Punk Rock aus Dänemark schaut nicht gerade häufig im heimischen CD-Player vorbei. Und wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auch keine bekannte dänische Punk-Band ein.
Wie dem auch sei, unter dem augenzwinkernden Albumtitel "Shameless Selfpromotion" tritt das Quartett
The Zero Point jetzt an, um mit diesem Missstand aufzuräumen und unsere nördlichen Nachbarn auch in Sachen Punk Rock ein für allemal zu etablieren. Doch halt - so neu, wie manch einer denken mag, ist diese Combo gar nicht. Genauer gesagt sind
The Zero Point schon seit 1979 aktiv und somit nun im dreißigsten Jahr ihres Bestehens angelangt. Damit sind die Mannen um Frontmann
Steen Thomsen im Grunde genommen noch eine Band der ersten Punk-Stunde, was man auch zu jeder Sekunde dieses Albums hören kann. "Shameless Selfpromotion" ist nämlich gespickt mit klassisch-räudigem Punk-Geschrammel, das herrlich ungehobelt daher kommt und reichlich schweißtreibende Club-Atmosphäre versprüht. Man merkt den Herren an, dass sie quasi von Beginn an in der Szene aktiv sind und mit aktuellen Modeströmungen nichts am Hut haben. Sie klingen damit nicht typisch dänisch (sofern es so was bei Rockmusik überhaupt gibt), sondern könnten ihre Wurzeln ebenso im britischen Arbeitermilieu haben. Das äußert sich beispielsweise in den whiskeygeschwängerten Singalongs von "The Ardbeg Song" (inklusive Dudelsack-Einsatz am Ende) oder "Big Noise" (eine Ode an den Punk-Lebensstil), aber auch beim straighten, aggressiven "I Want More", dem simpel rockenden "Sick Of Me" oder der Bandhymne "We Are The Zeros", welche das Album gebührend einleitet. Den Schlussstrich setzt schließlich eine solide Coverversion, mit der sich
The Zero Point laut eigener Aussage vor den
Ramones und den
Heartbreakers verneigen. Der Song "Chinese Rocks" wurde schließlich von
Dee Dee Ramone (1951-2002) und
Richard Hell geschrieben und von deren Bands gespielt (die
Ramones-Version schreibt sich übrigens ohne s am Ende). Fazit: Wer auf urwü
chsigen, kompromisslosen Punk Rock steht, der ist bei
The Zero Point an der richtigen Adresse. Hier wird der Ausdruck 'old school' ganz groß geschrieben, was die Scheibe aber keinesfalls altbacken klingen lässt. Übrigens ist mit "Hooligans With Cheap Guitars" (2006) ansonsten erst ein Album von
The Zero Point erschienen, das dafür aber alle von 1979 bis 1986 aufgenommenen Songs beinhaltet.
www.workingclassforce.de :
http://workingclassforce.net/records/the_zero_point_shameless_selfpromotion.htmFrisch zur Jahreswende haben THE ZERO POINT auf Impact Records ´ne neue Scheibe veröffentlicht, d.h. fast 30 Jahre, nachdem sich die Jungs das erste Mal aufmachten, dem geneigten Publikum satten abwechslungsreichen Punkrock um die Ohren zu hauen. Und im Gegensatz zu vielen anderen Bands aus den Anfängen des Punkrock, die entweder untergingen, dem Punkrock den Rücken kehrten und sich gleich gekleidet in bunten Hemden dem poppigen Mainstream anpaßten oder als peinliche Altlasten der späten 70er mit dem immer gleichen Programm vor stetig schrumpfendem Publikum der guten alten Zeit nachtrauern, klingen THE ZERO POINT auch auf ihrem neuesten Album genauso kompromißlos, abwechslungsreich und interessant, wie zu ihren ersten Auftritt in Husel, Aarhus 13.11.1979, was man nicht nur sehr schön an "Seize The Day....Motherfuckers" hört, das mich persönlich ein wenig an "Captain Not Responsible" erinnert, sondern auch an dem insich sehr abwechslungsreichen "Life´s A Bitch And Then You Die" oder " I Want More","Sick Of Me" und "Big Noise", die ebenso gut aus der Feder von Joe Kettley stammen könnten und an alte DOA Stücke erinnern.
Für alle Freunde guter Punkmucke ´ne lohnende Ergänzung im CD Regal und für alle anderen durchaus eine Einstiegsdroge, die süchtig machen könnte.
www.crazyunited.de:
http://www.crazyunited.de/?page_id=12Bei THE ZERO POINT handelt es sich um eine reformierte Punkband der ersten Stunde aus Dänemark, die zu früheren Schaffenszeiten nicht unbedingt inflationär Tonträger auf den Markt geworfen hat – handelt es sich hierbei doch um ihr Debüt-Album! Und das kann ich zwar mangels Kenntnis nicht mit dem alten Zeug vergleichen, aber es kann sich mit seinem proletarischen, lebensbejahenden, von sich und seiner Sache voll überzeugtem Streetpunk durchaus hören lassen. Textlich feiert man seinen Lifestyle und seine Attitüde, spendet allen Widrigkeiten zum Trotz neuen Mut und beweist mit einem Song wie „Shitfaced In A Spitfire“, der von einem sturzbetrunkenen Kampfpiloten handelt, Humor. Die Produktion geht ebenfalls klar, ebenso wie die Coverversion von „Chinese Rocks“, wobei der Titel langsam aber sicher nun wirklich etwas ausgelutscht ist. Ideale Mucke für die Punkrockkneipe! Etwas schade finde ich aber, dass es keinen Song in Landessprache zu hören gibt. Das Booklet kommt mit allen Texten und einigen Fotos und das Cover bietet die Rückansicht einer hübschen Punkette, die für mind. die Hälfte der Bandmitglieder aber etwas zu jung sein dürfte, haha. Allerdings hätte man ruhig mal einen Lektor über die Texte lesen lassen können, um den einen oder anderen Rechtschreibfehler zu vermeiden. Runde Sache, die Spaß macht und dem Hörer genau das bietet, was er erwartet. Deutlich überm Nullpunkt! Elf Songs in 38 Minuten.