aber in Wirklichkeit waren natuerlich die
Kinder schuld.
Wir stehen also nach einer ueberteueren Taxifahrt vor der
geschlossenen Schranke am Eingang des Gelaendes und lassen uns (wie
daemlich) auf ein Gespraech mit 3 Kameltreibern ein, die uns
glaubhaft versichern, sie kennen einen Eingang der offen ist, bei dem
man keinen Eintritt zahlen muss, der noch dazu viel viel schoener ist
und man brauch nicht zu laufen, wozu gibt es schliesslich Kamele. Die
armen Kinder in der Hitze laufen lassen, das koennte uns den Ausflug
tatsaechlich vermiesen, wenn die dann anfangen zu noergeln und nicht
mehr weiter wollen. Dann geht es recht schnell: Preis aushandeln (20
LE = 10 DM pro Person Kinder umsonst), auf die Kamele steigen, gleich
bezahlen (wie daemlich), nochmal 20LE p.P. bezalen weil die lange
Tour ist ja besser (doppelt daemlich) und schon geht es los, die 2
Kamele an den Nasen hintereinander gebunden folgen einem alten
Klepper mit unserem Guide. Bjoern + Prisca winken uns vom Weg aus zu,
die Schranke ist inzwischen offen und sie sind schon fast an den
Pyramiden. Wir reiten in die entgegengesetzte Richtung und biegen in
einen vermuellten Abwasserkanal. Irgendetwas laeuft hier tierisch
schief!! Das reiten auf dem Kamel ist ueberhaupt nicht angenehm und
wir haben erst 20m geschafft, aber noch 2 Stunden vor uns. Die
Besichtigung der Cheopspyramide koennen wir uns abschminken. Zwischen
Susanne und mir entspann sich ungefaehr folgender Dialog:
S: Wo reiten wir hin?
P: Ich glaube es geht immer an der Mauer lang. Wahrscheinlich kommen
wir ueberhaupt nicht ins Gelaende rein. Wir sollen uns die Pyramiden
von hier aus angucken.
S: Ich fall gleich runter.
P: Wir sind total verarscht worden. Guck mal dahinten war wieder eine
Pyramide.
S: Sag ihm er soll anhalten.
P: Hey Mister, stop... MISTER... STOP - STOOOOPPPP!!!!!!
Der Guide zuckt nicht mal, vermutlich kennt er das Gezeter.
Die ersten 20 Minuten reiten wir durch lebhafte, schmale Gassen,
eigentlich sehr interesssant, wenn man nicht der Loeffel vom Dienst
auf einem Kamel ist, und im Grunde ein anderes Ziel hatte. Danach
folgen weitere 15Min durch Muelhaledn mit integriertem Pferdefriedhof
in allen Verweseungsstufen, das sind wahrscheinlich die, die unter
den Touristen zusammen gebrochen sind. Und dann passiert das
Unglaubliche, wir passieren ein bewachtes Tor, der Guide bezahlt ca.
1LE, ueber Duenen reiten wir den Pyramiden entgegen, ein wirklich
schoenes Bild. Die Tourist-Police-Kamel-Patroullie holt sich auch ein
Bakschisch fuers weggucken ab. Vielleicht wurden wir doch nicht
verarscht. Langsam bekomme ich wieder Vertrauen, bis der Guide unsere
kleine Karawane halten laesst. Das Kamel von Leo und mir, das hintere
der beiden, beginnt schon sich hinzusetzen, hat aber offensichtlich
vergessen, das es da noch ein Seil durch seine Nasenfluegel gibt,
welches am Satel von Susannes Kamel festgebunden ist. Die Bewegung
einmal eingeleitet, laesst sich nicht mehr stoppen, vom Schmerz
ueberrascht schmeisst es sich auf die Seite und bleibt mit
gestrecktem nach oben (in Richtung des straffen Seils) gerichtetem
Hals liegen. Ich fliege in den Dreck und Leo hat Glueck, das er nicht
unter das Kamel geraten ist. Von da an sind wir gelaufen, viel weiter
als der normale Weg.
Fast ein Monat in Afrika, und immernoch am Mittelmeer. In Tunesien
vergeblich drei Tage auf Backes (MAN) bzw. Rentnerehepaar aus
Rosenheim (Unimog) gewartet und dann an der Libyschen Grenze ein
Schweizer Paar kennengelernt, die witzigerweise das Ticket fuer die
Faehre nur wegen Backes Stornierung erhalten haben und auf dieser die
Rosenheimer gesehen haben, und uns lebhaft von denen erzaehlt.
Die Einreise nach Libyen war entgegen allen vorherigen Aussagen kein
Problem (2 Stunden), und nach dem Schleimbackenland Tunesien ausserst
angenehm. Aber in Tunesien haben wir auch viele nette Leute
kennengelernt, es ist aber trotzdem kein Vergleich zu der hoeflichen
Zurueckhaltung der Libyer.
Mit den Schweizern sind wir in die Sahara gefahren, um erste
Pistenerfahrungen mit dem Bus zu sammeln. Und diese waren dann
ziemlich ernuechternd. Wegen flutschiger Viscokupplung und nicht
funktionierender Differentialsperre hinten, verwandelt sich der Bus
zu einem Einradgetriebenen Fahrzeug, welches sich in den Sand
eingraebt. Trotzdem haben wir dank des Landcruisers der Schweizer es
immerhin durch den weichen Sand bis zu den Mandaraseen geschafft, und
dort eine traumhafte Nacht in den Duenen verbracht. Der naechste
Versuch durch das suedliche Lybien am Krater des Waw an Namus vorbei
Richtung Al Kofrah zu gelangen, scheiterte dann allerdings. Da wir in
der ganzen Zeit kein einziges Fahrzeug getroffen haben, welches auch
unsere Route einschlagen wollte, fuhren wir weiter mit den Schweizern
zusammen nach Norden, um ueber den Grenzuebergang am Mittelmeer nach
Aegypten einzureisen. Bei diesem Grenzuebertritt hatten sogar die
Grenzer Mitleid mit uns, und luden uns nach 7 Stunden hin und
herlaufen zum Essen ein (You must be hungry!) - leider konnten wir da
keine fotos machen.
In Aegypten ist es offiziell verboten wild zu campen, Campingplaetze
gibt es aber auch kaum, so haben wir vorgestern aufgegeben bei der
Suche nach einem, der in unserer "Bibel" von "Papst Klaus Daerr"
(Durch Afrika) beschrieben war. Wir wollten dann einfach am Strand
parken, aber so einfach war das nicht: Der Strandbarbesizter und alle
seine Angestellten fuehlten sich persoenlich verantwortlich fuer uns,
und bestellten Polizeischutz. So sassen die ganze Nacht drei
rauchende bewaffnete finster blickende Maenner direkt vor unserer
Schiebetuer.
Gestern sind wir in Gizeh mit Blick auf die Pyramiden angekommen, und
bereiten uns auf die Fahrt durch den Sudan vor
(Autoreparieren/Waschen, zu McDonalds gehen, Vorraete einkaufren,
Faehre ueber den Stausee klarmachen, Aethiopien Visa verlaengern...).
Wir werden wohl noch ein bischen hierbleiben. Leo will auch unbedingt
noch die Pyramiden von innen und die in Klopapier eingwickkelten
Menschen sehen.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Hallo ihr Lieben!
Nicht weit von Palermo wird es nun immer noch ein bischen waermer -
so 28C und wir halten an allen Wasserspeienden Brunnen und erfrischen
die Koepfe. Es war genau die richtige Entscheidung so langsam an
Italiens Kueste der "richtigen" Hitze entgegen zufahren, die Kinder
sind nun gut eingewoehnt, trinken viel und verschlafen die Siesta.
Nur noch 3 Tage, dann endgueltiger "Einstieg" nach Afrika.
Elisa (Eisessend im Café): Sag mal, warum habt ihr Euch das
ausgedacht mit Afrika, warum fahren wir dahin ??
Wir wussten keine paed. wertvolle Antwort - in einer traumhaften Welt
in Sueditalien ...
Lieber Moritz: Danke nochmals fuer die vielen Cassetten.
Netti+Juffi: habe ein Haeuschen mit Meerblick und Strandnaehe fuer
uns (dann...) gefunden!! Super Mucke ist es auf Euren Cassetten!!
Gruss und Kuss an alle
von Baumgartners
hey-ho alle zusammen,
nachdem uns das schlechte Wetter bis nach Norditalien verfolgt hat,
trafen wir Lars auf einem netten Campingplatz suedlich von Elba, und
nutzten das schoene Wetter um die restlichen Arbeiten am Bus
durchzufuehren.
Auf der Fahrt dorthin hat sich rausgestellt, dass nicht alle LKW's
schneller sind als wir. Den einen oder anderen Schwertransport
konnten wir tatsaechlich ueberholen. Generell laesst sich das
Fahrverhalten des doch ueberladenen Busses als schwammig bis
schwimmend beschreiben. Aber er faehrt, und das auch ueber steile
Berge, wenn auch teilweise nur im ersten Gang.
Der Campngplatz, einer der letzten noch geoeffneten in dieser Gegend,
bot fuer uns eine eher merkwuerdige Atmosphaere, waren wir doch
eigentlich auf Abenteuer und Entbehrung eingestellt. Vor allem gabe
es hier kaum einen, der nicht auch schon mal eine aehnliche Reise
gemacht hat. So war immer fuer Gespraechsstoff mit den Dauercampern
gesorgt.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Okay,
es regnet schon wieder.
Wir haben fast alles was wir brauchen
besorgt, fast alles was getan werden musste erledigt. Wir könnten
wahrscheinlich noch wochenlang hier bleiben und irgentwas kaufen
oder tun.
Aber jetzt muss es losgehen. Erst dann, wenn man nichts mehr tun
kann, wird sich die Aufregung legen, und man kann wieder einen
klaren Gedanken fassen.
Heute fahren wir endlich ab, und jeder der Lust hat uns Tschüss
zu sagen ist eingeladen.
Estimated Departure Time: Donnerstag 13. September 20 Uhr
in der Akazienallee
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Afrikareise 2001
Unsere Planung der Route steht nach wie vor fest.
Inzwischen haben wir alle Visa bis Tansania. Nach
einem kleinem Abstecher nach Bonn, konnten wir sogar
das Libyenvisum direkt mitnehmen (normale Wartezeit
2-3 Wochen, für die Embargogeprüften Libyer keine
Zeit), dank der guten Beziehungen von Majed.
Berlin
Sizilien
Tunis
Libyen
Sudan
Äthiopien
Kenia
Tansania
Sambia
Botswana
Namibia
Südafrika
In Deutschland ist der Sommer jetzt wohl endgültig
vorbei, d.h. für uns wir sollten nun langsam mal
abfahren, zumal unsere Wohnung ab Dienstag vermietet
ist. Wir sind gerade am ausziehen (Kisten packen).
Ist am Bus eigentlich schon alles fertig? Ich glaube
schon, es fehlen nur noch Kleinigkeiten, die können
wir auch unterwegs noch machen. Unsere Fähre geht ja
erst am 27. von Sizilien, wir haben also noch ein
bischen Urlaub in Italien. Hoffentlich werden wir da
nicht beklaut.
Bis dahin
Susanne Leo Elisa Peter
Das Auto kriegt mehr und mehr ein geländegängiges Aussehen. Die ersten
Spritzen wurden im Tropeninstitut abgeholt. Die Reise materialisiert
sich zunehmend. Ich kriege schon langsam Panik irgendwas
entscheidendes zu vergessen bzw. nicht zum richtigen Zeitpunkt zu
erledigen.
Habe heute mal wieder mit Rolf gemailt. Vielleicht fahren wir ja doch
zusammen.
Ausserdem war Achim heute da, der kauft evtl. mein Moped... verdammte
Kohle.
Bis dahin
peter